Klimaneutrale Schifffahrt BUND fordert Bodensee-Studie vom Land

BUND fordert Bodensee-Studie vom Land
Der Bodensee steht im Mittelpunkt der Debatte um eine klimaneutrale Schifffahrt und den künftigen Umgang mit Motorbooten. (Symbolbild: OxfordSquare/iStock / Getty Images Plus)
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Der BUND fordert vom Verkehrsministerium die Veröffentlichung einer Studie zur klimaneutralen Bodenseeschifffahrt. Er verlangt eine öffentliche Debatte.

Für 50.000 Euro hatte das Land Baden-Württemberg eine Fraunhofer-Studie in Abstimmung mit den anderen Bodenseeanrainern in Auftrag gegeben. Die darin enthaltenen Empfehlungen will das Verkehrsministerium nach Angaben des BUND jedoch nicht umsetzen. Auch eine Veröffentlichung der Untersuchung lehnt das Ministerium demnach ab, wie der „Südkurier“ vor Kurzem berichtete.

Der BUND Baden-Württemberg kritisiert dieses Vorgehen und fordert Transparenz. Die Untersuchung könne aus Sicht des Umweltverbands eine wichtige Grundlage für die Diskussion über die Zukunft der Schifffahrt auf dem Bodensee bilden.

BUND verweist auf Folgen der Klimakrise

Die BUND-Landesvorsitzende Sylvia Pilarsky-Grosch verwies dabei auf die derzeitigen Bedingungen am Bodensee. „Der aktuelle Hitzesommer zeigt überdeutlich, wie das Ökosystem Bodensee schon unter der Klimakrise leidet: Rekordniedrigwasser, abnorme Wassertemperaturen, explosionsartige Ausbreitung der Quagga-Muschel, kaum mehr Felchen. Um diese Entwicklung nicht zu verschlimmern, ist ein schneller Abschied vom Verbrennungsmotor – auch mit synthetischen Kraftstoffen – bei der Bodenseeschifffahrt drängender denn je.“

Nach Einschätzung des BUND sind die bislang unveröffentlichten Ergebnisse eine wichtige Diskussions- und Handlungsgrundlage für eine zukunftsfähige Bodenseeschifffahrt. Der Verband räumt ein, dass die darin vorgeschlagenen Maßnahmen für Freizeitsport und Wassertourismus in ihrer heutigen Form unbequem sein könnten.

Dennoch brauche es eine breit angelegte Debatte darüber, wie der Bootsbetrieb auf dem Bodensee möglichst schnell klimaneutral werden könne. Diese müsse zwischen den Beteiligten abgestimmt und wissenschaftlich fundiert geführt werden.

Studie wurde 2025 in Auftrag gegeben

Baden-Württemberg hatte die Studie 2025 während seines Vorsitzes der Internationalen Bodenseekonferenz (IBK) beim Fraunhofer-Center für Maritime Logistik und Dienstleistungen (CML) in Auftrag gegeben. Innerhalb des Zusammenschlusses der Bodensee-Anrainer könnten nach Ansicht des BUND auch politische, rechtliche und organisatorische Hürden auf dem Weg zu einer klimaneutralen Schifffahrt gemeinsam überwunden werden.

Pilarsky-Grosch verwies dabei auf die Nachbarländer: „Unsere Nachbarn in Österreich und der Schweiz haben auf ihren landeseigenen Binnenseen längst einen strikten Klimakurs eingeschlagen. Warum soll das bei Motorbooten auf dem Bodensee nicht möglich sein? Auch die privaten Motorbootnutzenden müssen ihren Beitrag leisten und können nicht einfach unbehelligt auf Kosten von Natur und Anwohnern ihrem Hobby nachgehen.“

Sportboote verursachen mehr als die Hälfte

Die Internationale Bodenseekonferenz wurde 1972 zur grenzüberschreitenden Zusammenarbeit in der Bodenseeregion gegründet. Zu ihren zehn Mitgliedern gehören Baden-Württemberg und Bayern sowie Schaffhausen, Zürich, Thurgau, St. Gallen, Appenzell Ausserrhoden, Appenzell Innerrhoden, das Fürstentum Liechtenstein und Vorarlberg.

Ein Fokusthema der vergangenen Jahre war die „Nachhaltige Mobilität über Grenzen“. Eine erste Machbarkeitsstudie zur klimaneutralen Schifffahrt auf dem Bodensee ermittelte 2023 einen geschätzten Ausstoß von 52.000 Tonnen Kohlenstoffdioxid pro Jahr. Mehr als die Hälfte davon entfällt demnach auf Sportboote.

Nach Baden-Württemberg im Jahr 2025 hat 2026 der Kanton Zürich den Vorsitz der Internationalen Bodenseekonferenz inne.

(Quelle: Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland)

Dieser Beitrag wurde unter Mitwirkung eines KI-Systems erstellt und von der Redaktion geprüft.