Kommentar Lebensmittelversorgung – Sind bald die Regale leer?

Lebensmittelversorgung – Sind bald die Regale leer?
Steuern wir direkt auf eine Lebensmittelknappheit zu? (Bild: Pixabay)

Zu Weihnachten treffen sich die Familien, die Tische sind festlich geschmückt, aus den Küchen werden feine Speisen serviert. Doch jetzt im Vorfeld dieses Festes macht eine Pressemeldung selbst hartgesottene Mitbürger sprachlos. Steffen Greubel, Chef des Handelsgiganten Metro, sprach wegen der Versorgung mit Lebensmitteln eine deutliche Warnung aus. Nach Greubels Worten stellt in naher Zukunft nicht mehr der Preis für Lebensmittel das Problem dar, sondern deren Verfügbarkeit!

Mit seinen Aussagen trifft er die Agrarpolitik an ihrer empfindlichsten Stelle, denn von dort haben die Produzenten der Lebensmittel seit Jahren nur Gegenwind erfahren. Nun werden diese „Politik-Experten“ und ihre kruden Vorstellungen zur Grundversorgung der Menschen von einem Marktkenner gnadenlos bloßgestellt. Greubel forderte in seiner Erklärung mehr Unterstützung für die landwirtschaftliche Produktion und eine Sicherstellung der Lebensmittelversorgung.

Rums, das hat gesessen! Ob die Politiker dies hören wollen, ist eher ungewiss. Sie leben in ihrer eigenen Blase und haben offensichtlich kaum mehr Bezug zur Realität. Nicht anders ist es zu erklären, dass beispielsweise die Landwirte sie schon lange erfolglos darauf hingewiesen haben, dass die Grundversorgung im eigenen Land nicht mehr gewährleistet sei. Extrem ist dies bei Schweinefleisch der Fall, hier liegt der von Bauern im „Ländle“ produzierte Versorgungsgrad nur noch etwas über 40 Prozent. Dies ist erschreckend, aber es ist nur ein Teil der Wahrheit.

Woher kommen die restlichen rund 60 Prozent? Zum Teil vielleicht aus anderen Bundesländern, wohl aber zum Großteil aus dem Ausland. Die Politiker und auch die Verbraucher legen hier ihre Forderungen nach immer mehr Tierwohl locker auf die Seite, denn ob die in Deutschland geforderten Tierwohlstandards im Ausland eingehalten werden, kann kaum nachvollzogen werden, eine Prüfung dazu sowieso nicht. Die Forderungen nach immer mehr Tierwohl wird zwar lautstark erhoben, aber an der Ladentheke spielt dies dann kaum noch eine Rolle.

Mit den Aussagen von Greubel konfrontiert, hört man von Renate Künast (Bündnis90/Die Grünen) ganz neue Töne. Jetzt, wo der Kittel bei der Ernährungssicherheit anfängt zu brennen, soll nach Künasts Worten die Politik sicherstellen, dass Landwirte über ein ausreichendes Einkommen verfügen. Gut gebrüllt Löwe möchte man sagen, waren es doch die Grünen, die bisher wenig Rücksicht auf die Belange und Interessen der Landwirte nahmen. Ihre bisherige Ideologie zur Sicherstellung der Lebensmittelproduktion darf man getrost als gescheitert erklären. Auch aus den anderen Parteien hört man nun unisono Rufe, die heimische Landwirtschaft zu fördern, um eine Steigerung der Produktion zu erreichen. Damit geben die Politiker offen zu, dass sie hier versagt haben.

Die an den Tag gelegte Einsicht zeigt klar auf, dass weder in Berlin noch Brüssel eine weitsichtige Politik zur verantwortungsvollen Eigenversorgung betrieben wurde. Es war zu bequem aus dem Ausland, oder außerhalb der EU landwirtschaftliche Produkte nach Deutschland einzuführen. Auch die großen Handelskonzerne haben ihren Anteil dazu beigetragen. Mit ihren beinharten Preisverhandlungen haben sie die Lebensmittelproduzenten und Landwirte teilweise regelrecht in die Knie gezwungen.   

Jetzt ist es höchste Eisenbahn, die Bequemlichkeit abzulegen, um zu einer geordneten Produktion mit fairen Preisen für die Erzeuger von Lebensmitteln zurückzufinden. Ein radikales Umdenken ist angesagt. Dies nicht nur, weil sich die weltweiten Märkte immer weiter zu Ungunsten Deutschlands und Europas verschieben. Auch die strategischen Überlegungen sollten hierbei berücksichtigt werden. Sollte Russland immer weiter die Konfrontation mit der EU suchen, stehen wir vor einem riesigen Problem: Wir können uns, Stand jetzt, nur noch in Teilen selbst versorgen.

Die verheerenden Folgen möchte man sich lieber nicht vorstellen, sie wecken Erinnerungen an die „schlechten Zeiten“, wie sie verharmlosend von der Generation der 20er bis 40er des letzten Jahrhunderts benannt wurden. 

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