Gefahr durch kleine Blutsauger Zeckenalarm im Südwesten: AOK empfiehlt FSME-Impfung

Zeckenalarm im Südwesten: AOK empfiehlt FSME-Impfung
Beim Aufenthalt in der Natur können Schutzmaßnahmen wie lange Kleidung und Zeckensprays das Risiko eines Zeckenstichs verringern. (Bild: AOK)
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Mit steigenden Temperaturen werden Zecken wieder aktiv und können Krankheiten übertragen. Die AOK Ulm-Biberach empfiehlt daher eine Schutzimpfung gegen FSME.

Mit steigenden Temperaturen werden Zecken wieder aktiv. Die kleinen Spinnentiere können Krankheitserreger übertragen und dadurch unter anderem Borreliose oder Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) auslösen.

Laut Robert-Koch-Institut (RKI) zählt der gesamte Südwesten Deutschlands zu den FSME-Risikogebieten. FSME ist eine Virusinfektion, die zunächst grippeähnliche Symptome verursacht und in schweren Fällen zu einer Hirnhautentzündung führen kann. Eine ursächliche Behandlung gegen FSME gibt es nicht, die Therapie beschränkt sich auf die Linderung der Symptome. Vorbeugung ist durch eine FSME-Impfung möglich. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt sie Menschen, die sich in Risikogebieten aufhalten und viel in der Natur unterwegs sind. Für einen vollständigen Impfschutz sind drei Impfungen notwendig, Auffrischungen erfolgen je nach Alter alle drei bis fünf Jahre.

Borreliose häufig erst spät erkannt

„Im Gegensatz zu FSME gibt es gegen Borreliose keine Impfung, da es sich um eine bakterielle Infektion handelt“, sagt Andreas Schmöller, Geschäftsführer der AOK Ulm-Biberach. Borreliose kann zwar mit Antibiotika behandelt werden, wird jedoch häufig erst spät erkannt. Im Landkreis Biberach wurde im Jahr 2024 bei 363 AOK-Versicherten Borreliose diagnostiziert. Borrelien werden in der Regel erst Stunden nach dem Stich übertragen, deshalb kann das Risiko einer Infektion durch das frühzeitige Entfernen der Zecke deutlich reduziert werden.

Zecken lauern im Gras

Zecken werden aktiv, wenn es wärmer als acht Grad wird. Sie halten sich bevorzugt an warmen und feuchten Orten wie hohem Gras, Gebüsch oder im Unterholz auf. Entgegen einem weit verbreiteten Irrtum lassen sich Zecken weder von Bäumen fallen noch springen sie. Stattdessen sitzen sie in Gräsern oder Büschen und gelangen beim Vorbeigehen auf Kleidung oder Haut. Wer in der Natur unterwegs ist, sollte daher möglichst geschlossene Schuhe und lange, den Körper bedeckende Kleidung tragen. Zeckensprays bieten zusätzlichen, jedoch zeitlich begrenzten Schutz.

Zecken können mehrere Stunden auf dem Körper umherkrabbeln, bevor sie eine geeignete Stichstelle finden, insbesondere warme Hautstellen wie Kniekehlen, Achselhöhlen, Hautfalten, am Haaransatz oder hinter den Ohren. „Wer sich nach einem Wald- oder Wiesenspaziergang gründlich absucht, kann einen Stich unter Umständen verhindern oder bereits festgesetzte Zecken frühzeitig entdecken“, sagt Schmöller. „Je früher eine Zecke entfernt wird, desto geringer ist das Risiko, an Borreliose zu erkranken.“

Zecken richtig entfernen und Symptome beachten

Zum Entfernen eignen sich spezielle Zeckenzangen oder eine Pinzette mit nach innen gewinkelten Spitzen. Dabei sollte die Zecke möglichst nah an der Haut gefasst und gerade herausgezogen werden. „Die Zecke sollte dabei nicht gequetscht werden, weil dadurch Erreger aus der Zecke in den Körper gepresst werden können“, so der AOK-Geschäftsführer. Anschließend empfiehlt es sich, die Einstichstelle zu desinfizieren. Bleibt ein kleiner schwarzer Punkt zurück, handelt es sich meist um Teile des Stechapparats, die der Körper in der Regel selbst abstößt.

In den Wochen nach einem Zeckenstich sollte die Einstichstelle beobachtet werden. Eine ringförmige Rötung, die frühestens nach drei Tagen auftreten kann, gilt als möglicher Hinweis auf Borreliose. Auch grippeähnliche Beschwerden wie Fieber oder Gelenkschmerzen innerhalb von sechs Wochen sollten ärztlich abgeklärt werden. Da Beschwerden auch verzögert auftreten können, ist es ratsam, auch noch Wochen oder Monate nach einem Stich achtsam zu bleiben.

(Quelle: AOK – Die Gesundheitskasse Ulm-Biberach)

Dieser Beitrag wurde unter Mitwirkung eines KI-Systems erstellt und von der Redaktion geprüft.