Herbstversammlung der Wetterwarte Süd Wüstentage erhalten eine neue Bezeichnung
Die neunte Herbstversammlung der Wetterwarte Süd wurde für die anwesenden Stationsbetreiber und Gäste zu einer Achterbahn der Gefühle. Für überraschende Momente an diesem Abend sorgte Roland Roth, Fribbe Reuter und Georg Stankalla übernahmen die musikalische Unterhaltung.

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Freier Redakteur
Bei der Begrüßung ging Roth auf Probleme bei der Organisation der Veranstaltung ein. Nicht komplett aktualisierte Mail-Adressen und ein vorgezogener Termin der Veranstaltung sorgten dafür, dass in diesem Jahr weniger Stationsbetreiber den Weg in den Bierkrugstadel der Schussenrieder Brauerei gefunden hatten. Zum vorgesehenen Programm des Abends merkte er an: „Ich bin für die Banalitäten zuständig, Fribbe Reuter und Georg Stankalla für die Glanzpunkte.“
Roland Roth und der FC Bayern München
Mit Ausführungen zu seiner geliebten Eintracht (Frankfurt) sorgte Roth für ungläubige Gesichter: „Das, was ich Euch jetzt mitteile, fällt mir nicht leicht. Die Eintracht hat in Leipzig 6:0 verloren, Leipzig dann in München 6:1. Wenn ich richtig rechne, dann verlieren die Frankfurter gegen Bayern mit 12:1.“ Anhand eines Meterstabes zeigte Roth, wo er altersmäßig auf dieser Skala angekommen ist. „Da bleibt nicht mehr viel Zeit, um auch mal Erfolgserlebnisse zu haben“, erklärte der Wetterpapst Oberschwabens sein Problem als Fußballanhänger. Nachdem er sein Jackett ausgezogen hatte, stand Roth zur Verblüffung der Anwesenden im Bayern-Trikot mit Schal auf der Bühne. Sogar ein schriftliches Kündigungsschreiben an die Frankfurter wurde auf der Leinwand eingeblendet. Der Clou war, dass SWR4-Moderator Wolfgang Werner (Friedrichshafen) den aufsehenerregenden Vereinswechsel von Roth mit einer Rundfunkmeldung verkündete. Werner kam auf die Bühne und fotografierte den Chef der Wetterwarte im Bayern-Outfit. „Das schicke ich Uli Hoeneß, aus der Nummer kommst Du nicht mehr raus“, erklärte er Roth.
Role, wie ihn seine Freunde nennen, sorgte aber mal wieder für einen Knalleffekt. Als er das Bayern-Outfit auszog, stellte sich heraus, dass er darunter das Trikot seiner geliebten Eintracht getragen hatte. Von wegen Vereinswechsel! Mit seinem Auftritt hatte er aber dafür gesorgt, dass ihm selbst die anwesenden Freunde, die ihm seit Jahrzehnten verbunden sind, auf den Leim gegangen waren.
„Das Wetterphänomen trägt kurze Hose, kurzes Hemd“
Bürgermeister Erwin Promoli hatte sich offensichtlich auf den Abend und sein Grußwort gut vorbereitet. Er bescheinigte Roth, dass er das Wetter nicht nur vorhersage, sondern auch für jedermann verständlich erkläre. „Er liefert so präzise Vorhersagen, dass man sich persönlich beleidigt fühlt, wenn das Wetter überraschenderweise doch ganz anders wird“, so Promoli. Die persönliche Begegnung mit Roth vor der Veranstaltung sorgte beim Bürgermeister für eine Überraschung: „Das Wetterphänomen war trotz der Jahreszeit mit kurzer Hose und Hemd unterwegs.“
Bieranstich mit Scherben
So bravourös sich Promoli beim Fassanstich zum Magnusfest im September geschlagen hatte, so sehr kämpfte er mit den Widrigkeiten bei der Herbstversammlung. Selbst nach drei beherzten Schlägen auf den Zapfhahn wollte dieser partout nicht halten. Ein Brauereimitarbeiter griff helfend ein, brachte jedoch seinen Bierkrug in Schlagweite des Holzhammers. Der Hammer war Punktsieger, der Krug geliefert. Diese Probleme wurden aber vom Brauereimitarbeiter gelöst und Promoli konnte verkünden: „Azapft ist!“
„Bollahoißes Wetter“
Überraschend kurz ging Roth auf das Wettergeschehen 2026 ein. Er beklagte die teils oberflächliche Berichterstattung der Medien zum Wettergeschehen. Die Dauerhitze ab Mai ordnete er neu ein: „Sommertage sind, wenn es 25 Grad hat. Ab 30 Grad werden sie als Hitzetag bezeichnet, ab 35 Grad als Wüstentag.“ Roth hatte während der Hitzeperioden diese Wüstentage bei seinen Vorhersagen mit einer oberschwäbischen Bezeichnung neu definiert, bei ihm ist das Wetter dann einfach „bollahoiß“!
Musikalischer Hochgenuss
Eine Herbstversammlung ohne musikalische Höhepunkte geht gar nicht. So waren auch in diesem Jahr Reuter und Stankalla am Start. Mit „Happy“, „Schach dem König“ und „Die Wolken“ sorgten sie für musikalische Glanzpunkte. Eine Steigerung gelang ihnen mit dem Klimawandellied „Kamelofant“. Nicht nur die Musik und der Text zogen die Anwesenden in den Bann, Reuter überzeugte auch pantomimisch und sorgte damit für Lacher bei den Anwesenden.
Gesangliche Unterstützung bekamen die beiden Musiker anschließend durch Roland Roth. „Luck of the Irish“ (John Lennon) und „Celluloid Heroes“ (Kinks) waren die gemeinsamen Titel. Ohne Klamauk ging auch das nicht ab. Weil John Lennon das Lied „Luck of the Irish“ mit seiner Lebensgefährtin Yoko Ono gesungen hatte, musste geklärt werden, wer von den Interpreten eine Perücke aufsetzen musste. Nach einem amüsanten Wortgeplänkel musste Reuter in den sauren Apfel beißen und stülpte widerwillig das schwarze Kunsthaar über den Kopf.

10 Wetterstationen im Raum Bad Krozingen
Christoph Sutter aus Bad Krozingen ist wohl der größte Stationsbetreiber im Messnetz der Wetterwarte Süd. In allen Ortsteilen und dem Hauptort Bad Krozingen wurden nach und nach die Stationen errichtet. Sutter erklärte, warum dies geschah: „2012 ist Bad Krozingen bei Unwettern abgesoffen. Zwei Jahre später traf dasselbe Schicksal einen Teilort. So kam es dazu, dass wir mittlerweile in Bad Krozingen fünf Stationen betreiben.“ Damit nicht genug: In der Raumschaft wurden mit der Unterstützung von Sutter weitere fünf Stationen aufgebaut, die von ihm betreut werden.
Roth merkte an, dass die durchschnittlich höchsten Temperaturen im Messnetz der Wetterwarte aus dem Raum Bad Krozingen gemeldet werden. Er fügte aber auch an: „Es kann sein, dass ihr demnächst abgelöst werdet. Meine Tochter Nikola ist in den Raum Grenzach-Wyhlen gezogen. In dieser Region gibt es ebenfalls recht warmes Wetter. Wir werden sehen, wer in Zukunft höhere Temperaturen melden wird.“
Role löst Rätselfragen
Zum Abschluss wurde Roth noch von seinem Vorhersageteam herausgefordert. Bei einer Raterunde musste er sein Wissen über das Wettergeschehen unter Beweis stellen. Für jede richtige Antwort erhielt er einen Buchstaben zugeteilt, aus denen er dann ein sinnvolles Wort bilden musste. Wenig überraschend war, dass der gewiefte Wetterpapst die Fragen beantworten konnte. Aus den Buchstaben konnte er dann sein neues Lieblingswort „bollahoiß“ bilden.

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Was bedeutet das?Transparenz
- Erstmals veröffentlicht
- 29.10.2026, 13:42 Uhr





