Psychiatrische Pflegepraxis Pflegesymposium in Weissenau: ZfP rückt Beziehung in der Psychiatrie in den Fokus

Pflegesymposium in Weissenau: ZfP rückt Beziehung in der Psychiatrie in den Fokus
Martin Holzke( r.), Zentralbereichsleiter Pflege und Medizin im ZfP Südwürttemberg, mit den Referierenden des Vormittags und Manne Lucha, Minister a. D.. (Bild: ZfP)
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Beim Pflegesymposium des ZfP Südwürttemberg diskutieren rund 300 Pflegefachpersonen über Kommunikation und Beziehungsarbeit. Im Fokus stehen neue Ansätze für die psychiatrische Pflege.

Rund 300 Pflegefachpersonen kamen zum diesjährigen Pflegesymposium des ZfP Südwürttemberg im Kloster Weissenau zusammen. Unter dem Motto „Positivconnection“ beschäftigten sie sich mit der Frage, wie positive Kommunikation und wertschätzende Beziehungen dauerhaft in der psychiatrischen Pflegepraxis gestärkt werden können.

Pflege als verbindendes Element

Lisa-Marie Schubert und Simone Fuchs, beide Pflegeentwicklerinnen am ZfP Südwürttemberg, begrüßten die Teilnehmenden und führten durch die Veranstaltung. Das Motto „Positivconnection“ solle dazu einladen, bewusst Verbindungen zu schaffen und wirksam in Kontakt zu kommen.

Manne Lucha, Gesundheits- und Sozialminister a. D., hob in seiner Begrüßung die Bedeutung von Pflegefachpersonen als verbindendes Element zwischen Psychiatrie und Gesellschaft hervor. „Ihre Empathie und Ihr Einsatz sind auch gesellschaftspolitisch entscheidend“, sagte Lucha. Das Symposium sei ein weiterer Baustein, um das Bewusstsein für Pflege als Profession zu stärken.

Martin Holzke, Leiter des Zentralbereichs Pflege und Medizin sowie Regionaldirektor, griff das Veranstaltungsmotto anhand der Kurzgeschichte „Land hinter Mauern“ auf. Gemeinsame Gefühle könnten Menschen verbinden und Veränderungen anstoßen. „Brücken und Türen in Mauern schaffen positivconnection“, erklärte Holzke.

Trauma-Informed Care im Fokus

Den Auftakt der Fachvorträge machte die Pflegewissenschaftlerin Dr. Jacqueline Rixe vom Evangelischen Klinikum Bethel. Sie stellte das Konzept der Trauma-Informed Care (TIC) vor, das auf eine traumainformierte und traumasensible Begleitung von Patientinnen und Patienten abzielt.

Traumatische Erlebnisse beeinflussten Verhalten und Sicherheitsgefühl erheblich. „Indem wir eine sogenannte Trauma-Brille aufsetzen, also das Verhalten als Copingstrategie verstehen, können wir Handlungen und Symptome besser nachvollziehen und wieder in Beziehung kommen“, erläuterte Rixe. Deshalb müsse die Frage „Was stimmt mit Ihnen nicht?“ durch „Was ist Ihnen passiert?“ ersetzt werden. Als zentrale Elemente von TIC nannte sie Halt, Haltung und Handlung.

Therapeutische Beziehungen stärken

Anschließend sprach der Pflegewissenschaftler und Advanced Practice Nurse (APN) Florian Wostry aus Wien über die Herausforderungen, therapeutische Beziehungen auch in schwierigen Situationen aufrechtzuerhalten.

Vertrauen, Empathie und das Gefühl, gesehen zu werden, seien entscheidend für den Beziehungsaufbau. „Das Ziel von Pflegefachpersonen ist, einen individuellen Zugang zum Menschen zu finden“, sagte Wostry. „Eine gute Verbindung erfordert Bauchgefühl und Intuition.“

Anhand seiner Forschungsergebnisse zeigte er die negativen Auswirkungen von Zwangsmaßnahmen auf die therapeutische Beziehung auf. Um diese zu reduzieren, seien mehr Zeit für Beziehungsarbeit, eine strukturelle Verankerung therapeutischer Beziehungen sowie eine systematische Nachbesprechung von Zwangsmaßnahmen notwendig. Sein Fazit: „Generell gilt, Psychiatrie neu zu denken.“

Recovery-Modell als persönlicher Weg

Der dritte Referent des Vormittags, Holger Ragowski, berichtete über seinen persönlichen Genesungsweg. Der heutige Coach schilderte, wie ihm das Recovery-Modell nach mehreren Krankheitsphasen geholfen habe, wieder ein aktives und selbstbestimmtes Leben zu führen – ohne psychotherapeutische Unterstützung.

„Angst war mein Krankheitsauslöser, also ging es darum, diese zu verlieren“, sagte Ragowski. Das Leben im Hier und Jetzt, eine größere Komfortzone und ein aktives Netzwerk hätten ihn dabei unterstützt. Hoffnung, Selbstwert, Flexibilität und Humor bezeichnete er als weitere wichtige Grundlagen seiner seelischen Gesundheit.

Workshops vertiefen die Themen

Am Nachmittag tauschten sich die Teilnehmenden mit den Hauptreferenten aus und vertieften die Inhalte in verschiedenen Workshops. Themen waren unter anderem das Gezeitenmodell, KI-basierte Struktursensoren in der Pflege sowie der Umgang mit Aggressionen.

Zum Abschluss wurden die Ergebnisse der Workshops in einer gemeinsamen Statement-Runde zusammengefasst.

(Quelle: ZfP Südwürttemberg)

Dieser Beitrag wurde unter Mitwirkung eines KI-Systems erstellt und von der Redaktion geprüft.