Künftige Herausforderung Zahl der Demenzfälle könnte sich bis 2060 fast verdoppeln

Zahl der Demenzfälle könnte sich bis 2060 fast verdoppeln
Demenz wird in den kommenden Jahrzehnten zu einer immer größeren Herausforderung für die Gesellschaft. (Bild: AOK)
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In Baden-Württemberg werden deutlich mehr Menschen an Demenz erkranken. Fachleute sehen zugleich großes Potenzial, viele Fälle durch Prävention zu vermeiden.

Die Zahl der Demenzfälle in Baden-Württemberg wird bei steigender Lebenserwartung von heute knapp 150.000 auf mehr als 280.000 im Jahr 2060 zunehmen. Das zeigen aktuelle Prognosen des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO).

Nach Einschätzung der Wissenschaftler könnte dieser Anstieg jedoch deutlich gebremst werden. Durch wirksame Präventionsmaßnahmen ließe sich die Zahl der Betroffenen bis 2060 auf 170.000 bis 200.000 Fälle begrenzen.

„Die alternativen Szenarien machen deutlich, welches enorme Potenzial in der Prävention steckt. Schon vergleichsweise kleine Verbesserungen bei den Neuerkrankungsraten können langfristig sehr große Effekte haben“, sagt Johannes Bauernfeind, Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg.

Nach heutigem Stand der Wissenschaft können unter anderem die Vorbeugung und Behandlung von Bluthochdruck sowie Diabetes, lebenslanges Lernen, die Behandlung von Hörstörungen, der Verzicht auf Rauchen und die Vermeidung sozialer Isolation dazu beitragen, das Risiko einer Demenzerkrankung zu senken.

Ländliche Regionen besonders betroffen

Die Prognose zeigt zudem deutliche regionale Unterschiede. Vor allem ländliche Regionen im Nordosten Baden-Württembergs werden künftig überdurchschnittlich hohe Demenzraten aufweisen. Insgesamt wird Baden-Württemberg im bundesweiten Vergleich dennoch der niedrigste Demenz-Anteil prognostiziert.

Versorgung wird schwieriger

Parallel zur steigenden Zahl der Betroffenen nimmt die Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter ab. Dadurch werden künftig weniger Menschen für die Versorgung von Demenzkranken zur Verfügung stehen.

Während 2020 rechnerisch noch rund 48 Menschen im erwerbsfähigen Alter auf einen Demenzfall kamen, werden es 2060 voraussichtlich nur noch 23 sein. Selbst bei einer erfolgreichen Prävention verschlechtert sich dieses Verhältnis deutlich.

„Unsere Ergebnisse zeigen klar: Demenz ist eine ganz konkrete Herausforderung auf kommunaler Ebene. Die regionalen Unterschiede werden größer. Darauf müssen sich Versorgungsstrukturen, Pflegeangebote und Kommunalpolitik einstellen“, betont Bauernfeind.

Die AOK sieht deshalb neben der Prävention auch den weiteren Ausbau von Versorgungsstrukturen als notwendig an, um künftige Engpässe in der Betreuung und Pflege zu vermeiden.

(Quelle: AOK Baden-Württemberg)

Dieser Beitrag wurde unter Mitwirkung eines KI-Systems erstellt und von der Redaktion geprüft.