Seit 40 Jahren betreiben die RWU und die Pädagogische Hochschule Weingarten gemeinsam die Hochschulbibliothek. Die Einrichtung gilt als älteste Kooperation dieser Art in Baden-Württemberg und entwickelt sich kontinuierlich weiter.
Mit einem Festakt haben die RWU Hochschule Ravensburg-Weingarten und die Pädagogische Hochschule Weingarten das 40-jährige Bestehen ihrer gemeinsamen Hochschulbibliothek gefeiert. Die im historischen Fruchtkasten auf dem Martinsberg untergebrachte Bibliothek wurde 1986 gegründet und galt damals bundesweit als Pioniermodell.
Gemeinsame Bibliothek seit 1986
Was heute selbstverständlich erscheint, war Mitte der 1980er Jahre ein innovativer Schritt: Beide Hochschulen führten ihre Bibliotheksbestände zusammen und schufen mit der Hochschulbibliothek Weingarten eine gemeinsame Einrichtung für Studium, Lehre und Forschung.
Der Kooperation gingen bereits mehrere Jahre enger Zusammenarbeit voraus. Schon Ende der 1970er Jahre konnten Studierende die Bibliotheken beider Hochschulen gegenseitig nutzen. Mit der Integration des Fachbereichs Sozialwesen der RWU in die Bestände der Bibliothek der Pädagogischen Hochschule folgte 1980 ein weiterer wichtiger Meilenstein.
Bibliothek entwickelt sich kontinuierlich weiter
„Kooperation ist unsere Stärke. Wir verbinden, was auf einem gemeinsamen Campus zusammengehört – mit einem großen gemeinsamen physischen Bestand und zwei sich ergänzenden virtuellen Beständen sowie einer Vernetzung in beide Hochschulen und darüber hinaus“, sagte Bibliotheksleiter Sebastian Ackermann.
Die Bibliothek habe sich in den vergangenen Jahrzehnten stetig weiterentwickelt – von gemeinsamen Katalogen und einer einheitlichen Aufstellung der Bestände bis hin zum Ausbau elektronischer Medien und digitaler Services. Für die Nutzer sei heute nicht mehr erkennbar, welcher Hochschule ein Buch ursprünglich gehörte.
Bedeutung der Bibliothek im digitalen Zeitalter
Auch die Digitalisierung habe die Arbeit der Bibliothek grundlegend verändert. Dennoch bleibe ihre Bedeutung ungebrochen, betonte RWU-Kanzler Henning Rudewig: „Die Bibliothek steht zwar nicht im Rampenlicht, aber sie ist eine verlässliche Struktur, die freie Wissenschaft überhaupt erst ermöglicht.“ Angesichts der stetig wachsenden Informationsflut seien Orte wichtig, die Wissen zugänglich machen und wissenschaftliches Arbeiten unterstützen.
Dass Bibliotheken auch im Zeitalter künstlicher Intelligenz nichts von ihrer Relevanz verloren hätten, hob der Kanzler der Pädagogischen Hochschule Weingarten, Oliver Kohl-Frey, hervor. „Bibliotheken sind Orte mit besonderer Atmosphäre – Orte, an denen man einfach sein darf, ohne etwas konsumieren zu müssen, und an denen qualitätsgeprüfte Informationen verfügbar sind.“ Entgegen mancher Erwartungen steige die Nutzung von Bibliotheken weiterhin.
Literaturrecherche im Wandel
Wie sich wissenschaftliche Literaturrecherche im Laufe der Jahrhunderte verändert hat, erläuterte Professor Dr. Thomas Bayer von der RWU in einem Impulsvortrag. Von handschriftlichen Abschriften in Klöstern bis zu digitalen Suchmaschinen und KI-gestützten Auswertungen habe sich der Zugang zu Wissen deutlich beschleunigt. „Die Literaturrecherche ist einfacher, schneller und umfassender geworden – entscheidend wird heute die Auswahl der Informationen.“
Zum Abschluss des Festakts überreichte Christian Gras, Leiter des Informationszentrums der Pädagogischen Hochschule, den beiden Kanzlern eine Urkunde zur Würdigung der 40-jährigen Zusammenarbeit.
Neue Website und digitale Angebote geplant
Mit Blick auf die Zukunft arbeitet die Hochschulbibliothek bereits an weiteren Entwicklungsschritten. Geplant sind unter anderem eine neue Website, die Einführung des Bibliotheksmanagementsystems FOLIO sowie der weitere Ausbau digitaler Angebote. Gleichzeitig soll die Bibliothek als gemeinsamer Lern- und Begegnungsort ein zentraler Bestandteil des Campuslebens beider Hochschulen bleiben.
(Quelle: Hochschule Ravensburg-Weingarten)