Erntebericht Kreisbauernverband Biberach–Sigmaringen Durchschnittliche Ernte und schwieriger Markt

Durchschnittliche Ernte und schwieriger Markt
Bei der Getreideernte erzielten die Landwirte ein mittelmäßiges Ergebnis (Bild: Pixabay)

Die Vorstandschaft des Kreisbauernverbandes Biberach–Sigmaringen e. V. stellte am Freitag, 15. August, auf dem Hof von Michael Schmid (Biberach- Bergerhausen) ihren Erntebericht vor. Demnach hatten die Landwirte auch in diesem Jahr wieder den Wetterkapriolen zu kämpfen. Im Frühjahr waren die Wetterbedingungen noch normal, doch bereits der heiße und trockene Juni setzte den Kulturen zu. Sah es Anfang Juli noch nach einem zügigen Ernteverlauf aus, sorgte anhaltendes Regenwetter für eine fast dreiwöchige Unterbrechung. Mittlerweile ist die Ernte weitestgehend eingebracht, sogar in den späten Erntegebieten kann sie bald abgeschlossen werden.

Ernte und Qualität

Die Erntemenge liegt im langjährigen Mittel, wobei allerdings regionale Unterschiede festzustellen waren. So reicht die Bandbreite von überdurchschnittlichen bis unterdurchschnittlichen Erträgen. Die Qualitäten bei Wintergerste und Raps waren zufriedenstellend, während bei Winterweizen und Braugerste dagegen vermehrt Qualitätsdefizite feststellbar waren. Durch die lange Regenwetterperiode kam es durch das keimende Korn zu Qualitätsverlusten. Beim Weizen wurde die Backqualität nicht mehr erreicht, die Braugerste muss wegen fehlender Qualität als Futtergetreide verwendet werden.

Ordentliche Erträge konnten bei der Wintergerste erzielt werden, auch der Raps lieferte gute bis leicht überdurchschnittliche Mengen, der Ölgehalt war zufriedenstellend. Beim Winterweizen gab es regional starke Unterschiede bei Ertrag und Qualität. Qualitätsprobleme gab es auch bei der Sommergerste, bei Hafer konnte ein leicht überdurchschnittliches Ernteergebnis festgestellt werden. Auch das Grünland litt im Juni unter den Hitzefolgen, konnte sich aber durch die Regenwetterperiode deutlich erholen, Mais hat sich nach der Trockenperiode gut entwickelt.

Auf dem Hof von Michael-Schmid (Biberach-Bergerhausen) präsentierte der Vorstand des Kreisbauernverbandes Biberach-Sigmaringen e.V. das Ernteergebnis 2025
Auf dem Hof von Michael-Schmid (Biberach-Bergerhausen) präsentierte der Vorstand des Kreisbauernverbandes Biberach-Sigmaringen e.V. das Ernteergebnis 2025 (Bild: KBV BC-SIG)

Schwierige Marktlage

Nicht nur die Witterungskapriolen bereiten den Landwirten Sorgen. Auch die Marktlage sieht für sie eher bescheiden aus, eine Besserung ist nicht in Sicht.

Der Gastgeber stellt sich vor

Michael Schmid (Biberach-Bergerhausen) stellte während des Erntegesprächs seinen Hof vor. Diesen bewirtschaftet er zusammen mit seiner Frau und seinen vier Söhnen. Als weiteren Betriebszweig neben der Milchviehhaltung betreibt die Familie auch ein Lohnunternehmen (www.bc-bgh.de). Mit einem umfangreichen Maschinenpark wird ein breites Spektrum an Lohnarbeiten angeboten. Dieses reicht über Schlepper, verschiedenste Anbaugeräten bis hin zu Mähdreschern. In der kalten Jahreszeit werden verschiedene Winterdienste durchgeführt.

Vom Arbeitskreis Ackerbau werden auf dem Betrieb Großflächenversuchen bei Wintergerste, Winterweizen und Winterraps durchgeführt. Die Familie Schmid organisiert zudem die Organisation und Abfuhr des Zuckerrüben-Anbaus in Oberschwaben für Südzucker sowie verschiedene Biogasanlagen.