Land fördert erneut „Toiletten für Alle“ mit rund 200.000 Euro

Land fördert erneut „Toiletten für Alle“ mit rund 200.000 Euro
Auf dem Dach einer öffentlichen Toilette sind Piktogramme für Wickelraum, Behindertentoilette, und Damen-/Herren-WC angebracht. // Symbolbild (Bild: picture alliance/dpa | Monika Skolimowska)
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Redaktion

Unteruhldingen/Bad Wurzach (pr/le) – Das Ministerium für Soziales, Gesundheit und Integration stellt rund 200.000 Euro für die Einrichtung von weiteren öffentlichen Toiletten bereit, die speziell auf die Bedürfnisse von Menschen mit besonders schweren Behinderungen ausgerichtet sind. Demnächst gibt es auch eine im Pfahlbauten Museum in Unteruhldingen.

Baden-Württemberg ist bislang das einzige Bundesland, das eine solche Ausstattung fördert

Inzwischen gibt es knapp 70 „Toiletten für Alle“ im Land, 18 weitere sind derzeit in der Planung oder Umsetzung. Die Standorte gibt‘s unter https://www.toiletten-fuer-alle-bw.de/.

Möglichkeit für den Wechsel von Inkontinenzmaterial

„Menschen mit Behinderungen sollen selbstverständlich am gesellschaftlichen Leben teilhaben können“, sagte Sozial- und Integrationsminister Manne Lucha heute in Stuttgart. „Vor wenigen Jahren gab es in Baden-Württemberg noch kaum öffentlich zugängliche ‚Toiletten für Alle‘. Um beispielsweise Inkontinenzmaterial zu wechseln, musste man unterwegs etwa auf den Boden einer Rollstuhltoilette oder die Rückbank eines Autos ausweichen.

Mobile Varianten bei Veranstaltungen im Freien

Viele Menschen verzichteten daher ganz darauf, das Haus für längere Zeit zu verlassen.“ Um die Situation zu verbessern, fördert das Land seit einigen Jahren die Ausstattung geeigneter Räume als „Toilette für Alle“. Dazu gehören auch mobile Varianten, die beispielsweise in einem entsprechend ausgestatteten Container bei Veranstaltungen im Freien aufgestellt werden können.

Gemeinden und Vereine können Förderanträge stellen

Die Planung zur Ausstattung wird vor Antragstellung mit dem Landesverband für Menschen mit Körper- und Mehrfachbehinderung Baden-Württemberg e. V. abgestimmt und von diesem geprüft. Förderanträge für eine „Toilette für Alle“ können von Gemeinden und Kreisen, öffentlich-rechtlichen oder private Organisationen, Vereinen und Trägern von öffentlich zugänglichen Einrichtungen gestellt werden.

Wo gibt es bereits welche?

Mittlerweile gibt es „Toiletten für Alle“ beispielsweise im Erlebnispark Tripsdrill (Cleebronn), im Bäderpark in Leimen, im Naturschutzzentrum Wurzacher Ried in Bad Wurzach oder in der Klettpassage sowie in der Mercedes Benz Arena in Stuttgart, im Europapark Stadion in Freiburg und demnächst auch im Pfahlbauten Museum in Unteruhldingen.

Bequeme Liegefläche muss sein

Was gehört zu einer „Toilette für Alle:“ Eine höhenverstellbare Liege und ein elektrischer Personen-Lifter, der Personen sicher vom Rollstuhl auf das WC oder die Liege hebt. Dort liegen sie bequem und hygienisch, während die Begleitperson die Inkontinenzeinlage wechseln kann. Komplettiert wird die „Toilette für Alle“ durch einen luftdicht verschließbaren Mülleimer.

Hilfe zur Teilhabe an der Gesellschaft ist wichtig

Zu den Betroffenen zählen vor allem Menschen mit angeborenen schweren und mehrfachen Behinderungen, Menschen mit Schädel-Hirn-Trauma, Menschen, die an Multipler Sklerose erkrankt sind, Menschen mit Querschnittlähmung sowie ältere Menschen, die schwer pflegebedürftig und/oder dement sind. Angesichts der steigenden Zahl der hochbetagten Menschen kann davon ausgegangen werden, dass die Zahl der Betroffenen künftig weiter zunehmen wird.

(Quelle: MINISTERIUM FÜR SOZIALES, GESUNDHEIT UND INTEGRATION)