Flugpassagiere müssen sich zu Wochenbeginn auf massive Einschränkungen einstellen. Ein bundesweiter Streik sorgt für zahlreiche Flugausfälle, vor allem im Norden.
Zum Wochenstart kommt es erneut zu erheblichen Beeinträchtigungen im Luftverkehr. Pilotinnen und Piloten der Lufthansa sowie deren Tochtergesellschaften sind zu einem bundesweiten Streik aufgerufen, der bereits in der Nacht zum Montag begonnen hat und bis Dienstag andauern soll.
Die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) hat die Beschäftigten der Lufthansa, Lufthansa Cargo und Lufthansa Cityline von Montag, 00.01 Uhr, bis Dienstag, 23.59 Uhr, zum Ausstand aufgerufen. Flüge in den Nahen Osten sollen laut Gewerkschaft nicht betroffen sein. Die Piloten der Lufthansa-Tochter Eurowings beteiligen sich ausschließlich am Montag an dem Streik. Laut Unternehmen sind dabei nur Flüge von Eurowings Deutschland betroffen, nicht jedoch die der Schwestergesellschaft Eurowings Europe.
Zahlreiche Ausfälle an norddeutschen Flughäfen
Besonders stark betroffen ist der Flughafen Hamburg. Dort fallen laut Flughafen-Webseite am Montag mindestens 42 Starts und Landungen der Lufthansa-Verbindungen nach München und Frankfurt aus. Auch am Dienstag kommt es zu weiteren Flugstreichungen. Zudem wurden für Montagabend 38 gestrichene Eurowings-Flüge angezeigt.
Auch an den Flughäfen Hannover und Bremen kommt es zu Ausfällen. In Hannover wurden sieben Lufthansa-Abflüge gestrichen, darunter fünf nach Frankfurt und zwei nach München. Gleiches gilt für die Ankünfte aus diesen Städten. In Bremen wurden sämtliche Lufthansa-Verbindungen von und nach Frankfurt und München gestrichen, ebenso ein Eurowings-Flug nach Stuttgart.
Der Flughafen Hamburg bittet betroffene Passagiere, sich direkt an ihre jeweilige Fluggesellschaft zu wenden.
Hintergrund sind stockende Tarifverhandlungen
Auslöser des Warnstreiks sind festgefahrene Tarifverhandlungen zwischen der Gewerkschaft Cockpit und der Lufthansa. „Wir sehen uns zu diesem Schritt gezwungen, nachdem die Arbeitgeberseite in mehreren Tarifkonflikten keinen erkennbaren Willen zu einer Lösung zeigt“, sagte VC-Präsident Andreas Pinheiro. „Trotz eines bewussten Verzichts auf Streikmaßnahmen über die Osterfeiertage blieben ernstzunehmende Angebote aus. In dieser Zeit gab es weder eine Reaktion noch erkennbare Gesprächsbereitschaft seitens der Arbeitgeber.“
Nach Angaben der VC liegt weder bei Lufthansa und Lufthansa Cargo ein Angebot zur betrieblichen Altersversorgung vor, noch gebe es bei Lufthansa Cityline ein tragfähiges Angebot für einen neuen Vergütungstarifvertrag. Bei Eurowings sei das vorgelegte Angebot zur betrieblichen Altersversorgung inakzeptabel und bewege sich „auf einem derart niedrigen Niveau, dass es diesen Namen kaum verdient“, so Pinheiro.
Lufthansa reagiert mit Unverständnis
Die Lufthansa kritisierte den Streikaufruf deutlich. Die Streikankündigung der Spartengewerkschaft Vereinigung Cockpit „stellt eine völlig neue Stufe der Eskalation dar“, erklärte ein Unternehmenssprecher. Die Kernforderung nach einer Verdopplung einer „ohnehin schon überdurchschnittlichen und exzellenten betrieblichen Altersvorsorge“ sei aus Sicht des Unternehmens nicht erfüllbar.
Bereits am vergangenen Freitag hatte ein Streik des Kabinenpersonals der Lufthansa zu massiven Flugausfällen geführt. Rund 20.000 Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter legten ihre Arbeit nieder, wodurch bundesweit Hunderte Flüge gestrichen wurden. Auch damals waren die Flughäfen Hamburg, Hannover und Bremen betroffen.
Schon Mitte Februar kam es zu einem gemeinsamen Streik von knapp 5.000 Piloten sowie 20.000 Flugbegleiterinnen und Flugbegleitern der Lufthansa. Auch dabei fielen zahlreiche Flüge aus, Zehntausende Passagiere waren betroffen.
(Quelle: NDR)