Im Landkreis Biberach ändern sich ab Juni die Regeln für die Entsorgung von Alttextilien. Die grünen Container der Aktion Hoffnung werden abgebaut.
Der Abfallwirtschaftsbetrieb des Landkreises Biberach erweitert zum 1. Juni 2026 das Angebot zur Sammlung von Alttextilien auf den Recyclingzentren und Wertstoffannahmestellen im Landkreis.
Künftig sollen Bürgerinnen und Bürger gut erhaltene Kleidung und Schuhe dort abgeben. Die Textilien müssen dafür gebündelt und in stabilen Säcken verpackt sein. Kleidung in gelben Säcken des Dualen Systems Deutschland wird nicht angenommen.
Gleichzeitig werden die rund 100 grünen Container der gemeinnützigen Aktion Hoffnung im Landkreis noch im Mai abgebaut. Container anderer Organisationen bleiben vereinzelt weiterhin bestehen. Auch eine Abgabe direkt bei der Sammelzentrale in Laupheim ist weiterhin möglich.
Überfüllte Container sorgen für Probleme
Der Abfallwirtschaftsbetrieb begründet die Änderungen mit zunehmenden Problemen an den Containerstandorten. In den vergangenen Monaten seien viele Container überfüllt gewesen. Zusätzlich abgestellte Säcke und lose Kleidung hätten häufig im Freien gelegen.
Wurden die Textilien durch Regen verschmutzt, konnten sie meist nur noch über den Restmüll entsorgt werden. Die Bauhöfe der Gemeinden mussten regelmäßig Müll rund um die Standorte einsammeln und die Plätze reinigen.
Nicht mehr tragbare oder verschmutzte Kleidung soll weiterhin über den Restmüll entsorgt werden.
Krise auf dem Alttextilmarkt
Nach Angaben des Abfallwirtschaftsbetriebs steckt der Markt für Alttextilien derzeit in einer tiefen Krise. Unternehmen, die gebrauchte Kleidung und Schuhe sammeln und verwerten, erzielten deutlich geringere Erlöse als noch vor einigen Jahren.
Hinzu komme, dass sogenannte Fast Fashion die Qualität der gesammelten Kleidung verschlechtere. Viele Textilien seien so minderwertig, dass sie weder als Second-Hand-Ware noch als Recyclingrohstoff geeignet seien.
Bislang hatten mehrere gemeinnützige Organisationen tragfähige Kleidung und Schuhe im Landkreis gesammelt. Dazu gehörte auch die Aktion Hoffnung Rottenburg-Stuttgart e.V., die mehr als 100 grüne Container im Landkreis betrieben hatte.
Trotz intensiver Gespräche und Bemühungen sei keine andere Lösung gefunden worden. Deshalb habe die Aktion Hoffnung entschieden, alle Alttextilcontainer im öffentlichen Raum abzubauen.
(Quelle: Landkreis Biberach)