Klimaneutrales Baden-Württemberg und Oberschwaben BUND präsentierte die neue Klimastudie im Schloss Aulendorf

BUND präsentierte die neue Klimastudie im Schloss Aulendorf
(von links nach rechts) Bruno Sing, BUND-Aulendorf; Sylvia Pilarsky-Grosch BUND-Landesvorsitzende; Uli Miller BUND-Geschäftsführer Ravensburg. (Bild: Kati Kästner, BUND-Aulendorf)

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In 18 Jahren möchte Baden-Württemberg klimaneutral sein. Was bedeutet das für die Region Bodensee-Oberschwaben? Was müssen wir an Energie einsparen und was muss in Erneuerbare Energien, Strom- und Wärmenetze und Speicher investiert werden? Diese Fragen hat der BUND in Baden-Württemberg in einem Gutachten vom Ökoinstitut Freiburg klären lassen.

Die Klimastudie wurde von der BUND-Landesvorsitzenden Sylvia Pilarsky-Grosch am vergangenen Donnerstag im gut gefüllten Marmorsaal im Aulendorfer Schloss vorgestellt.

Drei unterschiedliche Szenarien dienten als Grundlage. Je nach Entwicklung unseres Strom- und Wärmebedarfs, Bevölkerungswachstum und dem Anteil von Wind, Sonne, Biomasse, Erdwärme und Wasserkraft müssen in der Region Bodensee-Oberschwaben 0,7 bis 1.3% der Fläche für die Windenergie freigehalten werden. Höhere Anteile werden zu erheblichen Konflikten mit Schutzgütern führen. Zusätzlich müssen mindestens die Hälfte aller Dachflächen mit Photovoltaikmodulen belegt und im Umfang bis zu 1.000 Hektar (0,4%) auch auf Freiflächen installiert werden: über Park- und Lagerplätzen, an Straßen und Bahnlinien, über Obst- und Weinbau-Kulturen und Ackerflächen.

Um eine Wahlmöglichkeit zu haben, plädiert die BUND-Landesvorsitzende dafür, daß im neuen Regionalplan mindestens 3% der Fläche für die Stromerzeugung aus Wind und Sonne freigehalten werden. „Wenn weniger benötigt wird – auch gut“, so Sylvia Pilarsky-Grosch. Mit einer landeseinheitlichen Vorgabe, dass in allen Regionen mindestens 1,8% für die Windenenergie freizuhalten sind, überfordern wir zum Beispiel den Bodenseekreis und die Region am Hochrhein. „Deshalb sollten die Landesvorgaben regionalisiert werden“, so die BUND-Landesvorsitzende.

Letztendlich ist es entscheidend, in welchem Umfang wir Strom und Wärme sparsamer und effizienter nutzen. Einsparungen wirken schnell und erfordern keinen Bau von Kraftwerken. „Weniger Wohnfläche pro Einwohner und eine Wirtschaft, die mehr auf „Teilen, Tauschen und gemeinsam Nutzen“ setzt, würde hier große Beiträge leisten.

Der BUND fordert jeden auf seinen Beitrag zu leisten, ob Privatbürger, Gemeinden, Städte oder Unternehmen, denn nur gemeinsam können wir die Klimaziele erreichen.

In der Diskussion mit zahlreichen Fachkundigen aus Verwaltung, Regionalverband, Energieversorgern, Kommunalpolitik und der Bürgerschaft wurde auf den deutlich steigenden Strombedarf für die Industrie und die Mobilität hingewiesen. Das sei in der Studie „eingepreist“, so Sylvia-Pilarsky-Grosch. Und es wurde in einigen Beiträgen aus dem Publikum bezweifelt, ob genügend Fachkräfte für eine Energiewende da sind und ob eine Regionalisierung der Zielvorgaben für den Ausbau der Erneuerbaren Energie politisch durchsetzbar ist.

In einem Punkt waren sich aber alle einig: „wir müssen alle Potentiale der erneuerbaren Energien nutzen, die naturverträglich machbar sind. Und wir müssen wohl mehr in Speicher und Energienetze investieren, als bisher gedacht“.

Die BUND-Klimastudie:  www.bund-bawue.de/klimastudie/

(Quelle: BUND Aulendorf)