Hochsommerwetter Wetterstatistik der Wetterwarte Süd für Mai 2026

Wetterstatistik der Wetterwarte Süd für Mai 2026
Die außergewöhnliche Mai-Hitzewelle mit regionalen Rekordtemperaturen machte 2026 zu einem der wärmsten Maimonate seit Beginn der Wetteraufzeichnungen der Wetterwarte Süd. (Symbolbild: lamyai / iStock / Getty Images Plus)
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Von den Eisheiligen im Sauseschritt in eine Hitzewelle

Die Eisheiligen, punktgenau wie selten zuvor, danach eine im Mai nie erlebte Hitzewelle, regional mit Rekordtemperaturen, eine ausgeprägte Trockenheit und ein blendendes Sonnenscheinfestival – im vergangenen Monat war einiges geboten.

In der ersten Dekade lagen die Temperaturen noch einigermaßen im Soll, Regen fiel jedoch nur in homöopathischer Form. Am 11. (Montag) zogen mit „Mamertus“ die Eisheiligen ins Land und brachten erstmals nach längerer Zeit wieder einen ordentlichen Landregen. Pankratius, Servatius und Bonifatius legten den Frühling dann richtig auf Eis. Auf den Berghöhen wurden bis gegen 900 Meter herab Schneeflocken gesichtet und in den Niederungen sorgten Bodenfröste und Reif, Graupel- und Hagelschauer für eine reichlich unterkühlte Frühlingsstimmung.

An den Wetterstationen in Hochdorf-Appendorf, Winterlingen, Hüfingen, Tuttlingen, Sauldorf-Boll, Allmendingen, Bachhagel und Isny wurde sogar leichter Luftfrost registriert, gemessen in zwei Meter Höhe. Mit der „Kalten Sophie“ verabschiedete sich die empfindlich frische Polarluft. Zuerst zögernd, doch in Richtung Pfingsten gab es kein Halten mehr. Das Quecksilber kletterte in den Niederungen nun verbreitet über die 30-Grad-Marke. Lediglich 2014 war das Pfingstfest noch heißer. Damals fielen die Feiertage allerdings auf den 08./09. Juni.

Tiefste Temperatur am 13.: + 1,5°C (+ 2,9°C)
Höchste Temperatur am 26.: + 32,8°C (+ 31,8°C)
Durchschnittliche Monatstemperatur: + 15,6°C (+ 13,4°C)
Monatssumme des Niederschlags: 34,7 mm (72,7 mm)
Gesamtsonnenscheindauer: 302,2 Stunden (249,4 Stunden)
 
(Die Messwerte beziehen sich auf die Wetterzentrale in Bad Schussenried,
die Zahlen in Klammern geben die Vorjahreswerte an!)

Auch in den Tagen danach herrschte strahlend sonniges Wetter wie sonst während der Hundstage im Hochsommer – und dies in einem Mai. Dabei lag die „Hitzeblase“ zeitweise genau über Oberschwaben, dem Donauraum zwischen Tuttlingen und Ehingen und der Bodenseeregion. Vor allem hier verbuchte man am 26. (Dienstag) mancherorts neue Mairekordwerte. An der Zentrale in Bad Schussenried waren es 32,8 Grad Celsius und damit 0,6 °C mehr als am 29. Mai 2017.

Eine derart lang anhaltende Hitzewelle im Mai gab es seit Messbeginn der Wetterwarte Süd im Jahre 1968 noch nie. Zwölf Sommertage (30-jähriger Mittelwert: 4,6 Tage) und sechs Hitzetage (Mittelwert: 0,4 Tage) sind in den Aufzeichnungen ohne Beispiel. Etwas moderater waren die Verhältnisse in Richtung Ostalb und östlich der Iller. Trotz der empfindlichen Delle während der Eisheiligen geht dieser Mai mit einem Temperaturüberschuss von 2,3 °C nach 2018 und 2022 als drittwärmster in die wetterkundlichen Jahrbücher ein.

Dazu verwöhnten uns Hochdruckgebiete, wie schon im April und etwas abgeschwächt im März, erneut mit außerordentlich viel Sonnenschein. In der dritten Monatsdekade, in der die Temperaturen bis zu zehn Grad über der Norm lagen, strahlten Eisverkäufer, Freibadbetreiber, PV- und Solaranlagenbesitzer sowie die zahlreichen Freiluftveranstalter mit der Sonne um die Wette.

Doch der Mittelmeersommer im Mai hatte auch seine Schattenseiten: hohe Ozon- und UV-Werte, ein starker Pollenflug, Saharastaub, Sonnenbrandgefahr und besonders die ausgeprägte Trockenheit mit erhöhter Waldbrandgefahr, welche die Landkreise Biberach und Ravensburg sowie den Bodenseekreis veranlasste, ein Wasserentnahmeverbot für öffentliche Gewässer auszusprechen.

Erst in den allerletzten Stunden des Monats und damit ganz zum Schluss des meteorologischen Frühlings sorgten teils heftige Schauer und Gewitter nach einer langen Durststrecke für Wasser von oben. Aber typisch für eine solche Wetterlage: Die Bandbreite reichte von viel Nass bis kaum etwas. Während punktuell in kürzester Zeit um die 30 Liter pro Quadratmeter vom Himmel prasselten, so in Ochsenhausen und Eichstegen, bekam man andernorts von dem begehrten und von der Natur dringend benötigten Regen nur wenig ab.

Und in der Gesamtschau war es ohnehin wieder einmal überall erheblich zu trocken. Damit beläuft sich das Niederschlagsdefizit seit Jahresbeginn, je nach Region, mittlerweile auf 150 bis 200 Liter/m².

WWS-roro