Warum Vorsorgeuntersuchungen so wichtig sind

Warum Vorsorgeuntersuchungen so wichtig sind
Jedes Mitglied der gesetzlichen Krankenkassen hat ein Anrecht auf verschiedene Vorsorgeuntersuchungen. (Bild: SARINYAPINNGAM/ iStock / Getty Images Plus)

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Ein gesundes Leben vermeidet viele Krankheiten, ohne sie völlig auszuschließen. Zu den Gründen für eine Erkrankung gehören erbliche Veranlagungen und äußere Einflüsse wie Stress. Am besten lassen sich Krankheiten heilen, wenn sie in einem Frühstadium erkannt werden. Deshalb lohnt es sich, die von den Krankenkassen kostenlos angebotenen Vorsorgeuntersuchungen zu nutzen. Das System zeigt jedoch Lücken.

Früherkennung

Jedes Mitglied der gesetzlichen Krankenkassen hat ein Anrecht auf verschiedene Vorsorgeuntersuchungen. Schon 18-Jährige erhalten vom Hausarzt einen Gesundheits-Check. Frauen steht zudem ab dem 20. Lebensjahr ein jährlicher Besuch beim Gynäkologen zur Verfügung. Später rückt die Krebsvorsorge im Mittelpunkt der Untersuchungen.

Ferner dürfen Frauen und Männer ab 35 Jahren den Arzt alle drei Jahre zur allgemeinen Gesundheits-Kontrolle aufsuchen. Dabei geht es um die frühzeitige Erkennung von in der Bevölkerung verbreiteten Erkrankungen, wie Diabetes, Problemen mit den Nieren oder dem Herz-Kreislauf-System. Auch Auffrischungsimpfungen gehören zur Vorsorge, welche die Krankenkasse bezahlt.

Wenn das Herz-Kreislauf-System Ärger verursacht

Erkennt der Arzt ein Herzproblem, gehören das EKG, der Ultraschall, die Analyse der Blutwerte und Röntgenaufnahmen zum Standardprogramm. Eine Magnetresonanztomografie (MRT) dient der Darstellung der Anatomie des Herzens. Ferner erkennen Ärzte mögliche Schäden an diesem lebenswichtigen Organ. Sie wird normalerweise verordnet, wenn bei vorherigen Untersuchungen der Verdacht einer Herzerkrankung vorliegt. Leider wird diese sinnvolle Leistung von den gesetzlichen Krankenkassen meistens nicht bezahlt.

Wie läuft ein MRT vom Herzen ab? Zur Analyse liegt der Patient im Kernspintomografen, der Röhre. Zusätzlich erfolgt während der Untersuchung ein EKG, das die Berechnung der Schnittbilder vom Herzen vereinfacht. Zudem erhält der Patient eine Injektion mit Kontrastmittel in die Vene verabreicht. Die Untersuchung dauert etwa 60 Minuten.

Viele Anwendungsmöglichkeiten

Mit einem MRT gewinnen die Mediziner zahlreiche Erkenntnisse über das Herz, darunter

  • Herzdimensionen
  • Herzleistung
  • Herzfunktionen
  • Beschaffenheit und Bewegung des Herzmuskels
  • Zustand der Herzklappen
  • Durchblutungsstörungen
  • Entzündungen am Herzmuskels
  • Blutgerinnsel
  • angeborene Herzfehler
  • Tumore

Zudem erkennen die Ärzte Herzinfarkte. Auch die Narben eines weiter zurückliegenden Ereignisses werden sichtbar. Sie verursachen eine ausgeprägte Herzschwäche. Verhindern lassen sie sich durch eine frühzeitige Erkennung eines Herzinfarktes.

Die Krankenkassen zahlen meist nicht

Bedauerlicherweise bezahlen gesetzlichen Kassen nicht jede sinnvolle Untersuchung. Dies zeigt sich auch bei anderen Krankheiten. Ein Beispiel ist die Vorsorge gegen den Brustkrebs, welche bei erst ab dem 50. Lebensjahr erfolgt. Die Experten sehen bereits ab dem 45. Lebensjahr einen größeren Nutzen als mögliche Risiken. Mit der früher beginnenden Mammografie würden sich jährlich für bis zu 5.000 Frauen die Chancen verbessern, den Kampf gegen den Krebs zu gewinnen.

Das MRT besitzt zahlreiche Vorteile. Trotzdem steht es nicht im Leistungskatalog des gesetzlichen Sozialversicherungssystems. Eine entsprechende Untersuchung wird nur Einzelfällen und nach einem vorherigen Antrag übernommen. Somit bleibt den Patienten nur die Selbstzahlung. Private Krankenversicherungen bezahlen dagegen ihren Mitgliedern in vielen Fällen ein MRT.

Vorsorge auf eigene Kosten

Wer bis ins hohe Alter gesund bleiben möchte, muss eine entsprechende Vorsorge betreiben. Unter diesem Aspekt macht die Tatsachen betroffen, dass Deutschland im Vergleich zu anderen westeuropäischen Ländern eine niedrige Lebenserwartung aufweist. Experten kennen auch den Grund: die mangelnde Prävention gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Gesetzliche Kassenmitglieder müssen auf individuelle Gesundheitsleistungen zurückgreifen, wenn sie ihre Chancen auf ein langes Leben verbessern wollen. Diese von den Medizinern angebotenen Leistungen zahlen die Patienten aus der eigenen Tasche.