Zukunft des Stadtwalds Ravensburg beschließt neuen Zehnjahresplan für einen klimafesten Stadtwald

Ravensburg beschließt neuen Zehnjahresplan für einen klimafesten Stadtwald
Der neue Zehnjahresplan soll den Ravensburger Stadtwald durch mehr Mischwald und klimaresistente Baumarten fit für die Zukunft machen. (Symbolbild: Xurzon / iStock / Getty Images Plus)
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Der Gemeinderat hat die neue Forsteinrichtung für den Ravensburger Stadtwald beschlossen. Der Zehnjahresplan soll den Wald bis 2035 klimafester machen und Naturschutz, Erholung sowie Holznutzung in Einklang bringen.

Mit der neuen Forsteinrichtung legt die Stadt Ravensburg die Leitlinien für die Bewirtschaftung des Stadtwalds in den kommenden zehn Jahren fest. Ziel ist es, den Wald angesichts des Klimawandels widerstandsfähiger zu machen und gleichzeitig seine Funktionen als Lebensraum, Erholungsgebiet und Lieferant regionaler Holzprodukte zu sichern.

Klimawandel verändert den Stadtwald

Der Stadtwald umfasst inzwischen 768 Hektar, davon 719 Hektar reine Waldfläche. Die Bestände bestehen überwiegend aus Fichten- und Buchenwäldern. Rund 45 Prozent der Fichtenbestände gelten aufgrund von Trockenheit, Stürmen und Borkenkäfern als besonders gefährdet. Auf Buchenwälder entfallen etwa 27 Prozent der Fläche.

Die Altersstruktur ist zweigeteilt: Während viele Wälder zwischen 20 und 60 Jahre alt sind und regelmäßig gepflegt werden müssen, sind zahlreiche Bestände älter als 120 Jahre und sollen schrittweise verjüngt werden.

Durch Stürme und Borkenkäfer hat sich auch die Zusammensetzung der Baumarten verändert. Inzwischen bestehen 53 Prozent des Waldes aus Laubbäumen und 46 Prozent aus Nadelbäumen. Der Fichtenanteil ist zurückgegangen, während Buche und Bergahorn zugenommen haben.

Junge Wälder und wertvolle Lebensräume

In den vergangenen zehn Jahren sind auf acht Prozent der Waldfläche neue Bestände entstanden – überwiegend durch Naturverjüngung. Insgesamt wachsen auf 231 Hektar junge Bäume heran, die den Stadtwald künftig prägen sollen. Mit 430 Festmetern Holz pro Hektar liegt der Holzvorrat über dem vieler Nachbarwälder.

Der Stadtwald erfüllt darüber hinaus wichtige Funktionen für Natur und Klima. Er schützt Böden und Wasser, verbessert das Stadtklima und bietet zahlreichen Tier- und Pflanzenarten Lebensraum. Ausgewiesen sind 41 Hektar Biotope sowie vier Hektar Bannwald. Viele Bereiche stehen zudem als Schutzwald unter besonderem Schutz.

„Der Stadtwald ist für viele Menschen ein schnell erreichbarer Rückzugsort. Damit das so bleibt, pflegen wir Wege, Sitzgelegenheiten, Sportpfade und Aussichtspunkte regelmäßig und halten das Wegenetz sowohl für Besucherinnen und Besucher als auch für die Waldpflege optimal nutzbar“, betont Revierleiter Wolfram Fürgut.

Mehr Mischwald und gezielte Verjüngung

Eine Herausforderung bleibt der Wildverbiss, insbesondere an jungen Tannen, Ahorn und Eichen. Vor allem in den Randbereichen des Waldes müssen junge Bäume geschützt werden. Gleichzeitig soll eine angepasste Jagd die Entwicklung stabiler Mischwälder unterstützen.

Für die kommenden zehn Jahre plant die Stadt einen Holzeinschlag von 73.500 Festmetern. Die Holznutzung dient vor allem der Waldpflege und Verkehrssicherheit. Alte und instabile Bäume werden entnommen, um Platz für junge, widerstandsfähige Bestände zu schaffen. Das Holz wird unter anderem als Bauholz, Möbelholz, Brennholz und Hackschnitzel genutzt.

Artenvielfalt soll weiter gestärkt werden

Ein Schwerpunkt der kommenden Jahre liegt auf der Entwicklung klimastabiler Mischwälder. Gefährdete Fichtenbestände sollen früher verjüngt und durch Baumarten wie Douglasie, Lärche, Eiche, Ahorn und Kirsche ergänzt werden. Junge Wälder werden intensiver gepflegt, damit sich vielfältige Bestände entwickeln können.

Auf rund sieben Hektar sind Schutzmaßnahmen gegen Wildverbiss vorgesehen. Darüber hinaus sollen 27 Hektar ökologisch aufgewertet werden, um Lebensräume zu verbessern und die Artenvielfalt zu fördern.

(Quelle: Stadt Ravensburg)

Dieser Beitrag wurde unter Mitwirkung eines KI-Systems erstellt und von der Redaktion geprüft.