Ein April wie einst der Wonnemonat Mai Wetterstatistik der Wetterwarte Süd für April 2026

Wetterstatistik der Wetterwarte Süd für April 2026
Frühlingshaftes Wetter im April: Viel Sonne, trockene Böden und kaum Regen prägten die Witterung in der Region. (Bild: KI-generiert)
WOCHENBLATT
WOCHENBLATT

Von wegen wetterwendischer, launischer April. Das war einmal. Die Kombination aus fehlendem Regen, geringer Luftfeuchte, intensiver Sonneneinstrahlung und dem beinahe permanent wehenden Wind hat in diesem Frühjahr, wie so häufig in den letzten Jahren, zu einer ausgeprägten Trockenheit geführt.

Eigentlich hätte man auch den Aprilrückblick des Vorjahres veröffentlichen können, es wäre wohl kaum jemanden aufgefallen, so nah liegen die Wetterparameter beieinander. Erneut dominierten Hochdrucklagen die Witterung.

Nach einem frischen Monatsbeginn, verbreitet mit frostigen Nächten, ging es pünktlich zu Ostern steil bergauf. An den Feiertagen konnte man hierzulande Temperaturen genießen wie normalerweise um diese Zeit auf Mallorca. Allerdings nur tagsüber, denn nachts blieb es bis zum Monatsende empfindlich frisch, da sich die Luft bei vielfach sternklarem Himmel und fehlender Feuchte stark abkühlen konnte.

Am 10. verdrängte Nordseeluft die laue Frühlingsluft und es fiel auch mal etwas Regen, meist jedoch in homöopathischer Form. Zwischen dem 12. und 15. bildete sich eine kompakte, äußerst zähe Wolken- und Hochnebeldecke und sorgte für triste Novemberstimmung. Ohne die viertägige „Sonnenfinsternis“ wäre dieser April nahe an den Spitzenwert aus dem Jahr 2007 gekommen. Trotz dieser trüben Wetterphase gab es flächendeckend etwa ein Drittel mehr Sonnenscheinstunden als im statistischen Mittel.

Tiefste Temperatur am 03.: – 2,6°C (- 2,4°C)
Höchste Temperatur am 25.: + 24,8°C (+ 26,1°C)
Durchschnittliche Monatstemperatur: + 10,9°C (+ 11,3°C)
Monatssumme des Niederschlags: 13,9 mm (23,1 mm)
Gesamtsonnenscheindauer: 242,9 Stunden (253,0 Stunden)
 
(Die Messwerte beziehen sich auf die Wetterzentrale in Bad Schussenried,
die Zahlen in Klammern geben die Vorjahreswerte an!)

Auf die Aprilfrische folgten überwiegend warme und ausgesprochen sonnenscheinreiche Tage. Die regenbringenden Tiefausläufer machten einen großen Bogen um unsere Region, Mensch und Natur warteten vergeblich auf das herbeigesehnte Wasser von oben. Es herrschte eine hohe Waldbrandgefahr, von den Oberflächengewässern und dem Grundwasser wurden auffallend niedrige Pegel vermeldet und die Luft war stark angereichert mit Pollen und Aerosolen oder auch durch Saharastaub.

Sämtliche Wetter- und Niederschlagsstationen im Messnetz der Wetterwarte Süd, knapp 300 an der Zahl, verzeichneten einen markant zu trockenen April. Gebietsweise fielen weniger als zehn Liter auf den Quadratmeter. An der Zentrale in Bad Schussenried registrierte man mit 13,9 Liter/m² (30-jähriger Mittelwert: 64,3 Liter/m²) den zweittrockensten April seit Aufzeichnungsbeginn im Jahre 1968. Lediglich 2009 wurde mit 10,9 Liter/m² noch etwas weniger Nass erfasst.

Deutlich zu warme Tage, unterdurchschnittlich kalte Nächte, in der Summe aber ein Temperaturüberschuss von eineinhalb bis zwei Grad, wobei der zeitweilig unangenehm garstige Nordostwind das Wärmeempfinden mitunter spürbar dämpfte. Der wärmste Tag war der 25. (Samstag), an dem in Bad Saulgau, Herbertingen-Marbach, Ravensburg und Bad Schussenried-Reichenbach sogar die Sommermarke von 25 Grad übertroffen wurde.

Nach der wochenlangen Trockenheit wären nun mehrere satte Frühlingsregen dringend nötig. Bleibt nur zu hoffen, dass dann nicht wieder zu viel des Guten vom Himmel kommt, Starkniederschläge ausgelöst von Höhentiefs und heftigen Gewittern. Auch das war in den letzten Jahren öfters zu beobachten, gerade nach so einer langen Zeit eingefahrenen Wetterlage.

WWS-roro