Der DAV Ravensburg wählt einstimmig ein neues Vorstandsteam. Das Großprojekt Vereins- und Kletterzentrum bleibt die wichtigste Aufgabe der kommenden Jahre.
Der DAV Ravensburg hat einen neuen Vorstand. Bei der Mitgliederversammlung am Donnerstag im Vereinsheim in der Brühlstraße wählten die Mitglieder die neue Führungsmannschaft für Ravensburgs mitgliederstärksten Sportverein einstimmig. Vier der sechs ausgeschiedenen Vorstandsmitglieder bleiben dem Verein als Beiräte, Berater oder Mitglieder des Lenkungsausschusses erhalten und begleiten weiterhin die Umsetzung des geplanten Vereins- und Kletterzentrums.
Künftig steht ein fünfköpfiges Team an der Spitze des Vereins: Arnim-Sebastian Rottach, Thomas Schuler als Schatzmeister, Jörg Neitzel als Ausbildungs- und Tourenreferent, Tobias Menzel sowie Christian Kollmuß als Jugendreferent.
Vor der Wahl würdigte der scheidende Vorstandssprecher Markus Braig die personelle Aufstellung des Vereins: „Viele Vereine in Ravensburg blicken gerade sehr neidisch auf uns, weil der DAV Ravensburg ein außergewöhnlich gut qualifiziertes und engagiertes Team mit neuen Ideen hat, welches den Verein in den kommenden Jahren leitet.“ Die Mitglieder wählten den neuen Vorstand ohne Gegenstimme und verabschiedeten ihn mit großem Applaus.
Langjährige Vorstände verabschiedet
Mit der Wahl endete für mehrere langjährige Vorstandsmitglieder ihre Amtszeit. Markus Braig prägte die Sektion von 2001 bis 2023 als Erster Vorsitzender und verantwortete zuletzt das Ressort Recht und Versicherungen. „Mit der Arbeit in einem Verein gibst du deine Kraft, deine Zeit der Gesellschaft – und so wird der Verein ein Ort, an dem alle zusammenkommen, ein Ort, an dem die Demokratie lebt“, sagte Braig.
Heinz Baumann leitete mehr als 31 Jahre das Ausbildungsreferat und verantwortete die Ausbildung sowie das Tourenprogramm der Sektion. „Ich möchte vor allem den Nachfolgern dafür danken, dass sie sich bereit erklärt haben, die Arbeit zu übernehmen und neue Impulse zu setzen“, erklärte Baumann.
Auch Klaus Häring verabschiedete sich nach vielen Jahren Vorstandsarbeit. Von 1999 bis 2023 war er Zweiter Vorsitzender und anschließend Vorstandsmitglied für IT, Software und Datenbanken. Zudem koordinierte er die Vereinspublikationen. Nach zehn Jahren im Amt schied auch Schatzmeister Marc Walser aus. Die Mitglieder dankten ihm insbesondere für sein Engagement bei den Gesprächen und Verhandlungen rund um das geplante Vereins- und Kletterzentrum.
Braig, Baumann, Häring und Walser setzen ihre Arbeit im Lenkungsausschuss für das Bauprojekt fort und stehen dem Verein zusätzlich als Beiräte oder Berater zur Verfügung.
Ebenfalls aus dem Vorstand ausgeschieden sind Verena Tremmel und Benedikt Kolb. Beide haben in den vergangenen zehn bis 15 Jahren die Jugendarbeit entscheidend mitgeprägt und weiterentwickelt. Stellvertretend für die Mitglieder würdigte Elke Amm das Engagement der scheidenden Vorstände mit den Worten: „Wo ist denn nun der Ort, an dem man sich bei Euch für Eure großartige Arbeit im Vorstand über so viele Jahre bedanken kann.“
Großprojekt bleibt oberste Priorität
Die wichtigste Aufgabe des neuen Vorstandsteams ist die Umsetzung des geplanten Vereins- und Kletterzentrums. Die Mitglieder hatten das Projekt bereits im Mai bei einer außerordentlichen Mitgliederversammlung mit großer Mehrheit beschlossen.
„Auch das neue Vorstandsteam wird das neue Vereins- und Kletterzentrum engagiert und zielstrebig vorantreiben, das ist eine große Chance für unseren Verein – und wir freuen uns schon jetzt auf unsere neue Heimat“, sagte der neu gewählte Vorstand Arnim-Sebastian Rottach.
Die Investitionssumme beträgt rund 10,5 Millionen Euro. Finanziert werden soll das Vorhaben durch Eigenmittel von rund einer Million Euro, Zuschüsse, Sponsoring, Spenden und Darlehen. Der Bauantrag wurde bereits eingereicht. Der Verein bereitet derzeit die nächsten Planungsschritte sowie die notwendigen Verträge vor. Zudem ist der notarielle Kaufvertrag für das Ravensburger Boulderzentrum Blöckle bereits beurkundet. Dessen Betrieb soll nach gesicherter Finanzierung in das neue Zentrum integriert werden.
Stadt sieht große Chance
Seit Mai 2023 plant der DAV Ravensburg gemeinsam mit der Stadt Ravensburg den Bau des neuen Vereins- und Kletterzentrums an der Brühlstraße Ecke Escher-Wyss-Weg. Der moderne Gebäudekomplex umfasst eine rund 17 Meter hohe Kletterhalle, eine Boulderhalle mit insgesamt rund 2.000 Quadratmetern Kletterfläche sowie einen zweigeschossigen Gebäudeteil mit Geschäftsstelle, Bistro, Gruppen-, Seminar- und Übungsräumen sowie Umkleiden und Duschen. Eine Glasfront mit Terrasse öffnet das Gebäude zur südlich gelegenen Freifläche, an der weitere Klettermöglichkeiten entstehen sollen.
„Das Zentrum ist für die Stadt eine große Chance“, sagte Ravensburgs Erster Bürgermeister Andreas Honikel-Günther.
Nach derzeitiger Planung soll der Bau Anfang 2027 beginnen. Die Eröffnung des neuen Vereins- und Kletterzentrums ist für das Frühjahr 2028 vorgesehen.
Das Projekt soll nicht nur dem inzwischen rund 10.000 Mitglieder starken Verein bessere Entwicklungsmöglichkeiten bieten, sondern auch die Sportinfrastruktur in Ravensburg stärken. Geplant sind Angebote für den Breiten- und Leistungssport in den olympischen Disziplinen Klettern und Triathlon sowie die Ausrichtung von Wettkämpfen. Gleichzeitig soll das neue Zentrum die Situation in der Kletterbox verbessern, in der die Anforderungen von Schulsport sowie Breiten- und Leistungssport zunehmend schwer miteinander vereinbar sind. Auch künftig soll der DAV die Stadt bei der Verwaltung der Kletterbox unterstützen.
(Quelle: Sektion Ravensburg des Deutschen Alpenvereins e.V.)