Kein Horrorfilm ohne den Waldkauz

Der Waldkauz kann aufgrund seines besonderen Gefieders lautlos fliegen.
Der Waldkauz kann aufgrund seines besonderen Gefieders lautlos fliegen. (Bild: NABU/Dr. Christoph Moning)

Wenn es laut „Buhoo – buhoo“, „oh – oh – oh“ oder „Huuh-hu-huuh“ erklingt, sind es keine Begeisterungsstürme, sondern Balzrufe. Der Waldkauz, der Filmstar unter den Eulen, ist besonders früh morgens oder auch abends bei Dämmerung aktiv.

Mit dem Ruf führen die verliebten Käuze ihre Herzensdame zur geeigneten Bruthöhle oder stärken die bereits bestehende Paarbindung. Die Balz beginnt im Herbst und dauert den ganzen Winter bis ins zeitige Frühjahr“, so NABU-Ornithologe Stefan Bosch.

Der etwas schaurig klingende Gesang des Waldkauzes wird übrigens regelmäßig in Gruselfilmen oder Krimis bei Einbruch der Nacht eingespielt. Der Eulenart wird auch nachgesagt, dass sie die „Tonmeister der Horrorfilme“ sind.

Störenfriede werden im Flug angegriffen

Nach der Balz wird gebrütet. Dann liegen wenig später zwei bis vier Eier im Nest, die das Weibchen alleine ausbrütet. Das Männchen macht nur in Brutpausen und zur Nahrungsübergabe eine Stippvisite. „Es verteidigt das Revier jedoch mit allen Kräften. Störenfriede werden im Flug angegriffen“, weiß Bosch. Nach vier Wochen schlüpfen die Küken und etwa einen Monat später sitzen sie als „Ästlinge“ meist auf Zweigen in der Nähe. „Sie wirken oft scheinbar verlassen, können aber nur einfach noch nicht fliegen.“

Mit etwa drei Monaten sind sie selbständig, im Herbst vertreiben die Elternvögel sie aus dem Revier und schon im darauffolgenden Jahr gründet der Nachwuchs in einem Nachbarrevier seine eigene Familie.

Welche Eulenarten leben im Südwesten?

In Baden-Württemberg sind acht Eulenarten heimisch: Vom großen Uhu über Waldkauz, Waldohreule und Schleiereule bis zu den kleinsten, dem Steinkauz, Sperlingskauz, Raufußkauz und der extrem seltenen Zwergohreule. „Ihre Lebensräume könnten unterschiedlicher nicht sein. Doch die Eulen haben ein gemeinsames Problem: Wälder und Offenland, Feuchtwiesen und Moore sowie Streuobstwiesen schwinden und damit auch ihr Lebensraum.

(Quelle: NABU)