Lotto-Spieler aufgepasst: Mahnbriefe mit unberechtigten Forderungen unterwegs

Die Verbraucherzentrale warnt vor betrügerischen Forderungsschreiben // Symbolbild.
Die Verbraucherzentrale warnt vor betrügerischen Forderungsschreiben // Symbolbild. (Bild: axelbueckert// iStock / Getty Images Plus)

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Die Verbraucherzentrale warnt: Verschiedene angebliche Anwaltskanzleien verschicken immer wieder betrügerische Forderungsschreiben. Die Empfänger werden aufgefordert, Geld für einen Dienstleistungsvertrag zu bezahlen. Wie soll man reagieren?

Massenweise trudeln aktuell Anfragen zu dubiosen Schreiben bei den Verbraucherzentralen ein. Unter anderem Forderungsscheiben verschiedener erfundener Kanzleien wie etwa Schmidt und Kollegen aus München für angebliche Gewinnspiel-Anmeldungen. Die Empfänger sollen mittels Lastschrift rund 390 Euro bezahlen. Die „EU-Collect AG“ aus Hamburg fordert sogar 398,50 Euro. 2021 hat die angebliche „PRO COLLECT AG“ aus Köln einen Betrag in Höhe von 272,46 Euro gefordert.

Unseriöse Forderungen NICHT bezahlen

  • Überschrieben ist das Forderungsschreiben mit „Vorgerichtliche Mahnung“.
  • Beigefügt ist ein Kündigungsformular mit SEPA-Lastschriftmandat.

Dieses Formular können Sie allerdings nur per Fax oder QR-Code einreichen. Die Verbraucherzentralen raten, unseriöse und unberechtigte Forderungen nicht zu bezahlen.

Nur leicht anders aufgebaut ist das Schreiben einer angeblichen Anwaltskanzlei Ospelt. In diesen Betrugsschreiben steht, dass man einen Dienstleistungsvertrag „Gewinnspiel Dienstleistungsservice“ angeblich nicht bezahlt habe. Mit dem beigefügten Überweisungsträger sollen rund 790 Euro auf ein Konto in Griechenland gezahlt werden. Machen Sie das nicht! Auch dann nicht, wenn Sie einen weiteren Brief per Einschreiben erhalten,

  • auf dem ein bayerisches Wappen und „Amtsgericht München“ zu sehen ist und
  • dies ein „Antrag auf Erlass eines Mahnbescheids“ sein soll.

Auch das ist kein echtes gerichtliches Dokument!

Mit dem Inkasso-Check der Verbraucherzentrale können Sie Forderungen kostenlos überprüfen.

Verträge für Lotterien sind nicht ohne schriftliche Bestätigung gültig

Angeblich ist durch eine telefonische Anmeldung und die Angabe von persönlichen Daten ein Dienstleistungsvertrag „EURO LOTTO ZENTRALE EURO JACKPOT-6/49“ zustande gekommen. Die Absender drohen damit, Mahnbescheid, Vollstreckungsbescheid, Zwangsvollstreckung durch Gerichtsvollzieher oder Pfändung der Bezüge einzuleiten.

Betrügerische Schreiben: Die Verbraucherzentralen raten, sich nicht einschüchtern zu lassen und diese unberechtigten Forderungen nicht zu bezahlen.
Betrügerische Schreiben: Die Verbraucherzentralen raten, sich nicht einschüchtern zu lassen und diese unberechtigten Forderungen nicht zu bezahlen. (Bild: Verbraucherzentrale Baden-Württemberg)

Brief ist nicht korrekt

Das sind leere Drohungen. Eine Pfändung ist ohne einen rechtskräftigen Titel wie einen Vollstreckungsbescheid oder ein Gerichtsurteil nicht möglich. Dass es sich bei diesen Zahlungsaufforderungen um Betrug handelt, ist auch daran zu erkennen, dass der Brief keine konkreten Angaben zum vermeintlichen Gläubiger enthält. Betroffene sollten sich daher nicht einschüchtern lassen und die Forderung keinesfalls bezahlen!

Wichtig zu wissen:
Zwar kann man Verträge für Lotterien am Telefon schließen. Sie sind allerdings nicht ohne anschließende schriftliche Bestätigung gültig.

Wie erkenne ich, dass Schreiben nicht echt sind?

Recherchieren Sie im Internet. Dann finden Sie meist schon die ersten Ungereimtheiten. Wie etwa beim Schreiben der Anwälte Schmidt und Kollegen. Sitz der Kanzlei soll in der Maximilianstraße in München sein. Allerdings soll dort kein Postempfang stattfinden.

Damit sollen Sie als Betroffener davon abgehalten werden, sich schriftlich gegen die Forderung zu wehren. Ruft man die angegebene Telefonnummer an, wird darüber informiert, dass eine Mailbox aktiviert sei und man eine Nachricht hinterlassen könne. Eine Internetseite oder E-Mail-Adresse wird gar nicht erst angegeben.

Anwälte arbeiten dort gar nicht

Die Kanzlei Ospelt gibt es in der Münchener Leopoldstraße nicht – allerdings in Liechtenstein. Die im betrügerischen Brief genannten Anwälte Roland Müller und Thomas Ruppelt arbeiten dort nicht. 

Auch die angeblichen Hamburger Anwälte Patrick Mehl und Maik Kühne von der „EU-Online AG“ sind an der genannten Anschrift Neuer Wall 50 nicht über eine Internet-Recherche zu finden.

Weitere hilfreiche und ausführliche Tipps gibt`s direkt bei den Verbraucherzentralen.

(Quelle: Verbraucherzentrale Baden-Württemberg)