Ausgeprägte Schafskälte und extreme Hitze Wetterstatistik der Wetterwarte Süd für Juni 2026

Wetterstatistik der Wetterwarte Süd für Juni 2026
Der Wasserstand des Bodensees fiel im Juni 2026 auf einen der niedrigsten jemals für diesen Monat gemessenen Pegel. Die anhaltende Hitze und Trockenheit hinterließen deutliche Spuren. (Symbolbild: Michael Lutz / iStock / Getty Images Plus)
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In diesem Juni erlebten wir zwei Wetterwelten, die kaum gegensätzlicher sein könnten. Auf eine von der Schafskälte mit feucht-kühler Luft geprägte erste Monatshälfte folgte eine beispiellose, exorbitante Hitzewelle, Wetter wie an der Cote d’Azur!

Die Witterung war beinahe identisch zu der des Vormonats, nur auf wesentlich höherem Temperaturniveau. Waren es im Mai die Eisheiligen auf welche die erste Hitzewelle des Jahres folgte, bremste im Juni die Schafskälte gleich in zwei Wellen die Sommergefühle aus, bevor die Temperaturen zu einem bislang nicht erlebten Höhenflug starteten. Im Verbreitungsgebiet der Wetterwarte Süd mit seinen 154 Wetterstationen gab es überall neue Junirekorde zu verzeichnen, vielfach sogar die höchsten jemals erfassten Werte.

An der Wetterzentrale in Bad Schussenried wurde ausgerechnet am Siebenschläfertag (27. Juni) das bisherige Maximum von 38,2 Grad Celsius, gemessen am 27. Juli 1983, noch um ein halbes Grad überboten. Begleitet wurde diese sengende Hitze vielerorts von tropischen Nächten, in denen das Quecksilber nicht unter die 20-Grad-Marke fiel. Aber nicht nur diese Allzeitrekorde sind bemerkenswert sondern auch die Dauer der Hitzewelle mit dreizehn Tagen über der 30-Grad-Marke und die Anzahl der Tage mit 35 Grad und mehr (vier bis sechs), für welche die Meteorologen gar keine adäquate Begrifflichkeit haben. Wohl denjenigen, die auf den Berghöhen wohnen, denn dort war die Hitze wesentlich leichter zu ertragen. Nicht auszudenken, wenn sich genau dieselbe Großwetterlage mal während der Hundstage Ende Juli/Anfang August einstellt, dann würden die Temperaturen noch zwei/drei Grad höher ansteigen.

Tiefste Temperatur am 10./11.: + 7,8°C (+ 7,3°C)
Höchste Temperatur am 27.: + 38,7°C (+ 34,3°C)
Durchschnittliche Monatstemperatur: + 20,9°C (+ 20,3°C)
Monatssumme des Niederschlags: 55,8 mm (81,9 mm)
Gesamtsonnenscheindauer: 296,3 Stunden (338,2 Stunden)
 
(Die Messwerte beziehen sich auf die Wetterzentrale in Bad Schussenried,
die Zahlen in Klammern geben die Vorjahreswerte an!)

Obwohl der Sommer dem Kalender nach eben erst begonnen hatte, verbuchten die Statistiker, den Mai mit eingerechnet, bislang bereits mehr Hitzetage als im Mittel der Jahre 1991 bis 2020 das gesamte Sommerhalbjahr hindurch zu erwarten wären. Dass der Wasserstand des Bodensees unter die tiefsten jemals im Juni erfassten Pegelstände fiel – dabei müsste er zu dieser Jahreszeit seinem Höchststand zusteuern – war angesichts der Vielfalt der Wetterthemen medial gesehen allenfalls eine Randnotiz wert, aber nicht minder bemerkens- und bedenkenswert.

Unterm Strich registrierten die Wetterexperten der Wetterwarte Süd den zweitwärmsten Juni seit Beginn ihrer Aufzeichnungen im Jahre 1968. Nur im „Jahrhundertsommer 2003“ lagen die Temperaturen noch höher, als es zwar in der Spitze nicht so heiß war wie in diesem Jahr, damals allerdings den gesamten Monat hindurch.

Die Folgen und Auswirkungen dieser Hitzewelle und der vielerorts ausgeprägten, seit Monaten anhaltenden Trockenheit waren allgegenwärtig, oft augenscheinlich und einschränkend. Die persönliche als auch die öffentliche Mobilität (Straßen- und Bahnverkehr) kam an ihre Grenzen, zahlreiche Veranstaltungen mussten abgesagt und Wasserentnahmeverbote aus Flüssen, Bächen und Seen verhängt werden. Dazu eine enorme Hitzebelastung, hohe UV- und Ozonwerte, schmelzende Gletscher, erhöhte Waldbrandgefahr und vieles mehr.

Der 27. Juni ist für den weiteren Witterungsverlauf des Sommers entscheidend, denn so wie das Wetter am Siebenschläfertag, es sieben Wochen bleiben mag, lautet eine bekannte Bauernregel. Geht es nach dieser Volksweisheit, dann würden uns unvorstellbar heiße Sommerwochen bevorstehen. Doch zum einen gibt es natürlich niemals sieben Wochen lang dasselbe Wetter und zum anderen ist nicht nur dieser eine Tag entscheidend sondern der Zeitraum danach. Mal sehen, was da in diesem Sommer noch auf uns zukommt. Bleibt nur zu hoffen, dass sich auch immer wieder mal kühlere und regenreiche Perioden einstellen werden.

WWS-roro