Erinnerung Franz Mayerföls hinterlässt tiefe Spuren seines Wirkens

Franz Mayerföls hinterlässt tiefe Spuren seines Wirkens
Franz Mayerföls bei dem von ihm und Jürgen Ott ins Leben gerufenen Fuhrmannstag. Für seine Familie, die Vereine und seine von ihm geliebte Stadt gab er alles, was er tun konnte. (Bild: Maximilian Kohler)

Wer Bad Schussenried und seine Vereine kennt, weiß, dass der Verstorbene in den letzten fast sieben Jahrzehnten nur bei den Vereinen eine nahezu unglaubliche Lebensleistung erbracht hat. Auch seinem Unternehmen und der Familie hat er einen unnachahmlichen Stempel aufgedrückt.

Als junger Mann hat sich Mayerföls bei der Narrenzunft schnell als fleißiger Dekorationshelfer, bei den „Fuchsen“ und schon bald im Präsidium unentbehrlich gemacht. Jahrzehnte war er ein versierter und humoriger Sitzungspräsident. Er war die treibende Kraft, um die schon seit den 50er Jahren erfolgreiche Zunft in die weitere Zukunft zu führen und dabei positiv weiterzuentwickeln.

Mayerföls schnürte für die „Violetten“ in den 60er-Jahren und Anfang der 70er-Jahre seine Kickstiefel. Nachdem er seine aktive Zeit als Fußballer beendet hatte, brachte er sich im Ehrenamt als Vorstandsmitglied über längere Zeit beim Fußballverein ein. Fußballfan war Mayerföls ein Leben lang, er besuchte Länder- und Weltmeisterspiele. So war er auch beim Sommermärchen 2006 beim Halbfinalspiel Deutschland gegen Italien in Dortmund dabei, um morgens pünktlich wieder seiner gewohnten Tätigkeit im Betrieb nachzugehen. Beim FC Bayern München war Mayerföls ein ganz frühes Mitglied. Heute hat der Verein über 430.000 Mitglieder, die Mitgliedsnummer von Mayerföls war dagegen dreistellig.

Erfolgreicher Unternehmer mit Weitblick

Eine gewaltige Leistung vollbrachte Mayerföls als Unternehmer. Als junger Mann übernahm er den Betrieb von Emil Gnann, baute diesen stetig aus, wechselte mit den Betriebsräumen in das ehemalige Café Andelfinger und baute dieses zu einem wichtigen Bestandteil des Schussenrieder Handels um. Elektro Mayerföls wurde schnell zu einem Markenzeichen, entsprechend erfolgreich war der Ausbau des Betriebes zu einem der großen Elektrofachgeschäfte Oberschwabens. Es gab mit Sicherheit viele herausragende Baustellen, die als Referenz herhalten könnten. Eine jedoch sticht besonders hervor und glänzt bis heute auf eine ganz besondere Weise. Mayerföls schaffte es, dass seine Firma die Elektroarbeiten beim FC Bayern München an der Säbener Straße ausführen durfte.

Nach seinem beruflichen Erfolg und seinem unermüdlichen Einsatz sowie seinen Leistungen im Ehrenamt war es kaum verwunderlich, dass er auch noch den Vorsitz des Gewerbe- und Handelsvereins übernahm. Ab 1976 führte er über vier Jahrzehnte den Verein und setzte Akzente, die heutzutage in vielen Städten nicht einmal annähernd so erfolgreich von Wirtschaftsförderern, Marketingexperten etc. gestaltet und durchgeführt werden. Mayerföls sprühte vor Ideen und setzte sie auch erfolgreich um. Als herausragende Beispiele seien die Leistungsschauen, die Herbstbälle und Modeschauen genannt.

Ideen, die Bad Schussenried prägten

Mayerföls war es auch, der zusammen mit seinem Freund Jürgen Ott (Schussenrieder Brauerei) den zuerst reinen Weihnachtsmarkt zu einem Pferde- und Weihnachtsmarkt mit Weihnachtsdorf weiterentwickelte. Vor über 35 Jahren wurde diese außergewöhnliche Form eines Weihnachtsmarktes ins Leben gerufen. Schon bald war die Veranstaltung mit ihrem besonderen Flair über die Landesgrenzen hinaus bekannt und zieht bis heute Tausende Besucher und Pferdeliebhaber in die Stadt.

Zusammen mit Jürgen Ott war Mayerföls auch Ideengeber für den Fuhrmannstag. Seit 30 Jahren ziehen die Fuhrleute mit ihren Gespannen durch die Straßen der Stadt. Auch hier verfolgen jährlich Tausende Zuschauer die beeindruckende Zeitreise, in der Tradition, Geschichte und Handwerkskunst so beeindruckend vereint werden, dass das SWR-Fernsehteam immer wieder vor Ort ist, um diese großartige Veranstaltung mit Bildern einzufangen.

Ein ganz großer Wurf gelang Mayerföls 1978 mit der Zusammenlegung des Kinderfestes mit dem Kirchenpatrozinium. Trotz Widerständen gelang es Mayerföls und seinen Mitstreitern, mit dem neuen Magnusfest einen großen Wurf für die Stadt und ihr Umland. Durch die Einbindung von Ingoldingen wurde es zu einem Fest für die Raumschaft ausgebaut. Der Umzug wurde u. a. durch den Einsatz vieler Gespanne neu belebt. Auch ein Rahmenprogramm wurde entwickelt, dazu zählen bis heute das Seifenkistenrennen und der Festzeltbetrieb.

Seine soziale Ader bewies Mayerföls auch mit der Unterstützung des Projektes Ifunda. Den Impuls für dieses Hilfsprojekt in Tansania gab die Initiative von Schussenrieder Handwerkern. Mayerföls war auch hier maßgeblich beteiligt. 1995 bauten er, weitere Handwerker und Begleiter eine Krankenstation auf. 1997 errichteten sie eine Werkstatt für die Blechbearbeitung. Bis zum heutigen Tag findet das Projekt Unterstützung.

Engagement für Familie und Gesellschaft

Mayerföls war aber auch Familienmensch. Diese Gemeinschaft war ihm wichtig. Seine vier Kinder eifern ihm beruflich nach, alle haben eigene Geschäfte und im Vater ein leuchtendes Beispiel für ein erfolgreiches Unternehmertum.

Die Stadt Bad Schussenried hat einen Mitbürger verloren, der für seinen unermüdlichen Einsatz im Beruf und Ehrenamt eine herausragende Persönlichkeit war. Seinen vielfältigen Spuren zu folgen und dieses vielfältige Wirken mit eigenen Akzenten fortzusetzen, wird eine große Herausforderung für die nachfolgenden Generationen sein.