Die AfD gewinnt die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt mit 43,8 Prozent deutlich. Die CDU folgt mit 17,2 Prozent, die künftige Regierungsbildung ist offen.
Nach der Auszählung aller 2.661 Wahlbezirke steht das vorläufige Ergebnis der Landtagswahl vom Sonntag, 6. September, fest. Die Wahlbeteiligung erreichte 77,8 Prozent und lag damit deutlich über den 60,3 Prozent der Landtagswahl 2021.
AfD erreicht 43,8 Prozent
Mit 43,8 Prozent der Zweitstimmen wird die AfD mit ihrem Spitzenkandidaten Ulrich Siegmund mit großem Abstand stärkste Kraft. Gegenüber der Landtagswahl 2021, als die Partei 20,8 Prozent erreicht hatte, hat sie ihren Stimmenanteil mehr als verdoppelt. Für eine absolute Mehrheit im neuen Landtag reicht das Ergebnis jedoch nicht. Die AfD erhält 39 der insgesamt 83 Sitze.
Deutliche Verluste muss die CDU von Ministerpräsident Sven Schulze hinnehmen. Sie kommt auf 17,2 Prozent und erzielt damit ihr bislang schlechtestes Ergebnis bei einer Landtagswahl in Sachsen-Anhalt. 2021 hatte die CDU noch 37,1 Prozent erreicht.
SPD, Grüne und Linke unter zehn Prozent
Die SPD erreicht nach dem vorläufigen Ergebnis 9,3 Prozent. Dahinter folgen die Grünen mit 8,9 Prozent und die Linke mit 8,6 Prozent. Das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) schafft mit 5,3 Prozent den Einzug in den Landtag. Die FDP scheitert mit 2,6 Prozent an der Fünf-Prozent-Hürde.
Damit ergibt sich bei den Zweitstimmen folgendes vorläufiges Ergebnis:
- AfD: 43,8 Prozent
- CDU: 17,2 Prozent
- SPD: 9,3 Prozent
- Grüne: 8,9 Prozent
- Linke: 8,6 Prozent
- BSW: 5,3 Prozent
- FDP: 2,6 Prozent
Schwierige Suche nach einer Mehrheit
Wie Sachsen-Anhalt künftig regiert wird, ist nach der Wahl offen. Die AfD verfügt mit 39 Mandaten nicht über die absolute Mehrheit. CDU, SPD und Grüne kommen zusammen auf 31 Sitze. Die Linke erhält acht und das BSW fünf Sitze. Damit könnte dem BSW bei der Suche nach möglichen Mehrheiten eine wichtige Rolle zukommen.
Der neue Landtag muss spätestens am 6. Oktober erstmals zusammentreten. Eine gesetzliche Frist für die Wahl eines neuen Ministerpräsidenten gibt es nicht. Bis eine neue Landesregierung gewählt ist, bleiben Ministerpräsident Sven Schulze und seine Minister geschäftsführend im Amt.