Kommentar: Die Wetterwarte Süd darf nicht vor die Hunde gehen

Viele Jahre galt Roth nicht nur als „Wetter-Guru“, er warnte schon vor gut 40 Jahren vor dem Klima-Wandel und wurde deswegen oft belächelt und verspottet.
Viele Jahre galt Roth nicht nur als „Wetter-Guru“, er warnte schon vor gut 40 Jahren vor dem Klima-Wandel und wurde deswegen oft belächelt und verspottet. (Bild: Dieter Ege)

Vor 56 Jahren gründete der damalige Schüler Roland Roth die Wetterwarte. Damals war ihm sicher nicht bewusst, was er damit auslösen würde. Heute ist die Wetterwarte Süd das zweitgrößte Messnetz neben dem Deutschen Wetterdienst.

Dr. Wilfried Steuer, damaliger Landrat des Kreises Biberach, erkannte schon in den frühen 70er Jahren den Wert und den Nutzen dieser Einrichtung. Mit 6.000 Mark unterstützte er Roth großzügig beim Aufbau seiner Wetterwarte.

Viele Jahre galt Roth nicht nur als „Wetter-Guru“, er warnte schon vor gut 40 Jahren vor dem Klima-Wandel und wurde deswegen oft belächelt und verspottet. Heute tut das fast keiner mehr. Seine Wetter-Expertise und seine Vorträge wurden Jahr für Jahr immer begehrter, heutzutage sind sie nahezu unverzichtbar. Unverzichtbar auch für die Finanzierung der Wetterwarte, denn alle Einnahmen flossen zu 100 Prozent in deren Betrieb.

Lange Zeit waren die Menschen für die Wetterprognosen und Dienstleistungen der Mannschaft um Roland Roth dankbar. Das hat sich allerdings in den letzten Jahren stark verändert. Als schlechtes Beispiel sei dafür der Bauernverband genannt. Jahrzehntelang wurden die Dienste der Wetterwarte Süd gerne in Anspruch genommen, dafür auch ein Obolus entrichtet.

Doch vor ein paar Jahren zogen die Entscheider des Bauernverbandes der Wetterwarte den Stecker, die Zusammenarbeit wurde beendet, die Bezahlung dafür auch. So, oder so ähnlich ergeht es den „Wettermachern“ immer wieder. Sie sollen Dienstleistungen erbringen, zahlen will keiner dafür, ein Dankschön gibt es auch nicht mehr.

Was aber, wenn es die Wetterwarte Süd nicht mehr gibt? Woher kommen dann die präzisen Vorhersagen, wer warnt dann vor lokalen Unwetterereignissen? Woher bekommen von Elementarschäden betroffene Privatpersonen, Firmen und Behörden einen Nachweis, der die Versicherer zum Schadenersatz zwingt?

Für das gesamte Messgebiet wäre es eine Katastrophe, wenn die Wetterwarte Süd einpacken müsste. Es kann und darf nicht sein, dass diese so wichtige Dienstleistung aus der Region verschwindet. In Oberschwaben und den angrenzenden Gebieten gibt es viele Global Player, Banken und Institutionen, die der Wetterwarte mit einer Bannerwerbung helfen könnten, ihren Bestand zu sichern.

Auch Privatpersonen haben bald die Möglichkeit helfend einzugreifen. Hoffentlich tun sie es alle Ex-Landrat Steuer nach, der fragte damals nicht lange nach, sondern half tatkräftig.

Die Wetterwarte Süd darf nicht vor die Hunde gehen!                 

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