DAV warnt vor Gefahren Sicher wandern im Herbst: Wichtige Tipps für die Bergtour

Sicher wandern im Herbst: Wichtige Tipps für die Bergtour
Herbstwandern begeistert mit Farbenpracht, erfordert aber besondere Vorbereitung und Aufmerksamkeit. (Bild: DAV/Franz Güntner)

Der Herbst gilt für viele Wanderer als die schönste Zeit des Jahres. Damit die Tour zu einem unvergesslichen Erlebnis wird und es nicht zu Unfällen durch saisontypische Gefahren kommt, weist der Deutsche Alpenverein (DAV) auf einige Besonderheiten und Sicherheitsaspekte hin.

Ob im Mittelgebirge oder in den Alpen: Herbstwanderungen versprechen intensive Naturerlebnisse. Gleichzeitig bringen kürzere Tage, wechselhaftes Wetter und rutschige Wege neue Anforderungen mit sich. „Wer jetzt gut vorbereitet losgeht, kann die Vorzüge des Herbstes genießen und bleibt gleichzeitig sicher unterwegs“, betont Stefan Winter, Ressortleiter Sportentwicklung beim DAV. 

Tipps für sichere Herbsttouren 

Kürzere Tage: Frühzeitig starten und eher kürzere Touren planen, um nicht in die Dunkelheit zu geraten. Zudem wird es im Herbst nach Sonnenuntergang schnell kalt. 

Höhenlage und Exposition: Sonnseitige Touren sind im Herbst angenehmer. Auf Nordseiten und in höheren Lagen kann schon mal Schnee liegen. 

Aktuelle Verhältnisse: Vor der Tour unbedingt den Bergwetterbericht checken. Webcams können helfen, die aktuellen Verhältnisse zu beurteilen (z.B. Schneefall- oder Nebelgrenze). 

Ausrüstung und Kleidung 

Mehrschichtige Bekleidung: Mit dem Zwiebelprinzip und einer extra warmen Schicht (Fleece oder Isolationsjacke) und Regenschutz kann man gut auf unterschiedliche Temperaturen, Wind und Wetter reagieren. 

Feste Bergschuhe mit griffiger Sohle: In schattigen Bereichen und Waldstücken sind Wege wegen Laub oder Bodenfeuchtigkeit oft nass und rutschig. Stabile hohe Schuhe verringern die Gefahr des Umknickens und erleichtern das Treten von Stufen in Schneefeldern. Je nach Tour sogar Grödel, Steigeisen, Stöcke oder einen Pickel einpacken.  

Ergänzend zur normalen Wanderausrüstung wie Sonnenschutz, Erste-Hilfe-Set, Biwaksack/Rettungsdecke und Proviant, gehören im Herbst auch Handschuhe, Mütze, Stirnlampe und Ersatzakku (Powerbank) mit in den Rucksack. 

Wetter und Bedingungen 

Stabileres Wetter: Im Herbst gibt es eine deutlich geringere Gewitterneigung in den Bergen. Dafür können zwischen Sonnen- und Schattenseiten erhebliche Temperaturunterschiede herrschen. 

Inversionswetterlage: Sorgt oft für Sonne am Berg und Nebel im Tal. Das sieht von oben großartig aus. Wenn man aber durch den Nebel wieder ins Tal steigt, muss man mit kalten Temperaturen, Nässe und Rutschgefahr rechnen. 

Rutschgefahr: Vorsicht bei nassem Laub, Wurzeln, Frost oder Schneefeldern. 

Sicherheit unterwegs 

Hüttenöffnungszeiten prüfen: Hütten in mittleren Höhenlagen haben oft bis Mitte Oktober oder sogar länger geöffnet. Hütten im Hochgebirge schließen bereits Mitte September. Genaue Öffnungszeiten können aber nach Wetter spontan abweichen. Im Zweifel vor Beginn der Tour telefonisch bei den Hüttenwirtsleuten erkundigen. 

Tour abkürzen oder umkehren: Schafft mein seine Tourenplanung nicht einzuhalten, besser die Tour abbrechen und umdrehen, als in die Dunkelheit zu geraten. 

Notruf in den Bergen

Unter der Nummer 112 können Menschen in Notsituationen in allen EU-Mitgliedsstaaten gebührenfrei anrufen, um die Notrufzentralen der Rettungsdienste, Feuerwehr oder Polizei zu erreichen. Auch alle Bergsportler wählen unterwegs diese Nummer. Wenn das Handy keinen Empfang hat, kann man es abschalten und neustarten, dann statt der PIN die Nummer 112 eingeben. Zusätzlich zur 112 gibt es in verschiedenen Ländern und Regionen spezielle Bergrettungs-Notrufnummern. Damit erreicht man die jeweilige Bergrettung direkt und nicht über allgemeine Rettungsleitstellen.

Österreich: Alpin-Notruf Bergrettungsdienst Österreich aus dem Inland: 140

Schweiz: Alpine Rettung Schweiz und Rettungsflugwacht Rega für Hilfe in der Schweiz: 1414

Alpines Notsignal

  • Hör- oder sichtbares Zeichen/Rufen, sechsmal innerhalb einer Minute.
  • Signal jeweils nach einer Minute Pause wiederholen.
  • Antwortzeichen erfolgt dreimal pro Minute.

Viele weitere Tipps gibt’s beim DAV.