Tag des guten Fleisches: Weniger ist oft mehr

Tag des guten Fleisches: Weniger ist oft mehr
Bundesweit wurde am 16. Juli der Tag des guten Fleisches gefeiert. (Bild: mali maeder von Pexels)

Für eine Jeans legen wir locker über 100 Euro auf den Tisch, aber bei Fleisch wird gespart. Die Billigangebote der Supermärkte überschlagen sich. Rein in den Einkaufswagen und rauf auf den Grill. Am 16. Juli wurde in Deutschland bundesweit der „Tag des guten Fleisches“ gefeiert. Ein Grund zum Nachdenken.

Wie viel und welches Fleisch wir kaufen entscheidet darüber, ob die Tiere in ihrem Leben überhaupt je mal Tageslicht erblicken und ob ihnen der Genuss von Auslauf erlaubt wird. Bei einem Kilopreis von knapp 6 EUR liegt die Antwort auf der Hand.

Mission und Herzensangelegenheit

OTTO GOURMET (Versandhändler) hat im Jahr 2017 den Aktionstag ins Leben gerufen – ganz im Zeichen eines bewussten Fleischverzehrs. Was als Marketingaktion begann, sollte für OTTO GOURMET bald mehr werden: eine Mission und Herzensangelegenheit.

Das Ziel:

  • Das Bewusstsein für einen verantwortungsvollen Umgang mit dem Lebensmittel Fleisch zu stärken.

Das Motto:

  • Lieber wenig Fleisch – dafür gutes Fleisch
  • Nur artgerecht ist gerecht. Respekt vor dem Leben des Tieres
  • Fragen Sie nach und werden Sie sich bewusst, wo das Fleisch herkommt.

Jeder Deutsche verspeist jede Woche mehr als ein Kilogramm Fleisch. Warum? Weil es immer noch viel zu günstig ist. Laut WWF (World Wide Fund For Nature) hat das Folgen für die Tiere, für das Klima und für unsere Gesundheit. Der hohe Fleischkonsum führt zur Intensivtierhaltung mit schwerwiegenden Folgen für die betroffenen Tiere. Trotzdem müssen nicht alle zu Vegetariern werden. „Wenn wir Fleisch wieder verantwortungsvoller konsumieren, das heißt, es bewusst und nur zu besonderen Anlässen einkaufen, ist schon viel gewonnen.“

Weniger, dafür besseres Fleisch

Das Motto des WWF für den Fleischeinkauf: Weniger, aber dafür besseres Fleisch. Fleisch sollte als hochwertiges und besonderes Lebensmittel betrachtet werden und nicht als billiges Massenprodukt, das jederzeit zu niedrigem Preis in jeder erdenklichen Form verfügbar ist. 

Fast zehn Prozent der Bevölkerung leben inzwischen vegetarisch, viele andere essen nur noch einmal pro Woche oder sogar noch seltener Fleisch. Diese Ernährungswende zeigt langsam, aber sicher Wirkung. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt, pro Woche nicht mehr als 300 bis 600 Gramm Fleisch zu verzehren.

Ob im Supermarkt oder Bioladen: Mit jedem Einkauf und jeder Mahlzeit können wir entscheiden, biologische und artgerechte Tierhaltung zu fördern, Ressourcen zu schonen, das Klima zu schützen und nicht zuletzt auch unserer Gesundheit etwas Gutes zu tun.

Wer beim Metzger seines Vertrauens oder in Hofläden auf Fleisch aus der Region zurückgreift, ist bereits auf einem guten Weg. Mittlerweile bieten sogar Supermärkte Fleisch mit einem Biosiegel an. 

Wie erkennt man frisches Fleisch?

Alle Fleischsorten sollten keinen unangenehmen Duft verströmen, sondern neutral mild bis leicht säuerlich riechen, keinesfalls süßlich. Frisches, hochwertiges Fleisch verliert zudem nicht viel Wasser, es sollte also nahezu trocken in der Packung liegen. Viel Wasser in der Verpackung kann ein Hinweis auf früheres Auftauen sein. Vorsicht also bei blassem, weichem und nässendem Fleisch, das bereits in der Theke in seinem eigenen Saft liegt.

Oberfläche und Farbe

Fleisch muss die Fingerdruckprobe bestehen. Es darf sich nicht schwammig weich anfühlen oder zu stark eindrücken lassen, sondern muss fest sein. Die Farbe sollte niemals ins Gräuliche abweichen. Frisches Rindfleisch erkennt man an einer dunkelroten Färbung, Lamm ist hellrot bis rot mit leichter Fettmarmorierung. Schweinefleisch dagegen ist im Idealfall rosa und hell- glänzend. Wild wiederum sollte rötlich bis dunkelbraun sein.

Marmorierung

Die Marmorierung des Fleisches entsteht durch Fettäderchen im Muskelgewebe. Beim Garen und Braten verbessert ein höherer Fettgehalt im Muskel den Geschmack – je marmorierter das Fleisch, desto besser ist also der Geschmack. Je höher umgekehrt der Muskelfleischanteil ist, desto magerer ist das Fleisch. Ohne die weiße Marmorierung lässt der Geschmack nach der Zubereitung allerdings etwas nach.

(Quelle: WWF, OTTO GOURMET, Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit)