Kommunale Gesundheitskonferenz zur hausärztlichen Versorgung im Bodenseekreis

Kommunale Gesundheitskonferenz zur hausärztlichen Versorgung im Bodenseekreis
v.l.n.r.: Sozialdezernent Ignaz Wetzel, Nicola Sprung von der der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg, Landrat Lothar Wölfle und der Leiter des (Bild: Landratsamt Bodenseekreis)

WOCHENBLATT
Redaktion

Auch in den Gemeinden des Bodenseekreises wird es für die Menschen zunehmend schwieriger, eine Hausärztin oder einen Hausarzt zu finden. Um die hausärztliche Versorgung im Landkreis langfristig und in guter Qualität sicherzustellen, haben sich im November Vertreterinnen und Vertreter der Ärzteschaft, des Gesundheitsamtes Bodenseekreis, der Krankenkassen, der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg sowie einiger Städte und Gemeinden auf der kommunalen Gesundheitskonferenz in Friedrichshafen-Ettenkirch zu einem Austausch getroffen.

Gesprochen wurde über den Nachwuchs- und Fachkräftemangel bei den Hausärztinnen und Hausärzten. Im Bodenseekreis kommt im ländlichen Raum aktuell nur ein Hausarzt auf rund 1.600 Einwohnerinnen und Einwohner. Die Gründe hierfür sind vielfältig. Eine der Ursachen ist, dass die jungen Ärztinnen und Ärzte eine moderne Work-Life-Balance bevorzugen, also Arbeit in Teilzeitmodellen oder in gemeinschaftlichen Ärztepraxen. Gleichermaßen schwer wiegt, dass in vielen Gemeinden angemessene und barrierefreie Räumlichkeiten fehlen, die sich als Praxisräume eignen.

Um dieser Entwicklung in den kommenden Jahren entgegentreten zu können, sollen im Bodenseekreis attraktivere Arbeitsmöglichkeiten für die jungen Ärztinnen und Ärzte geschaffen werden. Im Fokus steht dabei auch die engere Zusammenarbeit und das Lernen von anderen Landkreisen in Bezug auf digitale Lösungen. Denn langfristig gilt es, Versorgungslücken zu erkennen und gezielt innovative und integrierte Versorgungsmodelle zu entwickeln.

Doch nicht nur die medizinische Versorgung im ländlichen Raum stand auf der Agenda der Gesundheitskonferenz. Das Bündnis „Seelische Gesundheit“ stellte seine bisherigen Aktivitäten vor und berichtete über den aktuellen Stand der Konzeptionierung eines digitalen Wegweisers. Zudem waren die Palliativversorgung und die Bewegungsförderung im Kindergarten ein Thema.

„Das Treffen war sicherlich ein wichtiger Auftakt, um die Probleme in der medizinischen Versorgung im Bodenseekreis anzupacken. Diese gesamtgesellschaftliche Aufgabe kann nur mit allen Akteuren gemeinsam erfolgreich gemeistert werden. Als Landkreis wollen wir natürlich unseren Teil dazu beitragen, damit die Menschen auch zukünftig langfristig und mit einer entsprechenden Qualität auf ihre medizinische Versorgung zählen können“, so Landrat Lothar Wölfle.

(Pressemitteilung: Landratsamt Bodenseekreis)