Längster Tag und kürzeste Nacht Mystische Bergfeuer zur Sommersonnwende und alte Bräuche

Mystische Bergfeuer zur Sommersonnwende und alte Bräuche
Menschen feiern mit einem Sonnenwendfeuer den längsten Tag und die kürzeste Nacht des Jahres. (Bild: picture alliance / JFK / EXPA / picturedesk.com | JFK)

Der längste Tag des Jahres ist am 20. Juni und die Sonne steht 16 Stunden am Himmel. Rund um den Beginn des Sommers werden in den Bergen die Sonnwendfeuer abgebrannt. Ein besonderes Spektakel ist in der Tiroler Zuspitzarena zu erleben.

Normalerweise fällt die Sommersonnenwende auf den 21. Juni, in Schaltjahren wie 2024 jedoch schon auf den 20. Juni. Die magischen Feuer, die vielerorts entzündet werden, ziehen jährlich unzählige Besucher an.

Böse Geister vertreiben

Zunächst waren die Sonnwendfeuer ein heidnisches Ritual, um den Beginn des Sommers mit Feuern auf den Berggipfeln zu feiern: Böse Geister sollten vertrieben und die Fruchtbarkeit geehrt werden. Im christlichen Glauben wurde am Johannitag (24. Juni, Geburt von Johannes dem Täufer) das traditionelle Mittsommerfest mit den Johannifeuern und den Tänzen um das Feuer gefeiert.

Rund 700 gefüllte Säcke auf die Berge schleppen

Jedes Jahr erstrahlt am 3. Samstag im Juni der Talkessel Ehrwald-Lermoos-Biberwier in feurigem Glanze. Gefeiert wird die kürzeste Nacht des Jahres. Rund 20 Bergfeuer-Gruppen aus der Region platzieren um die 10.000 Feuerstellen auf den Felsen der Zugspitze, des Grubigsteins, der Sonnenspitze und auf dem Marienberg. Mit einer sorgfältigen Vermessung der Felswände am Berg werden die Feuerskulpturen entworfen. Bis zu 700 Säcke, gefüllt mit Sägemehl und Rapsöl, werden auf die Berge geschleppt, genau positioniert und dann angezündet. (Quelle: Tourismus Zugspitz Arena Bayern-Tirol/Ehrwald).

Bergfeuerer leben gefährlich

Hierbei ist sehr gutes bergsteigerisches Können gefragt, da das Gelände steil ist und die Bergfeurer bei Nacht absteigen müssen. Sobald am 20. Juni die Dämmerung einbricht, werden die bis zu 200 Meter großen Feuermotive entfacht. Faszinierende Symbole, wie beispielsweise Jesus-Bilder, Kreuze oder Hirschböcke mit einem gewaltigen Geweih erleuchten die Tiroler Bergwelt.

Seit 2010 zählen die Bergfeuer der Tiroler Zugspitz Arena zum immateriellen UNESCO Kulturerbe. Weitere Informationen unter www.zugspitzarena.com

Hier ein paar Termine aus Österreich (22. Juni)

  • Brandnertal (Sarotlahütte). Mehr Infos: www.sarotlahuette.at 
  • Faschina (Hahnenköpfle) – Sonnwendfeuer ab 20.45 Uhr. Für Kinder wird eine Fackelwanderung angeboten
  • Bizau (Hirschberg) – Treff: Parkplatz Hütten um 19 Uhr – mit Wanderung

Tipps zum Johannitag

Ob Sonnwendfeuer oder Johannitag – die Tage rund um den 20. Juni haben es in sich. Gerade der 24. Juni ist auch im Garten ein wichtiges Datum: Es markiert den Zeitpunkt für Rückschnitt und Ernteende mancher Pflanzen.

  • Rhabarber sollte nach Johanni nicht mehr geerntet werden. Das Gemüse bildet dann vermehrt Oxalsäure, die in hohen Dosen Nierenschäden verursachen kann
  • Das Ende der Spargelzeit wird traditionell am 24. Juni eingeläutet
  • Hecken im Garten sollten rund um den Johannitag geschnitten werden
  • Das Johanniskraut (Heilkraut) beginnt zur Zeit der Sommersonnenwende zu blühen und gilt in dieser Zeit gepflückt als besonders wirksam.

(Quelle: Tourismusverband Tiroler Zugspitzarena/Gartenfreunde)