Rund 5.280 Menschen arbeiten in der Region in der Gebäudereinigung. Die IG BAU warnt vor Altersarmut und fordert bessere Löhne sowie mehr Anerkennung für die Beschäftigten.
Zum „Tag der Gebäudereinigung“ am 15. Juni macht die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) auf die Situation der Beschäftigten im Reinigungsgewerbe aufmerksam. In den Landkreisen Ravensburg, Bodenseekreis, Biberach und Tuttlingen arbeiten nach Angaben der Arbeitsagentur insgesamt rund 5.280 Gebäudereinigerinnen und Gebäudereiniger. Die Gewerkschaft fordert einen „Respekt- und Lohn-Schub“ für die Branche.
Allein im Landkreis Ravensburg sind rund 1.970 Reinigungskräfte in 70 Gebäudereinigungsunternehmen beschäftigt. Im Bodenseekreis arbeiten rund 1.490 Beschäftigte in 64 Betrieben, im Landkreis Biberach 1.120 Beschäftigte in 38 Unternehmen und im Landkreis Tuttlingen 700 Beschäftigte in 24 Betrieben.
„Doch bei ihnen ist längst nicht alles im Reinen: Oft fehlt es am Respekt für ihre Arbeit. Und immer hapert es am Geld: Wer schrubbt, saugt und den Müll der anderen wegräumt, hält zwar alles am Laufen, verdient aber meistens nur einen Niedriglohn. Spätestens mit der Rente droht dann Armut im Alter“, sagt Christian Ribatzky, Vorsitzender der IG BAU Südwürttemberg. Für den Landkreis Tuttlingen äußert sich Petra Harich, Vorsitzende der IG BAU Südbaden, in gleicher Weise.
Gewerkschaft warnt vor Altersarmut
„Wer ein Leben lang dafür sorgt, dass die anderen ein ‚sauberes Leben‘ haben, der darf am Ende nicht auf staatliche Unterstützung angewiesen sein“, so Ribatzky. Eine Gebäudereinigerin mit Vollzeitstelle müsse beim heute in der Branche üblichen Lohn rechnerisch mehr als 70 Jahre arbeiten, um die Höhe der Durchschnittsrente zu erreichen.
„Reinigung und Rente – das ist im wahrsten Sinne des Wortes ein Armutszeugnis. Krasse Lohnunterschiede sind allerdings ein Risiko für den Zusammenhalt in der Gesellschaft – und Niedriglöhne damit sozialer Sprengstoff“, warnt Christian Ribatzky.
Die Gewerkschaft appelliert an die Bundestagsabgeordneten von CDU und SPD aus der Region, bei der anstehenden Rentenreform gegenzusteuern. „Wer ein Berufsleben lang Flure wischt, Fenster putzt und Toiletten sauber hält, hat es verdient, im Alter von der Rente in Würde leben zu können“, fordert Ribatzky.
Forderung nach kräftigem Lohnplus
Neben einer Reform der Altersvorsorge fordert die IG BAU auch höhere Löhne für die Beschäftigten. Bei der kommenden Tarifrunde müsse es ein „kräftiges Lohn-Plus“ geben.
„Darauf sollten sich die Gebäudereinigungsunternehmen in der Region schon einmal einstellen“, sagt Christian Ribatzky. Die Gewerkschaft beruft sich bei den Zahlen zu Beschäftigten und Betrieben auf Angaben der Arbeitsagentur.
(Quelle: Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt)