Letzte Rettung für Tiere: Amtzeller Gnadenhof ist auf Spenden angewiesen

Letzte Rettung für Tiere: Amtzeller Gnadenhof ist auf Spenden angewiesen
Der „Argenhof“ und seine tierischen Bewohner brauchen Unterstützung. Jeder Euro zählt. (Bild: Argenhof - Gnadenhof Lebenswürde für Tiere e.V.)

Auf dem „Argenhof“ steht die Wiedereingliederung von verhaltensauffälligen Tieren im Vordergrund. Ohne die letzte Zuflucht wären viele der liebenswerten Geschöpfe heute wohl tot. Nun sind der Hof und seine Bewohner auf finanzielle Unterstützung angewiesen.

Ein Neuanfang und die Chance auf glückliches Leben: Danach strebt nebst Mensch auch Tier. Viele der kleinen und traumatisierten Seelen haben im Argenhof in Amtzell einen Weg zurück zum Glück gefunden. In dem „Tierasyl“ bekommen sie eine letzte Zuflucht, die sie woanders nicht mehr finden konnten. Umschlungen von der Argen, einem Wildwasserfluss von einmaliger Schönheit, bietet der 7,5 Hektar große Hof, ein ehemaliges Reemtsma-Gestüt, mit seinen Stallungen, seinen für das Allgäu typischen sanften Hügeln und Wiesen Heimat, Schutz und Geborgenheit für über 170 kleine und große Tiere – und das bis an ihren Lebensabend. Alles was sie hier erfahren ist: Rehabilitation, Glück und Lebensfreude.

(Bilder: Argenhof – Gnadenhof Lebenswürde für Tiere e.V.)

Aggressive und traumatisierte Tiere werden geheilt

Tiere wie zum Beispiel die Katze Lola oder der Hund Jim Knopf. Lola fügte ihrem Besitzer schwere Verletzungen im Gesicht zu, sodass er genäht werden musste. Jim Knopf, ein recht aggressiver Vierbeiner, der nur noch wie wild um sich biss – beide erfuhren im Argenhof in Amtzell, dass es auch anders geht.

„Unser Schwerpunkt liegt auf der Wiedereingliederung von verhaltensauffälligen Hunden und Pferden. Aber auch andere Tiere, die nirgendswo anders eine Chance bekommen und kurz vor der Einschläferung stehen, finden auf dem Argenhof ein Zuhause auf Lebenszeit“, erzählt Tamara Franek, die die Leitung der Kommunikation und Verwaltung auf dem Hof übernimmt.

Die tatkräftigen Mitarbeiter und die vielen Freiwilligen – circa 60 an der Zahl – geben tagtäglich alles dafür, den Tieren Liebe und Verständnis zu zeigen. Auch wenn das nicht immer leicht ist, bleiben sie am Ball und erreichen Großartiges.

Müde, zufrieden und mit vollem Herzen: Hier lernen selbst die härtesten Ausreißer, was Liebe ist.
Müde, zufrieden und mit vollem Herzen: Hier lernen selbst die härtesten Ausreißer, was Liebe ist. (Bild: Argenhof – Gnadenhof Lebenswürde für Tiere e.V.)

Raus aus der Angst, rein ins Vertrauen

Jedes der Tiere hat zwei Bezugspersonen, die täglich für sie da sind und sie liebevoll mit Beschäftigung und Schmuseeinheiten zurück in ein angstfreies Leben holen. Das ist gerade bei der Arbeit mit teils schwer traumatisierten Tieren unverzichtbar.

Jim Knopf beispielsweise hat mit seinen 2,5 Jahren bereits viel erlebt. Wegen extremer Aggressionsprobleme kam er nach Amtzell: „Er kam mit schweren Verletzungen am Maul, einem immens angeschwollenen Kopf und großen Angstzuständen zu uns. Aus lauter Verzweiflung biss er nur noch um sich und griff alles, was sich bewegte, an. Inzwischen hat Jim sehr großes Zutrauen in sich selbst, er liebt Abenteuer und er schafft es immer öfter, auch in für ihn schwierigen Situationen, die Nerven zu behalten. Menschen mag er immer mehr, besonders freut er sich über spannende Beschäftigungsmöglichkeiten. Er liebt das Trailen und viele Streicheleinheiten“ heißt es auf der Website des Hofes, auf der regelmäßig Updates zu den Tieren und deren Entwicklung eingestellt werden.

Viel Geduld und noch mehr Vertrauen ist im Gnadenhof der Schlüssel zum Erfolg.
Viel Geduld und noch mehr Vertrauen ist im Gnadenhof der Schlüssel zum Erfolg. (Bild: Argenhof – Gnadenhof Lebenswürde für Tiere e.V.)

Zu den Argenhof Tieren zählen neben Hunden und Pferden auch Katzen, Lamas, Esel, Wildschweine und die klassischen, sogenannten „Bauernhoftiere“ wie Rinder, Enten, Hühner, Gänse, Ziegen, Schafe und Schweine. Ebenso können Wildtiere wie Krähen, Milane und Tauben hier unterkommen und Welpen, die ihre Mütter verloren haben, werden mit der Flasche großgezogen.

RTL zu Besuch in der „Arche an der Arge“

Ende des vergangenen Jahres hat das Team aus Amtzell Besuch vom Fernsehen erhalten. Ein toller Beitrag von Punkt 12 zeigt, welch wichtige Rolle der Hof für die kleinen Tierseelen einnimmt.

Das Video Rettung in letzter Sekunde! Diese Hunde standen auf der Todesliste ist bei RTL zu finden.

„Es ist niemals einfach, aber im Moment ist es besonders schwer“

Die beeindruckende Arbeit des Teams und die Versorgung der Tiere werden ausschließlich über Spenden finanziert. Rund 1000 kg Futter werden täglich benötigt, um alle die hungrigen Mäuler zu sättigen. Die laufenden Betriebskosten steigen, die Spendenbereitschaft geht zurück: Eine Kombi, die womöglich für das Ende des Tierasyls sorgen könnte.

 „Wir haben uns zu einem Spendenaufruf entschieden, da wir aktuell in der schwierigen Situation sind, dass einerseits die Kosten für so ein Projekt immer weiter steigen (Betriebskosten wie Strom, Futtermittel, Baumaterial aber auch Tierarztkosten), andererseits die wirtschaftliche Lage die Menschen immer mehr verunsichert. Aus diesem Grund ist die Spendenbereitschaft leider rückläufig“, so Tamara Franek.

(Bilder: Argenhof – Gnadenhof Lebenswürde für Tiere e.V.)

Ein Herz für Tiere – eure Gelegenheit Gutes zu tun

Auf der Plattform betterplace.org sollen nun 20.000 Euro zusammenkommen, um den Hof und seine Bewohner am Leben zu halten. Die Hoffnung in die Aktion ist groß:

„Uns liegt das Projekt Argenhof – Gnadenhof Lebenswürde für Tiere e.V. so sehr am Herzen, da uns das Leben selbst das Wichtigste ist. Der Argenhof vertritt die Philosophie: Mensch = Tier = Natur, aus Respekt vor dem Leben, Beispiel geben. Wir möchten nicht nur den Tieren, welche zum Teil sehr schwere Schicksale erlebt haben ein Zuhause voll Sicherheit und Geborgenheit geben, sondern auch ein Ort der Begegnung für Mensch und Tier sein, um Menschen, welche selbst schwere Schicksale erlebt haben, neue Kraft und Zuversicht zu geben“

Die Spenden werden ausschließlich für die alltägliche und medizinische Versorgung der Argenhof Tiere sowie im Allgemeinen für den Erhalt des Argenhofs verwendet. Das heißt konkret, für Futter-, Tierarzt-, Personal-, Renovierungs- und Verwaltungskosten. Hinzu kommen die vielen alltäglichen Dinge, wie Waschmittel, Einstreu, Handwerkszeug wie Rechen, Schaufeln,…

„Der Argenhof lebt nur durch Eure Unterstützung!“ Alle Infos rund um die bemerkenswerte Arbeit der Tierliebhaber gibt es unter der-argenhof.de. Auf der Spendenwebsite kann man den Argenhof unterstützen.

(Quelle: Tamara Franek, der-argenhof.de, rtl.de)