Aus einem Urlaubstraum kann schnell ein Albtraum werden, wenn man eine nicht vorhandene Unterkunft gebucht hat. So erging es auch einem 62-jährigen Mann aus Memmingen. Sein Urlaub in Kroatien endete mit viel Ärger.
Eine Ferienwohnung in bester Lage mit tollem Ausblick – dazu ein unschlagbar günstiger Preis. Betrüger locken oft mit erfundenen Schnäppchen und kopierten Bildern. Die Angebote sind oft 50 Prozent unter dem Preis vergleichbarer Wohnungen zu haben. Detaillierte Infos zum Mietobjekt fehlen meist sowie der genaue Name und Anschrift des Vermieters, so das Europäische Verbraucherzentrum. Wichtig ist, alle Belege und Nachrichten rund um die Buchung und die Bezahlung gut zu dokumentieren.
Ferienapartment war ein Fake
Ein Mann aus Memmingen buchte über eine bekannte Internetplattform ein Ferienapartment in Dubrovnik/Kroatien. Der Urlauber leistete hierfür eine Zahlung in Höhe von knapp 700,- Euro. Als er schließlich Anfang Mai in sein Apartment einchecken wollte, musste er feststellen, dass es sich bei der angepriesenen Unterkunft um ein normal bewohntes Wohnhaus handelte und nicht um das vermeintlich gebuchte Ferienapartment, so die bayerische Polizei.
Die Betrüger erstellen professionelle Internetseiten, auf denen Pauschalreisen, Flüge oder Unterkünfte angeboten werden. Oder sie täuschen echte und als vertrauenswürdig geltende Anbieter vor. Dazu seien nicht einmal besondere technische Kenntnisse nötig – die Seiten lassen sich ganz einfach aus bestehenden Baukastensystemen von Internetanbietern zusammenstellen, so die Verbraucherzentrale.
Tipps vor und während der Buchung:
- Lassen Sie sich nicht unter Zeitdruck setzen und suchen Sie nach Erfahrungsberichten anderer Urlauberinnen und Urlauber.
- Gibt es die Unterkunft unter der angegebenen Adresse wirklich? Checken Sie die Anschrift über Online-Kartendienste.
- Nutzen Sie ebenfalls die Bilder-Suche, um zu prüfen, ob die tollen Fotos auch auf anderen Plattformen für unterschiedliche Ferienwohnungen verwendet werden, also z. B. einmal in Spanien und einmal in Kroatien. So können Sie betrügerische Angebote entlarven.
- Rat der EVZ-Experten: Checken Sie die Kontakt-Angaben des vermeintlichen Vermieters. Das geht beispielsweise über die Tourist-Information am Urlaubsort. Gleichen Sie die Daten mit denen aus dem Impressum ab. Denn nur, weil es ein Impressum gibt, heißt das nicht, dass diese zum richtigen Vermieter führen.
- Falls Sie über Plattformen wie Booking, fewo-direkt oder Airbnb buchen, kommunizieren und bezahlen Sie ausschließlich auch darüber. Lassen Sie sich niemals auf eine Kommunikation und Bezahlung außerhalb der Plattform ein!
- Sichere Zahlungsart wählen: Niemals per Überweisung zahlen, sondern per Kreditkarte oder Lastschrift. Denn im Betrugsfall kann man eine Rückbuchung von der Bank verlangen. Ähnliches gilt für Zahlungsdienstleister. ABER: Wählen Sie niemals die „Freunde und Familie“-Option, um Geld zu senden, da diese keinen Käuferschutz enthält. Tipp: Im Optimalfall maximal 20 Prozent anzahlen, den Rest erst vor Ort, wenn Sie sich vergewissern konnten, dass es die Wohnung gibt und alles passt. Quittung nicht vergessen!
- Schicken Sie niemals eine Ausweiskopie: Wenn überhaupt nur mit einer entsprechenden Kennzeichnung (z. B. Wasserzeichen oder Schwärzen nicht notwendiger Angaben), um Identitätsdiebstahl vorzubeugen.
- Achten Sie auch auf die Schutzmaßnahmen von Plattformanbietern, zum Beispiel eine Verifizierung des Vermieters. Schickt der vermeintliche Vermieter einen Personalausweis, ist das fast immer ein Zeichen von fehlender Seriosität. Auch wenn das für viele einen seriösen Eindruck vermittelt: Es könnte sich um eine geklaute Identität handeln.
Warnliste und Register gegen Betrug mit Ferienwohnung
Nicht immer lässt sich der Betrug mit der Ferienwohnung auf den ersten Blick erkennen. Aufschluss geben Warnlisten wie von der unabhängigen Informationsplattform Watchlist Internet oder die Betrugsmeldungen des Verbands deutscher Ferienhausagenturen (VDFA). Dort erhalten Verbraucherinnen und Verbraucher Informationen zu aktuellen Fake-Portalen oder Betrugsmaschen. Weitere Infos: www.evz.de
(Quelle: Europäisches Verbraucherzentrum Deutschland/Presse/Verbraucherzentrale)