Am 16. Juni 2016 verstarb Ursula Craemer, die sich als Vorkämpferin für eine gute Gesundheitsversorgung in Riedlingen mehr als verdient gemacht hat. Ihrem entschlossenen Einsatz war es zu verdanken, dass noch vor dem Kreistagsbeschluss zur Schließung des Riedlinger Kreiskrankenhauses die Weichen für die Bürgerinitiative zum Erhalt des Riedlinger Krankenhauses gestellt wurden.
Als sich bei den Kreiskliniken Biberach eine schwierige Lage abzeichnete, klingelten bei Craemer die Alarmglocken. Zusammen mit Ihren Mitstreitern Held und Panzer, sammelte sie 12.000 Unterschriften für den Erhalt der Riedlinger Klinik. Weil ihr bewusst war, dass dies wohl nicht reichen würde, scharte Craemer eine kleine Schar von Gleichgesinnten um sich, um alle möglichen Register zu ziehen. Das Ziel war damals eine Schließung des Riedlinger Krankenhauses zu verhindern. Schon weit vor der Gründung der Bürgerinitiative zum Erhalt des Riedlinger Krankenhauses, führte diese Gruppe über Monate bereits mehrere vertrauliche Gespräche mit dem damaligen Geschäftsführer der Kreiskliniken.
In der öffentlichen Wahrnehmung war die beeindruckende Menschenkette um das Riedlinger Krankenhaus, das Konzert auf dem Wochenmarkt, die Mahnwachen vor dem Krankenhaus und die Gründung der Bürgerinitiative die herausragenden Aktivitäten. Doch hinter den Kulissen war Craemer weiter präsent. Mit allen Kräften widmete sie sich nach dem Aus des Krankenhauses um die Schaffung von ambulanten Nachfolgestrukturen für den Wegfall der stationären Versorgung. Jahrelang war sie im Vorstand der Bürgerinitiative dabei und obwohl sie von ihrer schweren Erkrankung bereits gezeichnet war, verfolgte sie die weiteren Bemühungen der Bewegung und sorgte mit ihren Ratschlägen für wichtige Impulse. Ob es ohne den bedingungslosen Einsatz von Craemer eine Bürgerinitiative gegeben hätte, ist ungewiss. Klar ist jedoch, dass die Verstorbene noch heute als Frau der ersten Stunde und Grande Dame dieser Bewegung wertgeschätzt wird.
Mit einer gewissen Genugtuung hätte sie sicherlich den Erfolg des Ärztehauses auf der Klinge zur Kenntnis genommen, die langwierigen Diskussionen um das Ambulant Medinische Dienstleistungszentrum (AMD) und die damit verbundenen Probleme für eine Arzt- und Facharztgewinnung wohl eher nicht.
Auch in einem anderen Sozialbereich war Craemer aktiv. Jahrelang war sie im VDK Riedlingen als Vorsitzende, Ratgeberin und Helferin für Personen, die mit ihren Anliegen und Sorgen an sie herantraten.