ADFC: Radfahren im Urlaub liegt nach wie vor voll im Trend – der Bodensee hält gut mit

ADFC: Radfahren im Urlaub liegt nach wie vor voll im Trend – der Bodensee hält gut mit
Radfahren im Urlaub liegt nach wie vor im Trend // Symbolbild. (Bild: Pixabay)

Nach einer deutschlandweiten Umfrage des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC) haben 2023 37,4 Millionen Menschen in Deutschland im Urlaub das Fahrrad genutzt.

Die jetzt vorgelegte Umfrage des ADFC gibt detailliert Auskunft darüber, wo, wie und wie oft Urlauber das Rad genutzt haben. 37,4 Millionen, das sind mehr als die Hälfte aller Erwachsenen in Deutschland, haben im Urlaub den Umstieg aufs Rad gewagt. 2024 planen noch mehr Urlauber die Nutzung des Fahrrades in den schönsten Wochen des Jahres.

Zwar ist das Radfahren nicht unbedingt Hauptzweck einer Urlaubsreise, trotzdem nutzen immer mehr Menschen das Rad. Mehr als die Hälfte aller Urlauber hat das Rad an Zweidritteln der Urlaubstage genutzt. Eine erfreuliche Entwicklung.

Insbesondere Tagesausflügler steigen aufs Rad um

Besonders bei den Tagesausflügen erfreut sich Radfahren besonderer Beliebtheit. 36,4 Millionen Deutsche haben 2023 455 Millionen Tagesausflüge mit dem Rad unternommen, Tendenz steigend.

Eine andere ermittelte Zahl zeigt ebenfalls Erstaunliches: Knapp 130 Euro gaben die Tagesausflügler pro Tag aus.

E-Bikes sind stark im Kommen

Interessant ist auch, dass die Zahl der Radler, die ein E-Bike nutzen, um 4,3 % zugenommen hat. 30,8 % aller Tagesausflügler sind inzwischen mit einem Elektrofahrrad unterwegs. Keine Überraschung, denn bei den Verkaufszahlen haben E-Bikes alle anderen Räder bereits überholt.

Auffällig ist auch die Zahl der Mietfahrräder. Sie machte 2023 stolze 37 % aus. Bei der Frage nach der Nutzung des Rades gaben 79 % an, touristisch orientierte Ausflüge unternommen zu haben. 70,1 % wollten Städte erkunden, die Fahrt zu Sehenswürdigkeiten nutzten 53,6 %.

Nach den Beweggründen für Radreisen mit drei und mehr Übernachtungen gaben die Befragten an, sie wollten Land und Leute kennenlernen.

Reiselustige planen immer länger im Voraus

Für Beherbergungsbetriebe interessant: Immer mehr Reiselustige (zuletzt ein gutes Viertel) entscheiden sich mindestens ein halbes Jahr vorher für das Reiseziel. Spannend ist auch, dass die Anzahl derer, die sich künftig eine Radreise vorstellen könnten, stark im Steigen begriffen ist. 54,9 % haben noch keine Radreise bisher unternommen, können sich das aber zukünftig sehr gut vorstellen.

Bei der Auswahl der Unterkünfte während einer Radreise liegen Hotels und Pensionen vorne. Aber Ferienwohnungen erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Bei Radfahrern im Urlaub liegt ihr Anteil bereits bei 42,7 %.

Gute Preis-/Leistungsverhältnis ist wichtig

Bei den Kriterien für die Auswahl des Urlaubsdomizils liegt das gute Preis-/Leistungsverhältnis klar vorne. Aber auch Lage und mögliche Freizeitaktivitäten spielen eine wichtige Rolle.

Am Liebsten buchen Radreisende direkt in der Unterkunft. Der Anteil liegt bei knapp über 50 %. Buchungsplattformen rangieren mit gut 30 % deutlich dahinter.

Anreise mit dem eigenen Auto liegt (noch) vorne

Spannend wird es für die Reiseziele auch bei der Wahl der Verkehrsmittel für die Anreise. Da hat der eigene PKW mit über 62 % klar die Nase vorn. Abgeschlagen landen Wohnwagen/Wohnmobil bei 14 %, die Bahn landet nur bei 11 %. Für viele ist offenbar ein Radtransport mit der Bahn zu beschwerlich oder umständlich. 89% aller Radausflügler starten von Zuhause aus.

Wie orientieren sich die Radfahrer auf ihren Touren? Auch hier hat der ADVC einen klaren Sieger ausgemacht: Apps für Smartphone, Tablets oder Smartwatches haben die Nase vorn. Aber knapp dahinter kommt schon die Beschilderung vor Ort. Auch im Internet recherchieren noch sehr viele. Radkarten spielen mit knapp einem Drittel der Nutzungen keine entscheidende Rolle mehr.

32 Euro pro Nase für die Gastronomie

Was die aufgesuchten Orte bzw. die dort ansässige Gastronomie interessieren dürfte, ist die Zahl, wieviel die Radler in der Gastronomie ausgeben. Rund 32 Euro im Gegenwert wandern pro Tag und Person in hungrige und durstige Mägen.

Nimmt man die Unterkunft dazu, erhöht sich die Summe auf 123 Euro pro Person. Als Kosten für die Unterkunft hat der ADFC rund 49 Euro abgefragt. Für Eintritte und andere touristische Dienstleistungen sind das gerade mal 25 Euro.

Beeindruckend sind auch die Zahlen für die Gesamtausgaben im Segment „Radtourismus“: 2023 wurden insgesamt zwischen 14 und 15 Milliarden Euro für Tagesausflüge ausgegeben. Für Kurzreisen mit dem Rad waren es zwischen zwei und drei Milliarden, für Radreise mit mehr als drei Übernachtungen zwischen sechs und sieben Milliarden.

Die Küstenländer haben die Nase vorn, der Bodensee hält gut mit

Bei den bereisten Bundesländern haben die Bundesländer an den Küsten knapp die Nase vorn. Bayern und Baden-Württemberg können aber sehr gut mithalten. Im Ausland liegen Österreich (31,6 %) vor Italien (27,3 %) und Frankreich (18,2 %).

Was die Deutschen Reiseziele angeht, genießen Radfernwege größte Beliebtheit. An der Spitze liegt der Weser-Radweg. Aber auch andere Flussradwege an Elbe, Donau, Rhein, Main und Ruhr liegen voll im Trend. Aber längst hat sich auch der Bodensee in den TOP Zehn etabliert.

Bei den meist befahrenen Radregionen liegt er hinter dem Emsland/Osnabrück bereits auf Platz 2.

Auch im Alltag mit dem Rad fahren – Radnutzung auch 2024 voll im Trend

Jetzt kommt noch eine wichtige Erkenntnis für die Kommunen: Je häufiger das Rad im Urlaub genutzt wird, desto stärker ist die Motivation auch im Alltag mit den Rad zu fahren. Dafür braucht es aber auch gut ausgebaute und beschilderte Radwege.

2024 planen noch mehr Urlauber eine Radreise. 73,7 % aller Reisenden in Deutschland wollen das Rad im Urlaub nutzen.

(Quelle: ADFC-Radreiseanalyse 2023)