Gemeinschaftsaktion 250 Liter Apfelsaft: Löwenanteil ans Hospiz gespendet

Das Ernte-Team hatte einen ertragreichen Tag: Von links Martina Vogt (Hauswirtschaftsleitung im Hospiz) mit ihren Kindern Sophia und Lukas, Pflegedienstleiterin Sabine Graf und Doris Schrade-Looser, Spenderin und Hospiz-Mitarbeiterin.
Das Ernte-Team hatte einen ertragreichen Tag: Von links Martina Vogt (Hauswirtschaftsleitung im Hospiz) mit ihren Kindern Sophia und Lukas, Pflegedienstleiterin Sabine Graf und Doris Schrade-Looser, Spenderin und Hospiz-Mitarbeiterin. (Bild: Uli Landthaler/St. Elisabeth-Stiftung)

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Auch seine Streuobst-Ernte kann man spenden: In der Mosterei Ersingen wurden die Äpfel aus der Streuobstwiese der Familie Schrade zu Apfelsaft für das Hospiz St. Martinus in Kirchbierlingen verarbeitet.

Möchtest du einen Apfel? Oder gleich ein paar Zentner? Die St. Elisabeth-Stiftung antwortet mit „Ja, gerne“ auf diese Frage, jeden falls wenn sie vom Ehepaar Schrade aus Ehingen kommt. Doris Schrade-Looser arbeitet als Hauswirtschafterin im Hospiz St. Martinus in Kirchbierlingen.

In Gögglingen haben die Schrades eine Streuobstwiese, zur Erntezeit stellt sich die Frage: Wohin mit der ganzen Pracht? Die Antwort liegt in Ersingen, einem Stadtteil von Erbach: Dort gibt es eine kleine, familiengeführte Mosterei, bei der jeder Obstbaumbesitzer seinen Ertrag in Apfelsaft umwandeln lassen kann. Und Doris Schrade-Loosers Dienststelle ist genau der richtige Abnehmer für den üppigen Ernte-Überschuss.

So traf sich zunächst ein Helferteam mit den Schrades und weiteren Freiwilligen unter Anführung von Pflegedienstleiterin Sabine Graf in Gögglingen, um die Äpfel einzusammeln. Nicht weniger als 380 Kilo Streuobst-Äpfel wurden auf der Wiese aufgeklaubt, in Netze gepackt und tags darauf nach Ersingen gebracht. In der Mosterei konnte das Streuobst-Team live zusehen, wie die Ernte in frischen Apfelsaft verwandelt wurde.

Die Äpfel kommen direkt in die Saftpresse (hinten) und landen hygienisch verpackt im 10-Liter-Karton.
Die Äpfel kommen direkt in die Saftpresse (hinten) und landen hygienisch verpackt im 10-Liter-Karton. (Bild: Uli Landthaler/St. Elisabeth-Stiftung)

Das Obst wird zunächst gewaschen, geht dann in den Häckseltrichter und von dort in die Saftpresse. Der frische Saft läuft durch einen Filter und wird dann kurzzeitig auf 80 Grad erhitzt, danach sofort in Kunststoffbeutel abgefüllt und luftdicht verschlossen. Die Beutel werden in handliche Fünf- und Zehn-Liter-Kartons eingepackt für den Abtransport bereitgestellt.

„Angebrochen halten sie mindestens einen Monat“, berichtet Siegfried Schrade. 250 Liter Apfelsaft sind so zusammengekommen – die Schrades nehmen einen Teil für den Eigenbedarf mit, der große Rest wandert ins Auto von Sabine Graf und so auf direktem Weg ins Hospiz nach Kirchbierlingen. „Unsere Gäste freuen sich“, betont die Pflegedienstleiterin.

Der Strom zur Apfelsaftproduktion kommt übrigens direkt von der Photovoltaikanlage auf dem Dach der Moste. Auch die Familie Bührle als Betreiberin der Mosterei stellt keine Rechnung an die St. Elisabeth-Stiftung. Wie schon im vergangenen Jahr wurde das Pressen gratis übernommen. „Es ist toll, dass es kleine Einrichtungen in der Region noch gibt, bei der jeder einfach sein Obst hinbringen kann“, bestätigt Siegfried Schrade.

Übrigens haben auch die Rehe im Wald was vom Streuobst. Der Trester, also die Pressreste, ist begehrtes Winterfutter. Er geht an die Jäger, die sie zu Pellets für die Futterstellen pressen lassen.

(Pressemitteilung: St. Elisabeth-Stiftung)