Kritik an Gesundheitsreform KVBW kritisiert neue Apotheken-Regelungen scharf

KVBW kritisiert neue Apotheken-Regelungen scharf
Die Kassenärztliche Vereinigung Baden-Württemberg kritisiert die geplanten neuen Aufgaben für Apotheken und fordert klare Zuständigkeiten im Gesundheitswesen. (Symbolbild: Caiaimage/Agnieszka Wozniak / iStock / Getty Images Plus)
WOCHENBLATT
WOCHENBLATT

Die Kassenärztliche Vereinigung Baden-Württemberg hält die geplanten Apothekenleistungen für einen falschen Weg. Vorstandschef Braun spricht von „Absurdistan“.

Die Kassenärztliche Vereinigung Baden-Württemberg (KVBW) übt deutliche Kritik an der geplanten neuen Apothekengesetzgebung des Bundes. Nachdem die Beratungen in den Ausschüssen abgeschlossen wurden, soll das Gesetz nun mit Änderungsanträgen im Bundestag verabschiedet werden.

Aus Sicht der KVBW zeigt das Gesetz eine problematische Entwicklung im Gesundheitswesen. Vorstandschef Dr. Karsten Braun spricht von „absurden Zügen“.

„Immer mehr werden Apotheken zum Pseudo-Ersatz für Arztpraxen bestimmt, die aufgrund von gesundheitspolitisch vorgegebenen schlechten Rahmenbedingungen wegbrechen“, erklärt Braun. Apotheken seien dafür weder ausgebildet noch gehörten diese Aufgaben zu ihrem eigentlichen Tätigkeitsbereich.

Kritik an Blutuntersuchungen in Apotheken

Besonders kritisch sieht die KVBW die geplante Möglichkeit für Apotheken, venöse Blutentnahmen und Labordiagnostik bei Erwachsenen durchzuführen.

„Weder ist geklärt, in welchen Fällen eine Blutentnahme erfolgen soll, noch nach welchen Krankheiten das Blut überhaupt untersucht werden soll“, sagt Braun. Zudem sei unklar, wie mit den Ergebnissen umgegangen werde. Die Ergebnisse müssten letztlich von Arztpraxen erklärt werden, was dort zusätzlichen Aufwand verursache.

Braun kritisiert außerdem, dass trotz aktueller Sparmaßnahmen neue Kosten im Gesundheitswesen entstünden, ohne einen erkennbaren Nutzen für die Versorgung zu schaffen.

Streit um Vergütung telemedizinischer Leistungen

Auch die Vergütung telemedizinischer Leistungen sorgt bei der KVBW für Kritik. Nach Angaben der Vereinigung sollen Apotheken für die Unterstützung von Patientinnen und Patienten bei telemedizinischen Beratungen teilweise deutlich höher vergütet werden als die behandelnden Ärztinnen und Ärzte selbst.

„Das ist alles niemandem mehr zu erklären“, so Braun. Ähnliche Unterschiede gebe es auch bei Impfleistungen.

Abschließend fordert die KVBW klare Strukturen und Verantwortlichkeiten im Gesundheitswesen. Leistungen müssten dort erbracht werden, wo sie sinnvoll und kostengünstig umgesetzt werden könnten.

(Quelle: KVBW)

Dieser Beitrag wurde unter Mitwirkung eines KI-Systems erstellt und von der Redaktion geprüft.