Tradition neu entdeckt Weinbergschnecken ziehen ins Museumsdorf Kürnbach ein

Weinbergschnecken ziehen ins Museumsdorf Kürnbach ein
Im neuen Schneckengarten im Museumsdorf Kürnbach sind 100 Weinbergschnecken eingezogen. (Bild: Landratsamt Biberach)
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Im Museumsdorf Kürnbach gibt es einen neuen Schneckengarten. Besucher können dort rund 100 Weinbergschnecken beobachten und eine fast vergessene Tradition kennenlernen.

Im Oberschwäbisches Museumsdorf Kürnbach erinnert ein neu angelegter Schneckengarten an eine alte oberschwäbische Tradition. Früher wurden Weinbergschnecken im Vorsommer gesammelt und in solchen Anlagen gemästet. Die ersten rund 100 Tiere stammen aus der Zucht von Petra Schneider aus Munderkingen, die seit mehr als 18 Jahren unter anderem einheimische Weinbergschnecken züchtet. Da die Tiere heute geschützt sind, dürfen sie nicht mehr in der Natur gesammelt werden.

„In diesem Jahr sind die Weinbergschnecken wegen des fehlenden Regens später dran“, erläutert Petra Schneider. „Aber man merkt ihnen schon nach wenigen Minuten an: Die Schnecken fühlen sich in ihrem neuen Heim direkt wohl.“

Museumsleiter Jürgen Kniep erklärt die Bedeutung des Projekts: „Tiere gehörten früher einfach zum Leben im Dorf dazu – auch wenn man dabei sicher nicht als erstes an Weinbergschnecken denkt. Dass Weinbergschnecken früher gesammelt, gemästet und verkauft wurden, ist weithin vergessen. Wir freuen uns, dass wir unseren Besucherinnen und Besuchern nicht nur interessante Tiere zeigen, sondern auch spannende Geschichten erzählen können.“

Fastenspeise mit langer Geschichte

Vor allem im 18. Jahrhundert waren Schneckengärten auf der Schwäbischen Alb und in Oberschwaben weit verbreitet. Viele Klöster nutzten Schnecken als Fastenspeise, da sie von der katholischen Kirche nicht als Fleisch eingestuft wurden. Für die Klosterherrschaft Ochsenhausen sind Schneckengärten bereits um das Jahr 1805 belegt.

Als „Schwäbische Auster“ bis nach Wien

Im Herbst verschließen Weinbergschnecken ihre Häuser mit einem Kalkdeckel, um die Winterruhe zu überstehen. Dadurch konnten sie früher gut transportiert werden. Von Ulm aus wurden große Mengen über die Donau bis nach Wien verkauft. Dort waren sie als „Schwäbische Auster“ bekannt. Im Jahr 1786 sollen rund vier Millionen Schnecken gehandelt worden sein.

Im 19. Jahrhundert ging die Nachfrage deutlich zurück. In Oberschwaben blieb vor allem das Schneckenessen am Aschermittwoch als Brauch erhalten, der teilweise bis heute gepflegt wird. Den Tieren im Museumsdorf droht dieses Schicksal jedoch nicht: Bis sie sich im Spätjahr zur Winterruhe zurückziehen, können Besucher sie beim Fressen, Kriechen und Paaren beobachten – ganz im Tempo der Weinbergschnecken.

(Quelle: Landratsamt Biberach)

Dieser Beitrag wurde unter Mitwirkung eines KI-Systems erstellt und von der Redaktion geprüft.