Ärztliche Versorgung Riedlingen kämpft weiter für Kinderarztpraxis und bessere Versorgung

Riedlingen kämpft weiter für Kinderarztpraxis und bessere Versorgung
Eine bessere kinderärztliche Versorgung in Riedlingen ist das gemeinsame Ziel von CDU und SPD. Der Gemeinderat soll nun die Voraussetzungen für eine mögliche Ansiedlung schaffen. (Symbolbild: SeventyFour / iStock / Getty Images Plus

Am 8. Juni befasste sich der Riedlinger Gemeinderat mit einem Antrag der CDU. Darin ist unter anderem formuliert, dass die Stadt Riedlingen zur Einrichtung einer Kinderarztpraxis und gegebenenfalls einer Verfügungspraxis den Kauf von Teileigentumsflächen beim Gesundheitszentrum Riedlingen anstreben solle.

Weil auch die SPD diesen Antrag, wenn auch mit einer anderen Finanzierungsstrategie, unterstützt, haben wir Mathias Scheible (CDU-Fraktionssprecher) und Hannes Widmann (SPD-Fraktionssprecher) unsere Fragen übermittelt. Wir wollten wissen, wie die beiden Fraktionssprecher die Chancen beurteilen, dass nach dem CDU-Vorstoß im Gemeinderat eine Mehrheit beziehungsweise eine Möglichkeit gefunden wird, um die Ansiedlung einer Kinderarzt- und Verfügungspraxis zu erreichen. Zudem wollten wir wissen, wo und bei wem für eine positive Entscheidung noch die dicksten Bretter zu bohren sind und ob die Generierung weiterer Praxen nicht auch im Sinne der Hospitalstiftung sei. In unserer Nachfrage sprachen wir auch die „Städtereisen“ zu Fachärzten an, die eine Wirtschaftsförderung für die Apotheken und Handelsgeschäfte in diesen Kommunen darstellen.

Zielführendes Klima erzeugen

Wie Scheible und Widmann in ihrer gemeinsamen Antwort mitteilten, können sie aktuell noch nicht abschließend sagen, wie die Prüfergebnisse der Verwaltung ausfallen und wie sich die Mehrheitsverhältnisse dann darstellen werden. Scheible merkte dazu an: „Dem wollen wir auch nicht vorgreifen. Wir versuchen auf jeden Fall, ein zielführendes Klima zu erzeugen.“

Widmann wies in seiner Einlassung auf die Wichtigkeit des Vorhabens hin: „Sowohl die SPD- als auch die CDU-Fraktion sind davon überzeugt, dass man sich der Bedeutung der ärztlichen Versorgung für die Bevölkerung in Riedlingen und der Region bewusst ist.

Es gilt nun, beschrittene Wege im Zusammenhang mit einem angedachten Gesundheitszentrum konsequent und im Rahmen der Möglichkeiten weiterzugehen. Die Begrenzung der Diskussion allein auf ein bereits erfolgtes, millionenschweres kommunales Engagement bei den zu errichtenden OP-Räumlichkeiten samt Bettenräumlichkeiten (AMD) ist unseres Erachtens nicht zielführend.“

Hospitalstiftung entsprechend aufstellen

Die Fraktionssprecher von CDU und SPD verwiesen zudem darauf, dass die Aktivitäten im Kreis und in den Nachbarkommunen zeigten, dass die Sicherung der ärztlichen Versorgung mittlerweile immer auch aktives Handeln der Kommune erfordere. Scheible präzisiert: „Vor diesem Hintergrund stehen unser Ansinnen und unsere Anträge. Dank einer Gemeinderatsmehrheit hat die Stadt den Auftrag, sich der ärztlichen Versorgung nachhaltig anzunehmen, einen möglichen Erwerb von Teileigentum zu prüfen, und der Gemeindestiftungsrat muss dann die Hospitalstiftung entsprechend aufstellen. Das treiben wir im Hintergrund ebenfalls bereits voran, weil hier in der Vergangenheit auch einige Dinge nicht ideal gelaufen sind.“

Runder Tisch ein gutes Format

Erfreut zeigen sich Scheible und Widmann darüber, dass mit dem Runden Tisch zur ärztlichen Versorgung ein zielführendes Format geschaffen wurde. „Hier haben sich wichtige Akteure im Bereich der gesundheitlichen Versorgung vernetzt, um Handlungsoptionen aufzuzeigen, damit die ärztliche Versorgung vor Ort gewährleistet bleibt. Dieses Format findet aktuell statt und soll weiter ausgebaut werden. Das Engagement der Stadt in diesem Bereich ist zu begrüßen. Es gilt jetzt, nicht zurückzuschauen, sondern nach vorne zu schauen“, stellt Widmann fest.

Beide Fraktionssprecher betonen, dass ein Blick in die Nachbargemeinden und die anderen Landkreise zeige, dass gehandelt werden muss. „Wir wollen erreichen, dass mit dem neuen Engagement Pull-Effekte ausgelöst werden, die Mediziner und Unternehmen der Medizin- beziehungsweise Gesundheitswirtschaft dazu bewegen, sich vor Ort niederzulassen und Arbeitsplätze zu schaffen. Davon können auch der Einzelhandel und weitere Bereiche profitieren“, so Scheible.

Widmann verspricht, dass man am Ball bleiben werde: „Dank der aktuell getroffenen Entscheidungen werden wir das Thema jedenfalls in den nächsten Monaten weiter auf der Tagesordnung halten.“