„Wendekurs“ Inklusives Segelangebot für Kinder und Jugendliche beim WYC in Friedrichshafen

Inklusives Segelangebot für Kinder und Jugendliche beim WYC in Friedrichshafen
Kindern und Jugendlichen im Alter zwischen 10 und 25 Jahren soll in Friedrichshafen die Möglichkeit geboten werden, den Segelsport auszuprobieren und kennenzulernen. (Bild: WYC)

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Die TURNING POINT Stiftung gGmbH und der Württembergische Yacht-Club e.V. laden im Juni zu einem Inklusionsprojekt unter Segeln ein.

Unter dem Titel „Wendekurs“ planen der Württembergische Yacht-Club und die TURNING POINT Stiftung Anfang Juni ein dreitägiges Inklusionsprojekt. Die Stiftung nutzt den Segelsport für die Inklusion von Menschen mit geistigen oder körperlichen Einschränkungen sowie sozial Benachteiligten. Ziel ist es, diesen Personen durch das Erlebnis an einem Segeltag lebensverändernde Erfahrungen zu ermöglichen.

Vom 14. bis 16. Juni bietet der Württembergischen Yachtclub gemeinsam mit der TURNING POINT Stiftung Kindern und Jugendlichen im Alter zwischen 10 und 25 Jahren die Möglichkeit, in Friedrichshafen den Segelsport auszuprobieren und kennenzulernen. Gesegelt wird auf Sonar-Booten, einer ehemaligen paralympischen Bootsklasse.

Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene mit körperlichen, psychischen und/oder geistigen Einschränkungen oder aus schwierigen sozialen Verhältnissen erhalten nicht immer und selbstverständlich gleiche Chancen zur Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Ziel ist Mut und Selbstvertrauen durch den Segelsport in der Gemeinschaft auf und aus zubauen.

TURNING POINT sieht im Segelsport das Potential für einen persönlichen Wendepunkt. Beim Segeln steht die Teambildung im Fokus: Alle an Bord haben eine Aufgabe, jede und jeder bringt sich ein. Bisher nicht benötigte Fähigkeiten und Kompetenzen werden entdeckt und angewandt. Der Umgang mit Natur und Technik im Team vermittelt Selbstbewusstsein​ und kann Stärke geben, das eigene Leben besser zu gestalten​. Obwohl Segeln solche Chancen bereithält, haben benachteiligte Menschen häufig keinen Zugang zum Segelsport.​

Dem Präsidenten des Württembergischen Yacht-Clubs, Oswald Freivogel, und seinem Team ist wichtig, Menschen mit Handicap durch das „Wendekurs“-Projekt das aktive Segeln zu ermöglichen. Dass dies eine Initialzündung für den einen oder anderen Teilnehmer sein kann, hofft Jens Kroker von der TURNING POINT Stiftung. „Wir werden sicherstellen, dass die Zielgruppe auch nach dem ‚Wendekurs‘ bei uns weiter segeln kann“. so Freivogel. „Dafür wollen wir ein regelmäßiges Inklusionssegeltraining etablieren.“ Jens Krokers Erfahrung ist, dass bis zu 30 Prozent der Kursteilnehmer im Anschluss weitermachen.

Der WYC will Kinder und Jugendliche vor allem aus Friedrichshafen und Umgebung ansprechen. Aktuell wird dafür der Kontakt zu Schulen sowie zu Einrichtungen und Institutionen der Zielgruppe aufgebaut.

Damit der Württembergische Yacht-Clubein regelmäßiges Angebot für Menschen mit geistigen oder körperlichen Einschränkungen sowie sozial Benachteiligten etablieren kann, unterstützt die TURNING POINT Stiftung den Club bei der Organisation des „Wendekurses“ und auch danach. „Durch Schulung der Trainer im Umgang mit der Zielgruppe werden Praxisabläufe verinnerlicht. Dieses inklusive Angebot etabliert sich wünschenswerterweise langfristig am Bodensee“ so Kroker, der selbst drei Mal erfolgreich an paralympischen Spielen teilgenommen hat. Er und sein Trainer Bernd Zirkelbach werden an dem „Wendekurs“-Wochenende dabei sein und ihre Erfahrungen weitergeben.

Qualifizierte Trainer begleiten die Boote. „Gemeinsam verfolgen wir das Ziel, durch das Segeln neue Erfahrungen zu ermöglichen. Segeln baut Barrieren ab, fördert die Teambildung, gibt Menschen mit Einschränkungen die Chance, mehr Selbstvertrauen zu gewinnen. Somit werden Wendepunkte im Leben geschaffen!“ Diese Meinung teilen alle Beteiligten. Vorkenntnisse sind für Teilnehmer am „Wendekurs“ nicht nötig.

(Vereinsmitteilung: Württembergischer Yacht-Club)