Die Zahl der neuen Ausbildungsverträge ist in Deutschland zurückgegangen. Gleichzeitig interessieren sich wieder mehr junge Menschen für eine berufliche Ausbildung. Der aktuelle Berufsbildungsbericht 2026 zeigt damit ein widersprüchliches Bild des Ausbildungsmarktes.
Die berufliche Bildung bleibt laut Bundesregierung ein zentraler Baustein für Fachkräftesicherung und individuelle Zukunftschancen. Dennoch gibt es weiterhin große Herausforderungen – vor allem bei der Vermittlung zwischen Betrieben und Bewerbern.
Mehr Bewerber – aber weniger Ausbildungen
Im Ausbildungsjahr 2024/25 wurden rund 476.000 neue Ausbildungsverträge abgeschlossen – etwa 10.000 weniger als im Vorjahr. Gleichzeitig waren zum Ende des Berichtszeitraums noch 84.400 junge Menschen auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz.
Dem gegenüber standen 54.400 unbesetzte Ausbildungsstellen. Ein Grund dafür ist laut Bericht die fehlende Passung: Häufig stimmen Qualifikationen, Erwartungen oder regionale Angebote nicht überein.
Zudem gibt es starke Unterschiede zwischen einzelnen Berufen. Während in beliebten Ausbildungsberufen viele Bewerber leer ausgehen, bleiben in anderen Bereichen weiterhin Stellen unbesetzt.
Fachkräfte dringend gesucht
Trotz der aktuellen Entwicklung bleibt die Nachfrage nach qualifizierten Fachkräften hoch. Eine duale Ausbildung bietet weiterhin gute Perspektiven: Rund 79 Prozent der Auszubildenden wurden im Jahr 2024 von ihren Betrieben übernommen.
Auch Menschen mit Einwanderungsgeschichte gewinnen zunehmend an Bedeutung. Ihre Zahl in der beruflichen Ausbildung ist zuletzt um elf Prozent gestiegen.
Gleichzeitig verzeichnen schulische Ausbildungsgänge, etwa im sozialen oder pflegerischen Bereich, steigende Anfängerzahlen.
Regierung setzt auf Reformen
Mit der Qualifizierungsoffensive Berufliche Bildung will die Bundesregierung gegensteuern. Ziel ist es, die Ausbildung attraktiver zu machen und mehr Menschen für diesen Weg zu gewinnen.
Geplant sind unter anderem bessere Berufsorientierung, modernisierte Ausbildungsinhalte sowie mehr Durchlässigkeit zwischen beruflicher und akademischer Bildung. Auch junge Erwachsene ohne Abschluss sollen gezielt unterstützt werden.
Bundesbildungsministerin Karin Prien betonte, dass die berufliche Ausbildung als gleichwertige Alternative zum Studium wahrgenommen werden müsse.