Potenz-Schoki und Co.: Zoll warnt vor illegalen Lebensmitteln

Potenzsteigernde Paste in Honig-Portionsbeutel.
Potenzsteigernde Paste in Honig-Portionsbeutel. (Bild: Pressestelle Zoll PM)

Der Zoll hat mehr als 13 Tonnen illegale potenzsteigernde Lebensmittel aus dem Verkehr gezogen. Es handelte sich dabei um honigähnliche Substanzen, Kräuterpasten sowie Schoko-Tafeln. Erst neulich wurde im Raum Biberach „Potenz-Honig“ aus der Türkei in einem Supermarkt festgestellt.

Angeboten werden die Produkte oft in Lebensmittelgeschäften oder Kiosken. Sie sollen angeblich auf natürliche Art und Weise potenzsteigernd wirken. Eine solche „besondere Wirkung“ suggerieren oft auch die entsprechenden Aufmachungen, wie beispielsweise die Bezeichnungen „Double Power“, „Horny Performance Chocolate“, „Jaguar Power“, „Black Horse Vital Honey“, „Secret Miracle Honey“ oder Abbildungen mit brennenden Fäusten, Hähnen, Pferden und Raubkatzen.

Freiheitsstrafen sind möglich

Bei Durchsuchungen im Rahmen von Ermittlungen des Zollfahndungsamts Hamburg konnten insgesamt über 12,5 Tonnen als „Zuckerriegel“ deklarierte Waren mit einem Verkaufswert von etwa 1,7 Millionen Euro sichergestellt werden. In München wurden über 1,4 Tonnen kleiner Tafeln „Zartbitterschokolade“ sichergestellt.

Der Zoll rät davon ab, Produkte, womöglich gar aus dem Ausland, zu erwerben, die solch eine vermeintlich natürliche, potenzsteigernde Wirkung versprechen oder suggerieren. Die Einfuhr und der Vertrieb solcher „Lebensmittel“, die als Arzneimittel anzusehen sind, kann strafprozessuale Maßnahmen und Freiheitsstrafen nach sich ziehen.

Eine Übersicht bietet die Internetpräsenz der Zentralstelle der Länder für Gesundheitsschutz bei Arzneimitteln und Medizinprodukten.

Ohne wirkliche Angaben auf der Packung

Laboruntersuchungen der Arzneimittelaufsichtsbehörden bestätigten jeweils den besorgniserregenden Verdacht des Zolls einer Beimischung von Sildenafil oder Tadalafil in unterschiedlichen Mengen. Diese pharmazeutischen Wirkstoffe sind bestimmungsgemäß Bestandteile von zugelassenen Medikamenten zur Behandlung von erektiler Dysfunktion. Alle betreffenden Lebensmittel enthielten diese Wirkstoffe zur Potenzsteigerung ohne eine entsprechende Angabe auf der Verpackung. Die Aufsichtsbehörden haben die Produkte als nicht in Deutschland zugelassene und teilweise bedenkliche Arzneimittel eingestuft.

Gefährliche Folgen

„Die Verwendung solcher Produkte birgt erhebliche Gesundheitsrisiken, da die unkontrollierte Einnahme dieser pharmazeutischen Wirkstoffe ohne ärztliche Aufsicht schwerwiegende und teilweise gefährliche Folgen für den Konsumenten haben kann“, so Albert Wagner, Pressesprecher der Generalzolldirektion. „Da es sich hier meist um süße Lebensmittel handelt, besteht zudem ein erhöhtes Risiko für einen unbeabsichtigten Konsum durch Kinder.“

(Quelle: Pressestelle Zoll PM)