Neue Betrugsmasche: Falsche Amazon- und PayPal-Anrufe

Neue Betrugsmasche: Falsche Amazon- und PayPal-Anrufe
Betrugsversuch: Wer einen solchen Anruf erhält, sollte auflegen und auf keinen Fall eine Taste drücken // Symbolbild. (Bild: picture alliance / dpa-tmn | Christin Klose)

WOCHENBLATT

Schockanrufe im Namen der Online-Dienste Amazon und PayPal: Kriminelle informieren telefonisch über eine angeblich anstehende Überweisung eines hohen Geldbetrags. Tatsächlich gibt es die aber nicht. Die Verbraucherzentrale warnt vor falschen Anrufen.

Das Telefon klingelt und eine automatisierte Stimme informiert darüber, dass angeblich eine Zahlung über mehrere hundert Euro bei PayPal veranlasst worden sei. Falls man sie stoppen wolle, soll man eine Taste drücken. Vergleichbare Anrufe gibt es von „Amazon“, heißt es auf der Seite der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Wenn Sie einen Anruf erhalten und eine Computerstimme meint, Sie würden in Kürze mehrere hundert Euro bei PayPal überweisen, legen Sie auf!
  • Mit dieser neuen Variante eines Schockanrufs sind Kriminelle derzeit aktiv.
  • Die Behauptungen sind erfunden

Keine Zahlungen im Amazon- oder PayPal-Konto gebucht

Betroffene schilderten, dass sie nach solchen Anrufen in ihren Amazon- oder PayPal-Konten keine Zahlungen gesehen haben. Das ist ein eindeutiger Hinweis darauf, dass der Anruf ein Betrugsversuch gewesen sein dürfte. PayPal-Sprecherin Sabrina Winter stellt klar, dass „PayPal seine Kunden in der Regel nicht anruft – und schon gar nicht mit der Aufforderung, Zahlungen zu leisten“.

Falls Sie so einen Anruf erhalten, legen Sie auf! Drücken Sie keine Taste, um mit jemandem verbunden zu werden! Öffnen Sie die Amazon- oder PayPal-App oder die echte Internetseite amazon.de bzw. paypal.de, melden Sie sich dort mit Ihren Zugangsdaten an und sehen Sie nach, ob es wirklich eine Zahlungsanweisung über einen hohen Betrag gibt. Falls ja, nehmen Sie über die App oder die Internetseite Kontakt zum echten Kundenservice auf!

„Woher haben die meine Nummer?“

Bei solchen Anrufen fragen sich Betroffene, wie die Kriminellen an ihre Telefonnummer gekommen sein mögen. Darauf können wir keine klare Antwort geben. Am wahrscheinlichsten ist es aus unserer Sicht, dass zahlreiche Nummern „auf gut Glück“ angerufen werden. Dabei müssen die Betroffenen nicht mal ein Online-Konto bei den genannten Unternehmen haben. Amazon und PayPal sind so verbreitet, dass die Kriminellen einfach auf eine hohe Trefferwahrscheinlichkeit setzen. Und wer dann eine Taste drückt, gibt ihnen die Bestätigung, über ein PayPal-Konto zu verfügen. Das ist vergleichbar mit Phishing-Mails, die im Namen großer Unternehmen wahllos verschickt werden – auch an Personen, die gar keine Verbindung zu dem Unternehmen haben.

Weitere Infos und Tipps gibt es unter www.verbraucherzentrale.de

(Quelle: Verbraucherzentrale)