Dass sich der Nebel im Winterhalbjahr gerade hierzulande in den Niederungen hartnäckig halten kann und den Südwesten der Republik in zwei völlig unterschiedliche Wetterzonen teilt, ist nichts Neues, in diesem Dezember allerdings besonders ausgeprägt.
Rekord-Nebel, extreme Luftfeuchte und große Sonnenunterschiede
Während im vergangenen Monat in weiten Teilen Oberschwabens, am Bodensee und dessen Hinterland, an Donau und Iller sowie im bayerischen Schwaben, also den klassischen Nebelregionen, mickrige 15 bis 30 Stunden Sonnenschein registriert wurden, davon allein acht an Silvester, durfte man auf den Berghöhen öfters strahlendes Himmelblau genießen. Im Raum Meßstetten, in den Herbst- und Wintermonaten neben Buchenberg im Oberallgäu häufig die Sonnenstube schlechthin waren es in der Summe mehr als 100 Stunden. So ungerecht kann Wetter sein. Dabei zahlen die Menschen unterm tristen, feucht-trüben Dauergrau gleich viel Steuern wie die, welche wochenlang von mildem Sonnenschein in trockener Luft verwöhnt wurden. An der Wetterzentrale in Bad Schussenried verbuchte man mit einer durchschnittlichen Luftfeuchte von 97,7 % einen absoluten, allerdings äußerst unrühmlichen Monatshöchstwert seit Messbeginn im Jahre 1968. Außerdem gab es hier 24 Nebeltage, so viele wie noch nie in einem Dezember.
Milde Phase, wenig Schnee und enttäuschte Wintersportler
Zwar machte sich die laue Luft bevorzugt oberhalb der Nebelschicht bemerkbar, doch auch unterm Dauergrau profitierte man längere Zeit von der milden Südwestströmung. Bis zur Monatsmitte lagen die Temperaturen sogar auf Rekordkurs. Mit Winddrehung auf Nordost passte sich das Wetter dann ab dem 22. immer mehr des Jahreszeit an. Die Wintersportler warteten jedoch vergeblich auf die heiß ersehnte Ladung Schnee. Selbst am Feldberg standen die Lifte bis zum Jahresende still. Pünktlich zu Heiligabend rieselten Schneeflocken und etwas Schneegriesel in homöopathischer Dosis vom Himmel, weiße Weihnachten gab es aber nur punktuell, so vor allem gebietsweise auf der Schwäbischen Alb, wobei auf der Ostalb drei/vier Zentimeter verzeichnet wurden. Ansonsten war die Landschaft allenfalls leicht angezuckert. Für teils spiegelglatte Straßen und Gehwege reichte es allemal. Über die Weihnachtsfeiertage und bis zum Jahreswechsel stellte sich trocken-kaltes Winterwetter ein, anfangs auch mit einem eisigen, stark böigen Wind um Ost.
Zu trocken trotz Kälte – Dezember bleibt klimatisch auffällig
Trotz der Kälte zum Jahresende liegt die Durchschnittstemperatur überall etwas über der bereits deutlich vom Klimawandel geprägten Vergleichsperiode der Jahre 1991 bis 2020. Aufgrund der beinahe ausschließlich von Hochdruckgebieten dominierten Witterung ist es kein Wunder, dass dieser Dezember erheblich zu trocken ausgefallen ist. An den allermeisten der rund 300 Wetter- und Niederschlagsstationen im Messnetz der Wetterwarte Süd wurden lediglich 20 bis 30 Prozent der Sollwerte erreicht. Nur am Hochrhein ging es knapp über die 50-Prozent-Marke.
Zahlen Dezember 2025
- Tiefste Temperatur am 31.: – 10,7°C (- 5,5°C)
- Höchste Temperatur am 08.: + 13,1°C (+ 11,1°C)
- Durchschnittliche Monatstemperatur: + 1,5°C (+ 1,2°C)
- Monatssumme des Niederschlags: 15,1 mm (50,9 mm)
- Gesamtsonnenscheindauer: 26,7 Stunden (40,3 Stunden)
(Die Messwerte beziehen sich auf die Wetterzentrale in Bad Schussenried, die Zahlen in Klammern geben die Vorjahreswerte an.)
(Quelle: Wetterwarte Süd)