Milram bringt Käse in limitierten bunten Verpackungen auf den Markt. Die Aktion löst eine heftige Debatte aus: Während rechte Kreise von „woker Umerziehung“ sprechen, feiern andere die Botschaft von Vielfalt und Gemeinschaft.
Die norddeutsche Käsemarke Milram wollte eigentlich nur Farbe ins Kühlregal bringen – und hat damit einen regelrechten Kulturkampf ausgelöst. Seit August sind im Handel zehn limitierte Käseverpackungen erhältlich, gestaltet von den jungen Künstler:innen Josephine Rais (Berlin), Daniela Pollehn (Hamburg) und Moritz Adam Schmitt (Köln). Zu sehen sind leuchtende Szenen von Picknicks, lachenden Gesichtern und Menschen verschiedener Hautfarben. Das Design-Magazin Page lobte die Edition als „farbenfroh, ausgelassen und zeitgemäß“.
Kritik von rechts – Lob aus anderen Kreisen
Während viele Kund:innen die Gestaltung als modern und positiv bewerten, stieß die Aktion bei rechtspopulistischen und rechtsextremen Gruppen auf massiven Widerstand. Unter dem Hashtag #milramboykott kursieren in sozialen Netzwerken Beschwerden über „woken Käse“. AfD-Politikerin Vanessa Behrendt schrieb auf X: „Nö danke, Milram. Ich kaufe euren Käse gerne wieder, sobald ihr wieder klar kommt.“ Auch der rechtsextreme Aktivist Martin Sellner mischte sich ein und sprach von angeblich „antiweißer“ Symbolik.
Nö danke, Milram. Ich kaufe euren Käse gerne wieder, sobald ihr wieder klar kommt. pic.twitter.com/byiH3L1PAI
— Vanessa Behrendt MdL (@MdlBehrendt) August 16, 2025
Manche Kommentare gingen deutlich darüber hinaus und enthielten offene rassistische Beleidigungen. Andere Nutzer beschwerten sich über eine vermeintliche „politische Pädagogik im Kühlschrank“.
Humor und Gegenkampagne
Gleichzeitig formierte sich online auch eine kreative Gegenbewegung. Zahlreiche Nutzer machten sich über den Shitstorm lustig: „Die Gestaltung der Verpackung ist euer Problem? Nicht das viele Plastik? Ernsthaft?“, hieß es etwa.
Andere Social-Media-Accounts riefen unter Hashtags wie #VielfaltStattHetze und #BuntStattBraun aktiv dazu auf, die limitierte Edition bewusst zu kaufen, um ein Zeichen gegen Ausgrenzung zu setzen.
Hersteller betont Unpolitischkeit
Das Deutsche Milchkontor (DMK), zu dem Milram gehört, wies die Vorwürfe zurück. Pressesprecherin Vera Hassenpflug erklärte schriftlich: „Die Verpackungen zeigen illustrierte Menschen und stehen für das, was Milram ausmacht: Gemeinschaft und Genuss. Bunt illustriert, vielfältig, modern.“
Die Gestaltung sei „bewusst unpolitisch“ und spiegele lediglich „die Vielfalt unserer Gesellschaft wider – nicht mehr und nicht weniger“. Zugleich betonte das Unternehmen: „Wir stehen für Respekt, Vielfalt und ein wertschätzendes Miteinander – und verurteilen jede Form von Diskriminierung.“
Zwischen Shitstorm und Verkaufsargument
Ob der Protest einzelner Gruppen tatsächlich wirtschaftliche Auswirkungen hat, bleibt abzuwarten. Laut DMK gibt es viele positive Rückmeldungen von Kunden, die das bunte Design ausdrücklich begrüßen. Fest steht: Noch bis Oktober bleibt die limitierte „Design-Edition“ im Handel – und sorgt wohl weiter für Diskussionen weit über den Käse hinaus.
Dieser Beitrag wurde unter Mitwirkung eines KI-Systems erstellt und von der Redaktion geprüft.
(Quelle: Focus, Berliner Zeitung, Falstaff, swp)