Landesnaturschutzpreis für Interreg-Projekt des BUND Naturschutz

Landesnaturschutzpreis für Interreg-Projekt des BUND Naturschutz
Schaffung neuer Gelbbauchunkengewässer im Rohrach. (Bild: BN/BUND Naturschutz Kreisgruppe Lindau)
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Redaktion

Lindau – Am 9. Februar ist es soweit, der BN – Lindau kann die Früchte einer vierjährigen Arbeit ernten: Zusammen mit 10 weiteren Projektpartnern rund um den Bodensee erhalten die Lindauer Naturschützer den Landesnaturschutzpreis 2020 des Landes Baden-Württemberg

2019 endete das Interreg-Projekt „Kleingewässer für die Bodenseeregion – Netzwerk für Artenvielfalt und Umweltbildung “. Zehn Partner aus Umweltverbänden und Kommunen rund um den Bodensee legten Kleingewässer an, pflegten sie und vermittelten deren hohe Bedeutung durch Führungen und Aktionen.

(Bild: BN/BUND Naturschutz Kreisgruppe Lindau)

Die BN-Kreisgruppe hat in diesem Rahmen neun Kleingewässer im Landkreis Lindau angelegt. Drei Tümpel konnten in der Gemeinde Maria Thann entstehen, drei Tümpel in Weiler. Auch in Ellhofen wurden auf einer Pachtfläche der Kreisgruppe zwei Tümpel geschaffen. Alle diese Kleingewässer wurden schon im ersten Jahr von Wasserinsekten und Amphibien besiedelt. Im Rohrach wurde ein Gewässer für Gelbbauchunken wieder gepflegt und für die Gemeinde Wasserburg ein Konzept für die Reaktivierung des Birkenrieds erstellt.

Schwierigkeiten blieben aber auch nicht aus: Zwei trockene Sommer, durchbrochen von sintflutartigen Regenfällen, aber auch die massenhafte Vermehrung von Springkraut an den kurzzeitig offenen Böden waren eine große Herausforderung. Dank des fachlichen Austausches bei den jährlichen Partnertreffen und des ehrenamtlichen Einsatzes vieler Helfer vor Ort war die Unterstützung für Projektleiterin Claudia Grießer immer groß.

„Erstmals haben wir  bei einem Interreg-Projekt auch die Umweltbildung in den Mittelpunkt gerückt“, so die Diplombiologin. Der im Rahmen des Projekts erstellte Film zum Projekt wurde in Lindau gedreht. „Hier kam unsere extra entwickelte Gewässerrallye zum Einsatz. Der Film kann auf unserer Homepage angesehen werden“, so Grießer (https://lindau.bund-naturschutz.de/projekte/interreg-projekt.html). Die Bereitstellung von Artensteckbriefen für die Veröffentlichung in örtlichen Medien und die Ausarbeitung der Gewässerrallye für Gruppen-, Schul- und Familienführungen schätzten alle Partner besonders. Dies kam auch bei der Abschlussveranstaltung zum Ausdruck. Die vom Regierungspräsidium Tübingen angereisten Vertreter des Interregbüros, die während der Laufzeit die Verwendung und Auszahlung der EU-Gelder überwachten, waren begeistert von der Fülle an umgesetzten Naturschutz- und Umweltbildungsmaßnahmen. Dass die mit dem Naturschutzbund Vorarlberg gemeinsam entwickelte Gewässerrallye großen Anklang findet, zeigt sich auch daran, dass Geschäftsführerin Claudia Grießer bereits als Referentin für Fortbildungen nach Konstanz und ins Naturschutzzentrum Wilhelmsdorf eingeladen wurde.

Ganz besonders bedankt sich Dr. Maximilian Schuff, stellv. Vorsitzender der Kreisgruppe, bei allen ehrenamtlichen Helfern, besonders der Gruppe in Ellhofen, und bei Dr. Günter Heim aus Weiler , sowie der Familie Wetzel in Maria-Thann, die Flächen für die Anlage von fünf Tümpeln zur Verfügung stellten. „Ohne die finanzielle Unterstützung durch die Firma Hochland, Heimenkirch, die Firma Rudolph-Concrete und die Gemeinde Wasserburg wäre das Projekt nicht möglich gewesen“, so Schuff. Denn bei allen Förderprojekten müssen eigene finanzielle Mittel eingebracht werden.

Die positive Resonanz dieses EU-Projekts bestärkt die Kreisgruppe in der erneuten Beteiligung bei Interreg. Sie ist bereits zu Vortreffen eingeladen und auf Themensuche.