Wetterwarte Süd Launige Herbstversammlung der Wetterwarte Süd mit ernsten Untertönen

Launige Herbstversammlung der Wetterwarte Süd mit ernsten Untertönen
Im vollbesetzten Bierkrugstadel hielt die Wetterwarte Süd ihre diesjährige Herbstversammlung ab. (Foto: Maximilian Kohler)

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Im vollbesetzten Bierkrugstadel hielt die Wetterwarte Süd, mit Sitz in Bad Schussenried, ihre diesjährige Herbstversammlung ab. In die gewohnt launigen Worte von Roland Roth mischten sich auch ernste Zwischentöne, als er sich zur finanziellen Situation der Wetterwarte und zum Klimawandel äußerte.

Beim Treffen der Wetterexperten standen wie gewohnt die Geselligkeit, das gegenseitige Kennenlernen, der Meinungsaustausch, musikalische Einlagen, aber auch Informationen und Wissenswertes rund ums Wetter und Klima im Mittelpunkt des Abends. In einem Grußwort ging Schussenrieds Bürgermeister Achim Deinet auf die Bedeutung der Wetterwarte Süd ein. Er betonte deren Marketingwert für die Stadt und dankte dem Netzwerk der Stationsbetreiber, das sich über große Teile Baden-Württembergs erstreckt, und auch in Teilen Bayerns, Österreichs und der Schweiz betrieben wird. „Wir tun für die Wetterwarte, was für die Stadt möglich ist“, so Deinet.

Über 280 Messpunkte liefern täglich Daten – Nachfrage auf Rekordniveau

Die Mitglieder der Wetterwarte Süd betreiben ehrenamtlich 153 computergestützte Wetterstationen und 131 Niederschlags-Messpunkte. Sie liefern täglich die Messdaten, die statistisch ausgewertet und veröffentlicht werden. Darüber hinaus erstellt das fünfköpfige Vorhersageteam qualifizierte Wetterprognosen, welche den Medien zur Verfügung gestellt und unter www.wetterwarte-sued.com veröffentlicht werden. Dieser Service ist gefragt: „Normalerweise haben wir 500 000 bis 800 000 Zugriffe pro Monat. Im Oktober waren es aber zum ersten Mal über eine Million“, so der Leiter der Wetterorganisation. Das Homepage-Team der Wetterwarte arbeitet an einem Relaunch der Webseite. Künftig sollen die Informationen und Wetterdaten noch übersichtlicher aufbereitet und angezeigt werden.

Roland Roth mahnt vor zunehmenden Wetterextremen und fragwürdigen Online-Wetterquellen

Das alles kostet Geld. „Die Kosten für die unsere Internetpräsenz sind bei uns ein ganz ernstes Thema“. Das wichtigste Instrument für die Finanzierung der Homepage seien Werbepartner, die auf wetterwarte-sued.com eine Anzeige schalten und so die Wetterorganisation tatkräftig unterstützen  Das müssten aber noch mehr werden und angesichts der Beliebtheit der Seite doch auch möglich sein. Zum Jahrestreffen gehörte auch ein Blick in die Vortragsthemen von Roland Roth. Der Klimawandel habe in der Region einen Anstieg der Durchschnittstemperaturen von zwei bis zweieinhalb Grad innerhalb von nur 50 Jahren bewirkt, berichtete er, die Erwärmungsrate verstärke sich von Nord nach Süd. Folge: „Die Wetterextreme nehmen zu“. Roth: „Wir können den Klimawandel noch abmildern, stoppen lässt er sich jedoch nicht mehr“. Größtes Hindernis: die weltpolitische Lage mit Klimaleugnern an der Spitze vieler Länder. In dem Zusammenhang hat Roth ein neues Phänomen beobachtet: Dubiose Internetseiten, auf denen „Wetterberichte veröffentlicht werden, die auf völlig unklaren Grundlagen und sensationsheischenden Behauptungen erstellt werden, nur um Aufmerksamkeit und Klicks zu generieren. Die Wetterberichterstattung verkommt immer mehr zur billigen Verkaufsware, so Roth.

(Quelle: Wetterwarte Süd)