Noch immer warten tausende Menschen auf ein lebensrettendes Organ – eine dokumentierte Entscheidung kann den Unterschied machen.
In Deutschland treffen wir täglich Entscheidungen – viele sind banal, manche verändern unser Leben. Doch es gibt eine Entscheidung, die nicht nur unser eigenes Schicksal beeinflusst, sondern das Leben anderer retten kann: die Entscheidung zur Organspende. Obwohl sich laut Umfragen die große Mehrheit der Bevölkerung positiv gegenüber einer Organspende äußert, bleibt diese Entscheidung häufig undokumentiert – mit gravierenden Folgen.
Tausende warten auf ein Organ
Derzeit stehen rund 8.200 schwer kranke Menschen in Deutschland auf der Warteliste für ein Spenderorgan. Dennoch kommt es zu wenig Organspenden. Der Hauptgrund: In vielen Fällen ist keine dokumentierte Entscheidung der potenziellen Spenderinnen und Spender vorhanden. Im Ernstfall müssen dann die Angehörigen unter enormem emotionalem Druck entscheiden – eine große Belastung.
Warum der Tag der Organspende so wichtig ist
Seit 42 Jahren rückt der bundesweite Tag der Organspende – immer am ersten Samstag im Juni – das Thema in den Fokus der Öffentlichkeit. Er erinnert daran, wie wichtig eine persönliche, schriftlich dokumentierte Entscheidung ist. Diese schützt nicht nur Angehörige vor schwierigen Entscheidungen, sondern gibt auch schwer kranken Patientinnen und Patienten Hoffnung auf ein neues Leben.
Im vergangenen Jahr scheiterten mehr als die Hälfte der potenziellen Organspenden an fehlender Zustimmung – obwohl laut Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) 85 Prozent der Bevölkerung einer Organ- und Gewebespende grundsätzlich positiv gegenüberstehen.
Dr. Johannes Nießen, Kommissarischer Leiter des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit (BIÖG):
„Wer zu Lebzeiten selbst entscheidet und dies klar festhält, entlastet seine Familie und schafft Klarheit – unabhängig davon, ob man sich für oder gegen eine Organspende entscheidet. Jede dokumentierte Entscheidung zählt.“
Dokumentierter Wille bringt Klarheit
Idealerweise halten Menschen ihren Willen zur Organspende schriftlich fest – etwa im Organspendeausweis, in einer Patientenverfügung oder im digitalen Organspende-Register. Denn liegt kein schriftlicher oder mündlich bekannter Wille vor, müssen Angehörige entweder mutmaßlich im Sinne des Verstorbenen entscheiden – oder auf Basis eigener Werte.
Eine Analyse der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) zeigt, wie stark die Zustimmung von der Klarheit der Entscheidung abhängt:
- Schriftlicher Wille vorhanden: ca. 75 % Zustimmung
- Mündlicher Wille bekannt: über 60 % Zustimmung
- Entscheidung nach mutmaßlichem Willen: deutlich unter 50 %
- Entscheidung rein nach eigenen Wertvorstellungen: weniger als 25 % Zustimmung
Diese Zahlen zeigen deutlich: Ohne klare Aussage wird oft gegen eine Organspende entschieden – möglicherweise entgegen dem tatsächlichen Wunsch des Verstorbenen.
Drei Wege zur Entscheidung – alle zählen
Es gibt mehrere Möglichkeiten, die eigene Entscheidung festzuhalten:
1. Das digitale Organspende-Register: Sicher und jederzeit abrufbar
Seit dem 18. März 2024 steht allen Bürgerinnen und Bürgern ab 16 Jahren das zentrale Organspende-Register zur Verfügung: www.organspende-register.de
Dort kann die Entscheidung zur Organspende digital hinterlegt werden – freiwillig, kostenlos und jederzeit änderbar. Das Krankenhauspersonal kann im Notfall auf den Eintrag zugreifen.
2. Der Organspendeausweis: Klassisch, praktisch, rechtlich bindend
Der Organspendeausweis ist die wohl bekannteste Möglichkeit, den eigenen Willen zu dokumentieren. Im Scheckkartenformat passt er in jedes Portemonnaie – analog, klar und direkt.
3. Die Patientenverfügung: Vorsorge mit Signalwirkung
Auch in einer Patientenverfügung kann die Entscheidung zur Organspende aufgenommen werden – sinnvoll insbesondere bei Menschen, die ohnehin gesundheitlich vorsorgen möchten. Wichtig ist, dass die Angaben mit denen in Ausweis oder Register übereinstimmen.
Im Zweifel gilt stets die jüngste Erklärung.
Informationen und Unterstützung
Alle wichtigen Informationen rund um die Entscheidung zur Organ- und Gewebespende bietet das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit unter: www.organspende-info.de
Dieser Beitrag wurde unter Mitwirkung eines KI-Systems erstellt und von der Redaktion geprüft.
(Quelle: Deutsche Stiftung Organtransplantation)