Unterschätzte Umweltfolge Was im Badesee passiert, wenn Sie ins Wasser pinkeln

Was im Badesee passiert, wenn Sie ins Wasser pinkeln
An heißen Sommertagen suchen viele Menschen Abkühlung im Badesee – was dabei im Wasser landet, kann jedoch Auswirkungen auf die Wasserqualität haben. (Symbolbild: Mikhail Davidovich / iStock / Getty Images Plus)

Die Sonne lacht vom Himmel, die Temperaturen klettern in die Höhe und der Badesee lockt. Doch dann drückt die Blase und man muss mal. Eine Toilette ist nicht in Sicht – da lass ich’s doch einfach laufen, oder?

An warmen Tagen zieht es viele Menschen an die Seen in der Region. Viele haben keine öffentlichen Toiletten. Wohin also mit dem Pipi-Drang. Die einfachste Variante – ins Wasser pinkeln. Es ist verlockend, praktisch und es sieht ja sowieso keiner. Aber Vorsicht: das hat ökologische Folgen und fördert bei Hitze und Wasserknappheit das Algenwachstum.

Algen freuen sich über Urin

Heimlich in den Badesee gepinkelt hat wohl so ziemlich jeder schon mal, auch wenn es wahrscheinlich keiner zugibt. Schadet man damit dem Gewässer oder den anderen Badegästen?

Auf Travenbook, Deutschlands größtem Online-Reisemagazin gibt es hierzu einen interessanten Bericht: „Alles, was dazu beiträgt, in den See Nährstoffe einzutragen, sollte man vermeiden“, so Matthias Oloew, Pressesprecher der Berliner Bäder-Betriebe. Denn durch den Harnstoff, das Hauptabfallprodukt unseres Urins, würden Algen ernährt. Generell gilt: je größer der See, desto harmloser der Eintrag von Urin ins Wasser.

Gerade kleinere Seen sind gefährdet

Gerade in Jahren mit hohem Badeaufkommen und größerer Trockenheit, so wie aktuell durch die Hitzewelle bedingt, sind kleinere Seen vergleichsweise gefährdet. Hier sei der Beitrag des Algenwachstums durch Urin nicht unerheblich, ergänzt Michael Häckl vom Hessischen Landesamt für Umwelt und Geologie.

Vor allem bei kleineren Seen, die nicht durchströmt würden, sei der Eintrag von Urin durch die Badegäste relevant, heißt es bei Travebook weiter. „Der See hat keinen Abfluss, es werden die Nährstoffe sukzessive angereichert und es kommt zur Eutrophierung mit gravierenden ökologischen Folgen.“ Neben Phosphor im Urin würden auch Keime ins Wasser gelangen. Diese können Verunreinigungen hervorrufen und je nach Wasseraustausch und Badenutzungsintensität auch hygienisch relevant sein, heißt es weiter.

Den ganzen Bericht gibt es unter: travelbook.de

Für das Hallenbad gilt dasselbe: Nicht ins Wasser pi….

Wussten Sie, dass der typische Chlorgeruch in einem Frei- oder Hallenbad erst dann entsteht, wenn viele Menschen ins Wasser gepinkelt haben? Je stärker Sie den typischen Schwimmbadgeruch wahrnehmen, umso mehr Urin befindet sich im Wasser. Die Harnsäure im Urin verbindet sich mit dem Chlor im Wasser. Dabei entstehen Stoffe wie Trichloramin, so die Wasserexperten.

(Quelle: Travelbook/Wassexperten Gesundheitsamt)