Der Bodenseepegel in Konstanz liegt am Dienstagmorgen bei nur 2,48 Metern. Seit unserem Bericht Mitte September ist der Wasserstand damit nochmals deutlich gefallen.
Inzwischen hat sich die Situation weiter verschärft: Am Dienstag, 6. Oktober, wurden am Pegel Konstanz um 6.45 Uhr 248 Zentimeter gemessen. Innerhalb von rund drei Wochen ist der Wasserstand damit um weitere 17 Zentimeter gesunken. Gegenüber dem 29. September beträgt das Minus fünf Zentimeter.
Unter 2,50 Meter – aber noch kein Allzeitrekord
Die Marke von 2,50 Metern wurde inzwischen unterschritten. Damit befindet sich der Bodensee für die Jahreszeit auf einem außergewöhnlich niedrigen Niveau. Ein historischer absoluter Tiefststand ist damit allerdings noch nicht erreicht. Der niedrigste Wert seit Beginn der Messungen in Konstanz liegt bei 2,26 Metern.
Schon der Verlauf der vergangenen Tage zeigt, wie niedrig der See derzeit steht. Am 26. September wurden in Konstanz noch 255 Zentimeter gemessen, am 30. September waren es rund 252 Zentimeter. Anfang Oktober fiel der Pegel schließlich unter die Marke von 2,50 Metern.
Niedrigwasser hat Folgen für die Schifffahrt
Die Auswirkungen sind inzwischen besonders auf dem Untersee spürbar. Wegen des niedrigen Wasserstands haben die Bodensee-Schiffsbetriebe ihre Schifffahrt dort zum 1. Oktober bis auf Weiteres eingestellt. Radolfzell, Iznang, Mannenbach und die Reichenau werden nicht mehr angefahren.
Hintergrund sind die niedrigen Wasserstände in den Hafeneinfahrten. Eine sichere Einfahrt kann dort nicht mehr gewährleistet werden. Auch bei weiteren Schiffsverbindungen am Untersee gibt es Einschränkungen.
Bereits im September waren die Folgen des Niedrigwassers rund um den See deutlich sichtbar. Zugangsbrücken zu Schiffen waren teilweise ungewöhnlich steil, Boote kamen schlechter ins Wasser und große Uferbereiche lagen trocken. Auch für Fische, Wasservögel und Pflanzen bringt der niedrige Wasserstand erhebliche Veränderungen mit sich. Darüber hatten wir bereits ausführlich berichtet.
Warum der Bodensee so wenig Wasser führt
Mehrere Faktoren kommen in diesem Jahr zusammen. Bereits der schneearme Winter sorgte dafür, dass dem Bodensee im Frühjahr vergleichsweise wenig Schmelzwasser aus den Alpen zufloss. Hinzu kamen geringe Niederschläge sowie eine hohe Verdunstung während der heißen Sommermonate.
Eine schnelle Rückkehr zu normalen Pegelständen ist nicht zu erwarten. Im Herbst und Winter sinkt der Wasserstand des Bodensees üblicherweise weiter, da Niederschlag in den Alpen zunehmend als Schnee gespeichert wird. Erst mit der Schneeschmelze im Frühjahr steigt der See normalerweise wieder deutlich an.