Blütenzauber zur Adventszeit Weihnachtssterne in ihrer ganzen Pracht in der Wilhelma

Weihnachtssterne in ihrer ganzen Pracht in der Wilhelma
Durch Züchtungen entstanden zahlreiche Varianten, darunter auch weiße und marmorierte Sorten. (Bild: Wilhelma Stuttgart)

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Mit seinen kräftigen Farben ist der Weihnachtsstern ein Klassiker und bereichert die Adventszeit- und Weihnachtszeit. Seine Blätter verkörpern Freude, Hoffnung und Wärme. In der Wilhelma in Stuttgart wird die Pflanzenart jetzt besonders in Rampenlicht gerückt.

Die große Weihnachtssternausstellung hat ihre Türen geöffnet und rückt eine Pflanzenart ins Rampenlicht, die seit Jahrzehnten Symbol für vorweihnachtliche Stimmung ist. Fast 200 Exemplare aus rund 20 verschiedenen Sorten sorgen für eine farbenfrohe Adventszeit.

Azteken nutzten den Milchsaft des Weihnachtssterns

In der Natur wächst die Wildform des Weihnachtssterns an den bewaldeten Hängen der mittelamerikanischen Pazifikküste. Schon die Azteken nutzten seinen eigentlich giftigen Milchsaft zu medizinischen Zwecken. Aus den Hochblättern wurde außerdem ein violetter Farbstoff gewonnen. Um 1830 brachte der damalige amerikanischen Botschafter in Mexiko, Joel Robert Poinsett, die ersten Weihnachtssterne in die USA. Ihm zu Ehren erhielt die Art den Beinamen „Poinsettie“. Kurz darauf gelangte sie auch nach Europa. Hier wurde der Weihnachtsstern im 20. Jahrhundert als Zimmerpflanze immer beliebter.

Ein Blickfang ist auch die Sorte „Christmas Beauty Marble“ mit ihren violett-marmorierten Blättern.
Ein Blickfang ist auch die Sorte „Christmas Beauty Marble“ mit ihren violett-marmorierten Blättern. (Bild: Wilhelma Stuttgart)

Empfindlich gegen Zugluft

Obwohl Poinsettien zur Advents- und Weihnachtszeit Einzug in zahlreiche Wohnzimmer nehmen, muss man einige Grundregeln beachten, damit sie gedeihen. Wilhelma-Gärtner Oliver Frank verrät: „Weihnachtssterne sind sehr empfindlich gegen Zugluft – dann verlieren sie ihre Blätter. Das sollte man beim winterlichen Lüften unbedingt berücksichtigen. Beim Gießen oder beim Transport muss man außerdem vorsichtig sein, da die Triebe leicht abbrechen. Zudem vertragen Weihnachtssterne keine Staunässe. Dann faulen die Wurzelspitzen nämlich ab und die Pflanze welkt.“

Ab ins Dunkle

In der Natur entwickelt der bis zu vier Meter hohe Strauch während der trockenen Wintermonate seine auffällige Färbung. Bei den vermeintlichen „Blütenblätter“ handelt es sich allerdings in Wirklichkeit um Hochblätter, sogenannte Brakteen, die sich rund um den unscheinbaren, gelbgrünen Blütenstand gruppieren. Die Blüte und damit auch die besondere Farbgebung der Brakteen setzt als Reaktion auf kurze Tageslängen ein. Dafür sind mehrwöchige Dunkelphasen von mindestens zwölf Stunden pro Tag notwendig. Durch gezielte Steuerung der Lichtphasen, z. B. indem man die Pflanze sechs bis acht Wochen vorher jeden Abend in einen dunklen Raum bringt, kann man den Zeitpunkt der Blüte beeinflussen. Während die Brakteen der Wildform in einem kräftigen Rot erstrahlen, wurden durch Züchtungen viele weitere Variationen erschaffen.

Leuchtendes Pink und sattes rot

In der Wilhelma reicht die Farbpalette von zartem Weiß über Lachsrosa, verschiedene Pastelltöne, leuchtendem Pink und sattem Rot bis zu zweifarbigen Varianten mit marmorierten Mustern.

Die Weihnachtsstern-Ausstellung in der Wilhelma befindet sich innerhalb der historischen Gewächshauszeile in einem separaten Schauhaus, das über eine Seitentür des Kamelienhauses zugänglich ist. Bis in den Januar hinein kann dort die Pracht der Weihnachtssterne bewundert werden. Weitere Infos: www.wilhelma.de

(Religiöse Bedeutung des Weihnachtssterns: Der Stern von Bethlehem verkündet die Geburt Jesu. Die roten Hochblätter der Pflanze symbolisieren oft das Blut Christi.)

(Quelle: Wilhelma Stuttgart)

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