Fachkräfte und Integration IHK begleitet seit zehn Jahren Zugewanderte und Betriebe in der Region Bodensee-Oberschwaben

IHK begleitet seit zehn Jahren Zugewanderte und Betriebe in der Region Bodensee-Oberschwaben
(Bild: IHK / Rolf Schultes, Drumlin Photos)
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Seit zehn Jahren unterstützt die IHK Bodensee-Oberschwaben Zugewanderte auf dem Weg in Ausbildung und Beruf. Gleichzeitig begleitet das Projekt Unternehmen bei der Integration neuer Fachkräfte.

Mit dem Projekt „Integration durch Ausbildung – Perspektiven für Zugewanderte“ (IdA) begleitet die Industrie- und Handelskammer (IHK) Bodensee-Oberschwaben seit 2016 junge Zugewanderte und Unternehmen bei der Integration in den Arbeitsmarkt. Ziel ist es, motivierte Nachwuchskräfte für eine Ausbildung zu gewinnen und Betriebe bei der erfolgreichen Eingliederung zu unterstützen.

Kostenfreie Begleitung für Betriebe und Zugewanderte

Die Projektmitarbeiterinnen Carola Schmieder, Maria Maier und Mona Wiedenmann beraten beide Seiten kostenlos und begleiten sie während des gesamten Integrationsprozesses. Die sogenannten „Kümmerer“ werden seit 2016 vom Ministerium für Wirtschaft, Handwerk und Tourismus Baden-Württemberg gefördert.

Sie unterstützen junge Zugewanderte unter anderem bei der Berufswahl, Bewerbungen und der Vorbereitung auf Vorstellungsgespräche. Gleichzeitig beraten sie Unternehmen zu allen Fragen rund um die Ausbildung zugewanderter Menschen. Der Kontakt entsteht häufig über Schulen, Sozialarbeit, Integrationsmanagement, Ehrenamtliche oder auf Initiative der jungen Menschen selbst.

Mehr als die Hälfte erfolgreich in Ausbildung vermittelt

Das Angebot richtet sich an Geflüchtete mit Aufenthaltstitel sowie an Zugewanderte aus EU- und Drittstaaten. Während zu Beginn vor allem Menschen aus Syrien, Afghanistan, dem Irak, Eritrea, dem Iran, Somalia, Nigeria und Pakistan begleitet wurden, stammen die Teilnehmenden inzwischen verstärkt aus weiteren Drittstaaten sowie aus der Ukraine.

Voraussetzungen für die Teilnahme sind unter anderem eine Schulbildung, Interesse an einer Ausbildung, ausreichende Sprachkenntnisse, Motivation sowie eine geregelte Tagesstruktur.

Bis April 2026 wurden 590 Unternehmen persönlich beraten und 379 Zugewanderte in das Förderprogramm aufgenommen. Mehr als die Hälfte der Teilnehmenden – das Durchschnittsalter liegt bei 29 Jahren, der Frauenanteil bei 38 Prozent – konnte in eine Ausbildung vermittelt werden. Weitere Teilnehmer fanden ihren Weg in Sprachkurse oder berufsvorbereitende Maßnahmen.

Bis zum 1. März 2024 beriet das Projekt zudem 177 Menschen zur Anerkennung ausländischer Berufsqualifikationen und erstellte rund 20 Anpassungsqualifizierungspläne. Diese Aufgabe übernimmt inzwischen das Welcome Center Bodensee-Oberschwaben für internationale Fachkräfte.

Netzwerk stärkt Integration und Fachkräftesicherung

Ein wichtiger Bestandteil des Projekts ist die Zusammenarbeit mit zahlreichen Partnern. Gemeinsam mit dem bundesweiten Netzwerk „Unternehmen integrieren Flüchtlinge“ organisiert die IHK digitale Informationsveranstaltungen für Unternehmen. Hinzu kommen Sommercamps, Tischmessen, Vorbereitungskurse auf Abschlussprüfungen sowie ein Ausbildungsprogramm mit der Auslandshandelskammer Türkei.

Besonders erfolgreich sind nach Angaben der IHK die seit 2022 veranstalteten Karrieremessen für geflüchtete Menschen. Sie werden gemeinsam mit der Agentur für Arbeit Konstanz-Ravensburg, dem Jobcenter Landkreis Ravensburg und der Handwerkskammer Ulm organisiert und inzwischen von der Fachkräfteallianz Bodensee-Oberschwaben finanziert. Aufgrund der positiven Resonanz wurden die Veranstaltungen auf die gesamte IHK-Region ausgeweitet.

„Die Zusammenarbeit ist seit vielen Jahren vertrauensvoll, unkompliziert und lösungsorientiert“, sagt Franz Schairer, Teamleiter des Arbeitgeber-Services der Agentur für Arbeit Konstanz-Ravensburg. Das Netzwerk ermögliche „schnelle Abstimmungen und individuelle Unterstützung für junge geflüchtete Menschen und regionale Arbeitgeber“. Das IdA-Projekt unterstütze junge Geflüchtete beim Einstieg in den deutschen Arbeitsmarkt: „Gemeinsam ebnen wir ihnen den Weg in Richtung Berufsorientierung und Ausbildung“, so Schairer. Die Zusammenarbeit sei „ein wichtiger Baustein, um Potenziale frühzeitig zu erkennen, Betriebe und Jugendliche zusammenzubringen und so die Basis für eine langfristige Integration zu schaffen“.

Weitere Angebote im laufenden Jahr

Auch 2026 setzt die IHK das Projekt fort. Im September ist eine Last-Minute-Ausbildungsbörse geplant, im November folgt ein Bewerbertraining. Ziel bleibt es, Unternehmen und motivierte Nachwuchskräfte frühzeitig zusammenzubringen und zusätzliche Perspektiven für den regionalen Arbeitsmarkt zu schaffen.

(Quelle: MediaPartner Ravensburg Im Auftrag der IHK Bodensee-Oberschwaben)