Junge Vögel im Fokus Tierschützer warnen vor gut gemeinten Fehlgriffen bei Jungvögeln

Tierschützer warnen vor gut gemeinten Fehlgriffen bei Jungvögeln
Junge Krähenvögel wie dieser Ästling werden außerhalb des Nestes von ihren Eltern versorgt und benötigen in den meisten Fällen keine menschliche Hilfe. (Bild: Ursula Bauer)
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Viele Menschen halten junge Vögel im Frühsommer für hilfsbedürftig. Tierschützer erklären, warum Eingreifen oft mehr schadet als nützt.

Im Frühsommer häufen sich die Anrufe bei Tierschutzorganisationen von Menschen, die vermeintlich hilflose Vogeljunge gefunden haben. Häufig handelt es sich dabei jedoch um sogenannte Ästlinge. Diese bereits befiederten Jungvögel haben das Nest verlassen und halten sich in Büschen, im Geäst von Bäumen oder am Boden auf. Obwohl sie noch nicht sicher fliegen können, werden sie weiterhin von ihren Eltern versorgt und beschützt.

Besonders junge Amseln, Elstern und Krähen werden derzeit häufig von Passanten mitgenommen. Dabei protestieren die Altvögel oft lautstark und verteidigen ihren Nachwuchs teilweise sogar aktiv. Wird ein gesunder Ästling aus Unwissenheit eingesammelt, verliert er unnötig den Kontakt zu seinen Eltern. Die wenigen fachkundigen Einrichtungen, die eine aufwendige Aufzucht übernehmen können, sind vielerorts bereits ausgelastet.

Nach Angaben sollten Finder einen Jungvogel zunächst aus einiger Entfernung beobachten und im Zweifel Rat bei einem vogelkundlichen Verein einholen. Ein munter auf dem Boden hüpfender oder im Gebüsch sitzender Jungvogel benötigt in den meisten Fällen keine Hilfe.

Wer etwas Geduld aufbringt, kann häufig beobachten, wie die Eltern zurückkehren und ihren Nachwuchs versorgen. Dass Ästlinge bei Annäherung sitzen bleiben, ist eine natürliche Schutzstrategie und kein Hinweis auf Krankheit oder Hilflosigkeit.

Wann Hilfe erforderlich ist

Unterstützung benötigen vor allem sehr junge, nackte oder nur schwach befiederte Vögel, die aus dem Nest gefallen sind. Auch offensichtlich verletzte Vögel sollten versorgt werden.

Befindet sich ein Ästling an einem gefährlichen Ort, etwa an einer stark befahrenen Straße, kann er vorsichtig in ein nahegelegenes Gebüsch oder an einen anderen geschützten Platz umgesetzt werden. Menschliche Gerüche stören die Vogeleltern dabei nicht. Sie finden ihren Nachwuchs über dessen Bettelrufe wieder. Deshalb sollte der Jungvogel nur wenige Meter vom Fundort entfernt abgesetzt werden.

Weitere Informationen gibt es bei aktion tier – menschen für tiere e.V.. Ansprechpartnerin ist die Diplom-Biologin Ursula Bauer. Die Organisation ist telefonisch unter +49 30 30 111 62 30 sowie per E-Mail an [email protected] erreichbar.

(Quelle: aktion tier – menschen für tiere e.V.)